Steam, Epic, Amazon, PSN: So viel Anteil kassieren die größten Spiele-Shops

Es ist bekannt, dass der Epic Games Store nur 12 Prozent Abgaben von den Entwicklern verlangt. Doch wie viel nehmen eigentlich die anderen großen Stores?

von Mathias Dietrich,
09.10.2019 09:55 Uhr

Viele Stores verlangen die selben Abgaben von den Entwicklern. Es gibt nur wenige Ausnahmen.Viele Stores verlangen die selben Abgaben von den Entwicklern. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

Im Dezember 2018 startete der Epic Games Store und machte neben seinen Exklusivdeals vor allem Schlagzeilen, weil er nur 12 Prozent Abgaben von den Entwicklern verlangt. Seitdem kritisiert Tim Sweeney sehr häufig Steam, die 30 Prozent verlangen.

Steam nimmt dabei nicht etwa überraschend viel, sondern verlangt das, was auch die meisten anderen Distributionsplattformen wollen. IGN hat sich die bekanntesten Stores genauer angesehen und stellt fest: 30 Prozent sind die Norm, 12 Prozent die Ausnahme.

So viel verlangen die einzelnen Stores

Egal ob auf PC, Konsole oder dem Smartphone: Weniger als 30 Prozent Abgaben sieht man selten. Selbst Einzelhändler, in denen ihr noch eine Verpackung und eine DVD bekommt, ziehen dem Entwickler 30 Prozent ab.

PC

  • Steam: 30%
  • Epic Games Store: 12%
  • Humble Store: 25%
  • Itch.io: Entscheidung liegt beim Entwickler
  • GOG: 30%
  • Microsoft Store: 30%

Konsole

  • Playstation Store: 30%
  • Xbox Games Store: 30%
  • Nintendo eShop: 30%

Mobile

  • Apple AppStore: 30%
  • Google PlayStore: 30%

Retail

  • GameStop: 30%
  • Amazon: 30%
  • Best Buy: 30%
  • Walmart: 30%

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Besondere Bedingungen bei den Stores

  • Die 30 Prozent Abgaben auf den Konsolen beinhalten bereits die Lizenzgebühr, um ein Spiel auf den Plattformen überhaupt veröffentlichen zu können.
  • Bei den Mobile Stores beziehen sich die Gebühren nicht nur auf Spielverkäufe selbst, sondern auch eventuell enthaltene Mikrotransaktionen.
  • Bei Humble gehen nur 15 Prozent an den Store: Die 25 Prozent im Humble Store setzen sich aus einem Anteil von 15 Prozent für Humble selbst zusammen, und 10 Prozent für wohltätige Zwecke oder Store-Guthaben für den Käufer. Die Humble Bundles folgen noch einmal anderen Regeln: Hier bestimmt der Kunde selbst, wie viel von seinem Geld an Humble, an die Entwickler und an wohltätige Zwecke geht.
  • GOG erklärte gegenüber IGN, dass sie mit vielen Entwicklern sehr individuelle Raten vereinbaren. Die üblichen 30 Prozent stellen hier nur die Ausgangsbasis für die Verhandlungen dar. Unter anderem beeinflussen Veröffentlichungen auf anderen Plattformen und die Integration mit GOG Galaxy diesen Wert.
  • Steam nimmt nicht immer 30 Prozent: Es gibt eine Regelung, von der in den meisten Fällen jedoch nur sehr populäre Marken und große Publisher profitieren werden. Ein Spiel, das mehr als 10 Millionen US-Dollar Umsatz generiert, muss auf jeden weiteren Verkauf nur noch 25 Prozent Gebühren bezahlen. Nach 50 Millionen US-Dollar verringert sich der Betrag weiter auf 20 Prozent. Außerdem erlaubt Valve den Entwicklern kostenlos Keys zu ihren Spielen zu generieren. Die können sie dann selbstständig verkaufen und erhalten so 100 Prozent des Erlöses.
  • Epic Games verkauft Keys für den eigenen Store auch über Humble. Für einen so verkauften Key müssen die Entwickler ebenso die 25 Prozent an Humble abgeben und nicht nur die 12 Prozent, die sie für einen Verkauf im Epic Games Store selbst entrichten müssen. Dafür fallen Lizenzgebühren für die Unreal Engine weg, wenn sich ein Entwickler für den EGS entscheidet. Bei einem Verkauf über andere Plattformen müssen diese noch zusätzlich entrichtet werden.
  • Viele Einzelhändler nehmen zwar 30 Prozent der Einnahmen, allerdings entstehen dabei zusätzliche Kosten für den Publisher, um zum Beispiel die DVDs zu pressen und die Verpackungen herzustellen. Eine Quelle erklärte IGN gegenüber, dass die Entwickler bei Retail-Verkäufen nach allen Ausgaben nur 10-15 Prozent erhalten.
  • Der chinesische Gaming-Gigant Tencent fällt ebenfalls mit seinen Gebühren auf. Im eigenen Appstore soll der aktuell ganze 50 Prozent von den Entwicklern einnehmen und will die Abgaben Bloomberg zufolge gar auf 70 Prozent erhöhen. Die Entwickler würden hier also nur 30 Prozent von ihren Einnahmen behalten, statt so viel abzugeben.

IGN erklärt unter Bezugnahme auf eine nicht näher genannte Quelle, dass die Branche derzeit unter starkem Druck steht, diese Abgaben zu reduzieren.

Deswegen führte Valve seine Sonderregel für über Steam abgesetzte Spiele ein. Ubisoft hingegen erklärte erst dieses Jahr, dass das Geschäftsmodell mit 30 Prozent Abgaben »unrealistisch« sei.

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