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Seite 3: Silent Hill Tier List: Ich ranke alle 11 Hauptspiele der Reihe

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B-Tier

Silent Hill f

Video starten 15:44 Silent Hill f krempelt die Serie gehörig um - stolpert dabei aber über die eigenen Füße

Entwickler: NeoBards Entertainment | Publisher: Konami | Release: September 2025

Fast ein Jahr nach Release hinterlässt Silent Hill f bei mir immer noch stark gemischte Gefühle. Einerseits habe ich mich Hals über Kopf in das wunderschöne japanische Dorf Ebisugaoka verliebt. Wie das Spiel die Kultur der 1960er Jahre und die Schönheit der Natur in eine düstere Story rund um Selbstzweifel, Identitätsbruch und Zukunftsangst flechtet, erschafft eine absolut einzigartige Stimmung. Dass der Titel für mich trotzdem nur im B-Tier landet, liegt an zwei großen Problemen.

Erstens: das Gameplay. Dass mich das Kampfsystem hier so genervt hat, liegt nicht zwingend an der Mechanik selbst, sondern daran, dass mir das Spiel keine Wahl mehr lässt, Kämpfe einfach zu umgehen. Gepaart mit der geringen Gegnervielfalt zieht sich besonders das letzte Drittel im Dorf wie ein Kaugummi, der längst seinen Geschmack verloren hat. Dazu kommt dieser ominöse Fuchsarm, der mich komplett aus der Atmosphäre reißt. Symbolisch mag in Hinakos Transformation eine starke Metapher stecken – als reines Gameplay-Element kann ich dem aber gar nichts abgewinnen.

Zweitens: die Enden. Ich liebe die Idee, dass sich Dialoge im New Game Plus verändern und mehr Story offenbaren (der Dialog zwischen Hinako und ihrer Mutter gehört zum Besten, was die Reihe je hervorgebracht hat!). Aber dass sich das erste Pflicht-Ende für ein derart faules Klischee entscheidet, das ich schon nach 15 Minuten vorhersagen konnte, verzeihe ich dem Spiel nicht. Doch auch Ende zwei und drei werfen Fragen auf. Für meinen Geschmack nehmen sie wieder viel zu viel von Hinakos hart erkämpfter Stimme weg. Denn plötzlich geht es darum, für welchen der Boys sie sich entscheidet. Ich wusste nicht, dass Ebisugaoka bei Love Island liegt. Ohne jetzt zu tief in Interpretationen abzutauchen: Nach einem inneren Kampf, der Hinako fast den Verstand gekostet hat, wirkt eine Bro-Fist im Sonnenuntergang einfach ein bisschen … nun ja.


Silent Hill 3

Heather ist einfach eine coole Socke. Heather ist einfach eine coole Socke.

Entwickler: Team Silent | Publisher: Konami | Release: Mai 2003

Bitte werft mich jetzt nicht auf den brennenden Kult-Scheiterhaufen. Ich weiß, dass Silent Hill 3 eine riesige Fanbase hat, die diesen Teil in einem Atemzug mit Teil 1 und 2 nennt. Mir persönlich ist das dritte Spiel von Team Silent allerdings deutlich weniger im Gedächtnis geblieben als seine legendären Vorgänger.

Die rostigen Schauplätze haben mich einfach nicht so umgehauen, und die Atmosphäre hat es irgendwie nicht ganz geschafft, mich so unerbittlich in ihren Bann zu ziehen, wie ich es von der Reihe gewohnt bin. Auch die Story fiel für mich am Ende eher in die Kategorie »war okay«. Außerdem wurde mir bei dem Nebel in Silent Hill 3 immer total übel.

Warum das Spiel dann trotzdem noch im grundsoliden B-Tier landet? Ein Wort: Heather. Heather Mason ist absolut fantastisch und in meinen Augen bis heute eine der coolsten, authentischsten weiblichen Protagonistinnen der gesamten Videospielgeschichte. Wie sie auf diesen ganzen Albtraum reagiert, ist so greifbar und sarkastisch, dass ich sie am liebsten zu meiner besten Freundin machen würde. Und die kleinen Seitenhiebe, die sie in Richtung James aus dem zweiten Teil verteilt (Nein, sie greift ganz sicher nicht mit bloßen Händen in eine verstopfte Toilette!), nehme ich natürlich immer wieder gerne mit. Heather trägt dieses Spiel für mich fast im Alleingang auf ihren Schultern.


Silent Hill: Shattered Memories

Entwickler: Climax Studios | Publisher: Konami | Release: Dezember 2009

Silent Hill: Shattered Memories ist für mich der Inbegriff der »Wer braucht das denn?!«-Kategorie – nur damit ich rückblickend kleinlaut zugeben muss: Okay, das war eigentlich richtig cool! Anfangs war ich extrem skeptisch, weil das Spiel die ikonischen Charaktere des ersten Silent Hill nimmt und daraus eine komplett neue Geschichte strickt. Aber genau das entpuppt sich als unglaublich spannendes Gedankenexperiment.

Ich sitze quasi das gesamte Spiel über bei meinem virtuellen Therapeuten, kreuze auf dem Klemmbrett eifrig Fragen zu meinen tiefsten Ängsten, meinem Alkoholkonsum oder intimen Details an und male kleine Bilder aus. Je nachdem, wie ich antworte, verändert sich die Spielwelt massiv: Gebe ich etwa an, zu Schulzeiten nie Unsinn angestellt zu haben, begegnet mir ein bestimmter Charakter als zurückhaltende junge Frau statt als Femme Fatale. Male ich auf einem Ausmalbild die T-Shirts der Leute pink an, tragen sie später im echten Spielverlauf genau diese Farbe. Ich liebe solche psychologischen Spielereien!

Lediglich das Gameplay bremst den Spielspaß stellenweise ganz schön aus. Shattered Memories verzichtet komplett auf klassische Kämpfe und setzt stattdessen auf reine Flucht-Abschnitte, in denen ich als Harry vor den Monstern wegrennen muss. Da diese Neuinterpretation ursprünglich für die Nintendo Wii und die dazugehörige Bewegungssteuerung entwickelt wurde, spielt sich die Flucht in der PS2-Version oft hakelig und frustrierend ungelenk.

Man kann Shattered Memories sicherlich noch mehr Kritikpunkte vorwerfen, aber unterm Strich hatte ich unfassbar viel Spaß mit dieser alternativen Version von Harrys und Cheryls Geschichte. Und mit einer knackigen Spielzeit von rund sieben Stunden zieht sich das Abenteuer auch nicht unnötig in die Länge, sondern hört exakt zum richtigen Zeitpunkt auf.


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Kommentare(4)
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