50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Spieler brechen Lanze für den Easy-Mode: »Ich spiele mein echtes Leben schon auf Hardcore, da brauche ich nicht noch mehr davon«

Sind schwere Spiele besser? Macht der Story-Modus mehr Spaß? Liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen? Zeit, mal wieder eine uralte Debatte aufzufrischen.

Beim Thema Schwierigkeitsgrad herrscht ewige Uneinigkeit. Beim Thema Schwierigkeitsgrad herrscht ewige Uneinigkeit.

Manche Diskussionen existieren, seit es Spiele gibt. Die Frage nach dem spaßigsten Schwierigkeitsgrad ist älter als manche unserer Redaktionsmitglieder, und eine definitive Antwort kann bei so etwas Subjektivem ja gar nicht gefunden werden.

Trotzdem finden wir es super spannend, zu hören, wie sich Gewohnheiten wandeln oder wie unterschiedlich Leute ihr Spiele-Hobby erleben. Die einen sind dann am glücklichsten, wenn sie sich zum drölften Mal die Zähne am Souls-Boss ausbeißen, um ihn dann unter Blut und Tränen endlich auf die Bretter zu schicken.

Andere möchten dem Alltag entrinnen, indem sie in eine Welt abtauchen, die möglichst wenig Anspruch an sie stellt. Kein Leistungsdruck, kein Fokus, kein Frust, davon hat man im Berufsleben schon mehr als genug.

Und viele landen je nach Tageslaune irgendwo dazwischen. Die verschiedenen Lager tendieren naturgemäß dazu, sich unterschiedliche Genres vorzunehmen. Die Hardcore-Freunde haben Souls- und Rogue-likes, die Entspannten Cozy Games. Meistens mit unveränderbarem Schwierigkeitsgrad. Aber manchmal treffen sie eben doch aufeinander, besonders bei Rollenspielen und Action-Adventures, und dann geht die Diskussion los.

Video starten PLUS 16:21 Die Kunst des perfekten Schwierigkeitsgrads - Gibt es die ideale Balance zwischen Anspruch und Spielfluss?

Ist schwer besser? Ist leicht gleich gemütlich?

Das ist für viele nicht nur eine Frage der persönlichen Vorlieben, sondern auch der Lebensumstände. »Ich spiele mein echtes Leben schon auf Hardcore, da brauche ich nicht noch mehr davon«, schreibt Reddit-User kent1146 in einem viel beachteten Beitrag, der inzwischen gelöscht wurde. Die Kommentare sind aber noch da.

Viele berichten darin, dass sie in jüngeren Jahren gern richtig knackige Herausforderungen in Spielen angegangen sind, aber inzwischen mit Arbeit, Uni und / oder familiären Verpflichtungen schlicht keine Zeit und Energie mehr dafür haben. Wenn sie etwa die Story eines Rollenspiels wie Baldur’s Gate 3 erleben wollen, geht das nur im leichten Schwierigkeitsgrad.

Wer Baldurs Gate 3 auf Taktiker oder gar im Ehrenmodus spielt, braucht eine hohe Frusttoleranz in gewissen Bosskämpfen. Nicht wahr, Raphael? Wer Baldur's Gate 3 auf Taktiker oder gar im Ehrenmodus spielt, braucht eine hohe Frusttoleranz in gewissen Bosskämpfen. Nicht wahr, Raphael?

Andere hingegen meinen, dass man die »echte« Vision der Entwickler nur auf den höheren Schwierigkeitsgraden erlebt. Dort muss man sich mehr mit den Mechaniken beschäftigen und etwa Kampfsysteme oder Taktiken meistern, um Erfolg zu haben.

Eure Meinung ist gefragt!

Beide Seiten haben da durchaus nachvollziehbare Argumente. Wie ist es für euch persönlich? Wenn ihr die Wahl habt, die Schwierigkeitsstufe eines Spiels einzustellen, wofür entscheidet ihr euch normalerweise?

Danke für eure Abstimmung! Natürlich ist die Umfrage automatisch nicht repräsentativ für alle Gamer, da bei GameStar eine grundsätzlich sehr an anspruchsvollen Spielen interessierte Community unterwegs ist. Aber auch in euren Kommentaren lesen wir immer wieder, dass die Zeiten eure Gewohnheiten ändern. Lasst es uns gern auch im Detail hören: Wie geht ihr die Schwierigkeit an und warum?

