A-Tier
Silent Hill: Origins
Entwickler: Climax Studios | Publisher: Konami | Release: November 2007
Obwohl sich Silent Hill: Origins in Sachen Story hinter anderen Serien-Kollegen anstellen muss, hat das Prequel zum allerersten Teil für mich die Kunst der »Kartenvervollständigung« geradezu perfektioniert. Ich liebe es einfach, in Silent-Hill-Spielen jeden Winkel abzulaufen und an jeder einzelnen Tür zu rütteln, nur um Sackgassen oder versperrte Wege auf meiner Karte einzukritzeln. Und in Origins habe ich dabei doppelt so viel zu tun!
Die spannende Spiegelmechanik erlaubt es mir und Protagonist Travis nämlich, an bestimmten Punkten nahtlos zwischen der realen Welt und der Otherworld hin- und herzuspringen. Stoße ich also in der einen Welt auf eine Sackgasse, könnte der Weg ja im Albtraum plötzlich weitergehen.
Das Kampfsystem brilliert zwar auch hier nicht unbedingt, nervt mich aber längst nicht so sehr wie in anderen Ablegern. Und es ist schon extrem lustig, dass ich die gruseligen Gestalten und albtraumhaften Abbilder meiner tiefsten Ängste zur Not auch einfach mit einem Toaster oder einer Nachttischlampe erschlagen kann.
Übrigens steckt in Origins auch noch unglaublich viel Lore und kleine versteckte Hinweise, die mich nach dem Durchspielen direkt in ein tiefes Recherche-Loch gestoßen haben. Allein das rechne ich dem Spiel extrem hoch an.
Silent Hill 4: The Room
Entwickler: Team Silent | Publisher: Konami | Release: Juni 2004
Wenn es um das »schwarze Schaf« der klassischen Team-Silent-Ära geht, scheiden sich in der Community oft die Geister. Für mich ist Silent Hill 4: The Room aber ein absolutes Meisterwerk der Klaustrophobie! Die Prämisse ist so simpel wie furchteinflößend: Henry wacht eines Tages auf und stellt fest, dass seine eigene Wohnungstür von innen mit dicken Ketten und Vorhängeschlössern verriegelt ist. Der einzige Ausweg? Ein ekliges, unerklärliches Loch in der Wand meines Badezimmers. Uwäh.
Das Zusammenspiel aus der fast schon voyeuristischen Gefangenschaft und den Survival-Horror-Ausflügen in die unterschiedlichsten Teile der Stadt bringt extrem spannende Ideen mit sich. Denn zunehmend wird selbst mein Rückzugsort, an dem ich mich anfangs noch so sicher gefühlt habe, zum Teil des Albtraums. Puppen lachen mich von den Wänden an, aus meinem Waschbecken sprudelt Blut und dunkle Flecken breiten sich auf meinen Tapeten aus. Immer dieser Altbau!
Silent Hill 4 fühlt sich besonders an, weil es überrascht und sich neue Ideen traut. Leider kann es dieses Niveau nicht ganz bis zum Schluss halten. Wer auch immer auf die Idee kam, dass eine Begleit-Quest, die sich über das gesamte letzte Drittel des Spiels zieht, eine gute Idee wäre … dem wünsche ich, dass er jeden Tag mit einer Socke in eine Pfütze tritt, ihm beim Händewaschen der Ärmel nass wird und dass das Eis, auf das er gerade am meisten Lust hat, immer ausverkauft ist!
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