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»Wer sowas macht, verdient kein Einkommen« - Schon bald steckt KI in 50 Prozent aller Steam-Releases, sagt eine Studie und Spieler rechnen knallhart ab

Eine Auswertung von mehr als 53.000 Steam-Spielen zeigt, wie rasant sich generative KI durchsetzt. Die meisten KI-Spiele verdienen trotzdem kaum Geld.

KI-Spiele wie Brainrot: Animal Quizzes würden auf Steam wohl nur die wenigsten vermissen. KI-Spiele wie Brainrot: Animal Quizzes würden auf Steam wohl nur die wenigsten vermissen.

53.597 Spiele in drei Jahren und eine Prognose, die vielen von euch sauer aufstoßen dürfte: Schon bald könnte jedes zweite neue Spiel auf Steam mit generativer KI entstanden sein. Das behauptet jedenfalls eine aktuelle Studie des ehemaligen Habbo-Hotel-Machers Sulka Haro, der inzwischen das Pax-Dei-Studio Mainframe Industries leitet.

Für seine Auswertung hat er schlicht jedes einzelne Spiel durchforstet, das zwischen Juli 2023 und Juli 2026 in der Games-Kategorie auf Steam erschienen ist, und geprüft, ob die jeweilige Store-Seite eine KI-Inhalts-Offenlegung trägt.

KI-Slop wird zum Massenphänomen

Seit Januar 2024 verlangt Valve von Entwicklern, den Einsatz generativer KI im Store offenzulegen. Vorher gab es dafür schlicht kein Eingabefeld, weshalb Haros Daten für 2023 nahe null liegen.

Kaum war der Schalter umgelegt, sprang der Anteil KI-gekennzeichneter Neuerscheinungen im Februar 2024 innerhalb eines einzigen Monats von rund einem auf sieben Prozent und kletterte seitdem stetig weiter. Mittlerweile trägt nach Haros Zählung rund jedes dritte neue Spiel das Label.

Wächst der Trend im bisherigen Tempo weiter, kreuzen KI-Spiele laut Studie irgendwann zwischen 2027 und 2028 die 50-Prozent-Marke. Haro selbst schränkt ein, dass das keine Prophezeiung, sondern nur ein Szenario auf Basis der aktuellen Kurve sei.

Handfester ist eine andere Zahl: Während klassische, KI-freie Neuerscheinungen nur moderat von rund 1.030 auf 1.320 pro Monat gewachsen sind, kletterten KI-gekennzeichnete Spiele von einer Handvoll auf inzwischen etwa 530 Releases im Monat. Je nach Betrachtungszeitraum stammen dadurch 60 bis 90 Prozent des gesamten Wachstums bei Steam-Neuerscheinungen aus dem KI-Lager.

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Kaum einer verdient damit wirklich Geld

Reich wird mit KI-Spielen trotzdem kaum jemand, auch weil auf Steam ohnehin fast niemand reich wird.

Das oberste ein Prozent aller ausgewerteten Spiele, KI hin oder her, kassiert laut Haros Schätzung rund 94 Prozent der gesamten Umsätze, die zehn erfolgreichsten Titel allein etwa 62 Prozent. Die »mittlere« Sparte mit überhaupt ein paar Reviews bringt es auf geschätzte 300 Dollar Umsatz, fast 28 Prozent aller untersuchten Spiele bekommen gar keine Reviews, was praktisch gleichbedeutend mit keinem messbaren Verkauf ist.

KI-Spiele schneiden dabei im Schnitt sogar schlechter ab als der Rest: Im ersten Quartal 2026 machten sie 28 Prozent aller Neuerscheinungen aus, aber nur 17 Prozent der geschätzten Verkäufe. Ein KI-gekennzeichnetes Spiel erreicht die Schwelle zu bescheidenem Erfolg - ab 100 Reviews - nur mit rund 55 Prozent der Wahrscheinlichkeit eines vergleichbaren Nicht-KI-Spiels. An diesem Verhältnis hat sich laut Haro seit zwei Jahren nichts verändert.

Auch bei der Art der KI-Nutzung unterscheiden sich Erfolge und Flops deutlich. Haro verglich 138 KI-Spiele mit mindestens 1.000 Reviews mit einer Stichprobe von 400 Flops, die nach mindestens neun Monaten auf dem Markt unter 50 Reviews blieben.

Bei den Flops drehen sich 72 Prozent aller KI-Angaben ausschließlich um Bilder, Texturen oder Artwork, bei den Erfolgstiteln sind es nur 57 Prozent. Bei rund einem Drittel der Flops beschränkt sich die Offenlegung sogar auf eine einzige, höchstens zehn Wörter lange Zeile, bei den Erfolgstiteln sind es nur 13 Prozent. Dort kommt KI außerdem deutlich häufiger bei Sprachausgabe, Lokalisierung und Text zum Einsatz, und die Formulierung der Offenlegung liest sich insgesamt vorsichtiger.

Woher kommt dann die schiere Masse an neuen KI-Spielen? Haro bringt es selbst auf den Punkt: »KI senkt nicht nur die Hürde, ein Spiel zu machen, sondern gleich mehrere.«

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein KI-nutzender Entwickler gleich fünf oder mehr Spiele veröffentlicht, ist laut Studie dreimal so hoch wie bei klassischen Entwicklern. Trotzdem ist die Szene keineswegs von wenigen Serientätern dominiert: 80 Prozent der rund 37.000 Publisher auf Steam haben noch nie ein KI-Spiel veröffentlicht, und von den übrigen 20 Prozent blieb es bei 89 Prozent bei genau einem Versuch.

Reddit rechnet knallhart ab

Auf Reddit tobt über die KI-Flut bei Steam-Neuerscheinungen bereits eine hitzige Debatte. Eine Auswahl, was die Community gerade fühlt:

  • Ollidor: »Wer sowas macht, verdient kein Einkommen.«
  • saul2015: »F*ck KI, die Zukunft des Gamings ist düster.«
  • Few-Improvement-5655: »Es ist, als hätte KI aus der Schrottflut eine Dauerdiarrhoe gemacht.«
  • LunarChickenn: »Steam sollte diese Spiele einfach aus dem Store werfen.«
  • AquaBits: »Ein Asset-Flip-Verkäufer leistet null Arbeit, der verkauft bloß eine EXE weiter.«
  • BotOrNot_1337: »Überraschung: Menschen schätzen eben die Arbeit anderer Menschen.«

Interessant dabei: Die lautstarke Wut im Netz deckt sich nicht unbedingt mit der Stimmung der GameStar-Leser. Auf die Frage, ob ihr lieber eine KI-generierte deutsche Sprachausgabe in Spielen hättet als gar keine, fiel eure Antwort deutlich differenzierter aus. Mehr dazu erfahrt ihr oben in der Link-Box.

Prüft ihr eigentlich aktiv das KI-Label, bevor ihr ein neues Spiel kauft, oder ist euch das mittlerweile herzlich egal? Schreibt’s uns gerne in die Kommentare.


Kommentare(11)
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