Ein vewandtes Thema bei der Diskussion ist natürlich auch Accessibility. Wer zum Beispiel mit Gelenkproblemen in den Händen kämpft, wird an vielen hohen Schwierigkeitsgraden in Shootern wenig Freude haben, wenn die Entwickler einfach nur Nummern nach oben schrauben. Hier können aber besondere Einstellungen helfen. Wir haben das Thema hier aus Platzgründen bewusst auf die reine Schwierigkeit begrenzt, aber schreibt uns gern von all euren Erfahrungen und Gedanken.

Was denkt die Redaktion?

Steffi Schlottag
@ThePumpkini

Schwer, ja oder nein? Dazu habe ich meine Meinung im Lauf meines Lebens immer wieder geändert. Was für mich schon immer feststand: Alle Arten zu spielen sind valide. Wenn jemand Spaß an der Challenge hat, cool. Wenn jemand einfach nur eine Story spielen will, genauso cool.

Für mich persönlich habe ich vor einigen Jahren fast immer mittlere oder leichte Schwierigkeitsgrade geschätzt. Dann traten aber einige Spiele in mein Leben, die mir auf »schwer« deutlich mehr Spaß machen, zum Beispiel die God of War Reboots, Ghost of Tsushima oder Baldur’s Gate 3. Ich hatte für all diese Spiele aber auch das Privileg, sehr viel Freizeit investieren zu können.

Mein Lieblingsbeispiel für ein Spiel, das auf dem maximalen Schwierigkeitsgrad ein komplett neues Erlebnis bietet, ist Kingdom Come: Deliverance (ich weiß, wer jetzt ernsthaft überrascht ist, kriegt ein Osternest von mir). Ich mag nämlich nicht, wenn der Hardcore-Modus aus Gegnern einfach Kugelschwämme macht, auf die ich minutenlang einholzen muss, bevor ich eine Delle im Lebensbalken sehe. KCD ändert die Spielregeln, nimmt mir Schnellreise und Kartenmarkierung weg, um mehr Immersion zu fordern.

Ähnlich cool ist es bei Baldur’s Gate 3 und dem Ehrenmodus, bei dem der Gruppentod auch das Ende meines Durchgangs bedeutet und Bossgegner neue fiese Tricks draufhaben. Für sowas kann ich mich total begeistern – aber auch nur, wenn ich genug Zeit und Kraft habe. 

Natalie Schermann
@TheyCallMeLie

Natalie Schermann: Ich spiele prinzipiell alle Spiele auf »Normal«, weil das meist die ausgewogenste Art ist, die Vision der Entwickler zu erleben. Ich würde aber sofort jedem eine Wäscheklammer auf die Nase packen, der ruft »Easy Mode ist für Noobs, nur die Harten kommen in den Garten, gid gud«! Jeder und jede soll so spielen können, wie es sich richtig anfühlt. Und so ein entspannter, easy peasy Walking Simulator ist manchmal genau das, wonach mir nach Feierabend ist.

Gleichzeitig bin ich aber auch der Meinung, dass bei diesem Thema oft zwei Debatten in einen Topf geworfen werden, die nicht zusammengehören. Schwierigkeit und Accessibility sind für mich nämlich grundverschiedene Dinge! Ich vertrete absolut den Standpunkt, dass jedes Entwicklerstudio bestrebt sein sollte, seine Spiele barrierefrei und zugänglich zu machen – etwa durch Farbenblind-Modi oder die Möglichkeit, Tastenbelegungen frei zu ändern. Der Schwierigkeitsgrad eines Spiels fällt für mich jedoch unter Spieldesign. Es ist daher vollkommen in Ordnung, wenn beispielsweise ein Soulslike aufgrund seiner steilen Lernkurve eben nicht für jeden ist.

Sehr lange Zeit habe ich mich selbst von schweren Spielen ferngehalten, weil ich dachte, ich sei »viel zu schlecht« dafür. Mittlerweile habe ich große Freude an knackigen Herausforderungen. Ich ärgere mich nicht mehr, wenn ich mal ein paar Abende an ein und demselben Boss hängen bleibe – denn die Freude, wenn es dann endlich liegt, ist umso größer. Und so ein kleiner Adrenalinkick nach einer Woche voller Management-Aufgaben, Planungs-Meetings und U-Bahn-Streiks in München fetzt einfach gut rein. 

Freiwillig schraube ich die Schwierigkeit von Spielen dennoch nicht hoch und starte auch keinen zweiten Insanity-Run bei Resi und Co. Dafür warten schlicht zu viele andere Spiele auf meinem Pile of Shame auf mich …

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