Steam Deck: Specs im Vergleich zu PC-Hardware, Nintendo Switch, PS5 und Xbox Series X

Valve hat einen neuen Handheld vorgestellt. Wir vergleichen die Specs der Switch-Alternative mit PC und Konsolen.

von Alexander Köpf,
16.07.2021 13:30 Uhr

Nicht völlig unerwartet, aber dennoch überraschend hat Valve gestern Abend das Steam Deck vorgestellt. Mit dem PC-Handheld könnt ihr ab diesem Dezember auch von unterwegs auf eure Steam-Bibliothek zugreifen und eure Lieblingstitel spielen.

Das Steam Deck wird dabei in drei Speicherkonfigurationen erscheinen (64, 256, 512 GB) und ist mit Hardware von AMD bestückt. Wir schauen uns daher einmal an, was genau unter der Haube von Valves jüngstem Sprössling steckt und vergleichen mit PC, Xbox Series X, PlayStation 5 und Nintendo Switch.

Steam Deck vs. Nintendo Switch

Das Nintendo Switch ist dabei der wohl offensichtlichste Konkurrent des Steam Deck. Schließlich sind beides Handhelds und bieten mit 720p eine vergleichbare Auflösung.

Mit Blick auf die theoretische Leistung hat das Steam Deck die Nase klar vorn:

Während Nintendo in der Switch auf den betagten Tegra-X1-Chip von Nvidia setzt (Einführung: 2015), kommt im Steam Deck eine modifizierte Zen-2-APU zum Einsatz (Einführung: 2019), wie sie auch in der PlayStation 5, der Xbox Series X und S zu finden ist:

  • Der Tegra X1 basiert auf der von Smartphones bekannten ARM-Architektur, bestehend aus vier Cortex-A57- und vier Cortex-A53-Kernen sowie einer integrierten GPU auf Basis der Maxwell-Architektur (Geforce GTX 900) mit 256 Kernen. Bei einfacher Genauigkeit (FP32) liefert der Tegra X1 512,0 GFLOPS.
  • Die theoretische Rechenleistung des Steam Deck liegt bei 1,6 TFLOPS, also rund dreimal höher. Eine direkte Vergleichsmöglichkeit bieten die Zahlen zwar nicht, da beide Handhelds auf verschiedenen Betriebssystemen und die Spiele auf unterschiedlichen Engines basieren, eine grobe Einordnung ist aber dennoch zulässig.
  • Der verbaute Arbeitsspeicher fällt mit 16,0 GByte LPDDR5 im Vergleich zu 4,0 GByte LPDDR4 zudem deutlich zugunsten des Steam Deck aus.

Wie die GameStar-Redaktion Valves Hardware-Ankündigung einschätzt, lest ihr in unserem großen Meinungsartikel, bei dem wir der Frage nachgehen, wer das Steam Deck eigentlich braucht:

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Steam Deck ist eigentlich keine Konsole

Das Steam Deck ist zwar ein Handheld, aber keine Konsole. Vielmehr handelt es sich um einen portablen PC. So ist es zum Beispiel möglich, das Gerät frei zu konfigurieren. Unter anderem könnt ihr darauf verschiedene Betriebssystem installieren, auch Windows.

Specs im im Vergleich mit Xbox und PlayStation

Steam Deck

CPU: Zen 2 4C/8T @2,4 bis 3,5 GHz

GPU: 8 RDNA 2 CUs @1,0 bis 1,6 GHz

TFLOPS: 1,6 FP32 (GPU)

RAM: 16,0 GByte LPDDR5

Speicher: 64 GB eMMC, 256 GB NVMe-SSD, 512 GB NVMe-SSD

Xbox Series X

CPU: Zen 2 8C/16T @3,6 bis 3,8 GHz

GPU: 52 RDNA 2 CUs @1,825 GHz

TFLOPS: 12,15 FP32 (GPU)

RAM: 16,0 GByte GDDR6

Speicher: 1 TByte NVMe-SSD

Xbox Series S

CPU: Zen 2 8C/16T @3,4 bis 3,6 GHz

GPU: 20 RDNA 2 CUs @1,565 GHz

TFLOPS: 4,0 FP32 (GPU)

RAM: 10,0 GByte GDDR6

Speicher: 512 GByte NVMe-SSD

PlayStation 5

CPU: Zen 2 8C/16T @3,5 GHz

GPU: 36 RDNA 2 CUs @2,23 GHz

TFLOPS: 10,28 FP32 (GPU)

RAM: 16,0 GByte GDDR6

Speicher: 825 GByte NVMe-SSD

Das Steam Deck kann sich zwar nicht mit der Xbox Series X und der PlayStation 5 messen, ist mit Blick auf die theoretische Rechenleistung aber nicht allzu weit von der Xbox Series S entfernt. Mit 1,6 TFLOPS liegt es außerdem genau zwischen Xbox One S (1,4 TFLOPS) und PlayStation 4 (1,8 TFLOPS).

Wie sähe ein vergleichbarer PC aus?

Ein PC mit der theoretischen Rechenleistung des Steam Deck spielt wenig überraschend in der absoluten Einsteigerklasse: Eine einigermaßen vergleichbare CPU respektive APU ist der Ryzen 5 3400G mit ebenfalls vier Kernen und acht Threads. Die maximale Taktrate des 3400G liegt mit 4,2 GHz aber ein ganzes Stück höher als bei der modifizierten Zen-2-CPU des Steam Deck (maximal 3,5 GHz).

Bei den Grafikkarten ist die Nvidia Geforce GTX 1050 anhand der theoretischen Performance ein guter Maßstab. Die bietet rund 1,86 TFLOPS und ist für das Spielen in 1080p (oftmals bei niedrigen und mittleren Detaileinstellungen) geeignet.

So sähe ein zum Steam Deck vergleichbarer PC aus:

  • Prozessor: Ryzen 5 3400G
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce GTX 1050
  • Arbeitsspeicher: 16,0 GByte DDR4

So schätzen wir die Performance des Steam Deck ein?

Im Rahmen eines Hands-On-Test des Steam Deck durch IGN haben wir unter anderem Spiele wie Control und Death Stranding gesehen. Es scheint daher, als könne der Handheld auch mit anspruchsvollen Titeln umgehen:

Link zum YouTube-Inhalt

Mit Blick auf die Auflösung von 720p und die zugrundeliegenden Daten, inklusive der theoretischen Rechenleistung, gehen wir daher davon aus, dass flüssiges Spielen mit hohen Bildraten in vielen, weniger fordernden Titeln durchaus möglich ist. Ein Beispiel hierfür ist Portal 2, das mit 60 FPS laufen soll.

Besonders anspruchsvolle Spiele könnten auch mit 30 FPS dargestellt werden. Solange die Bildrate konstant gehalten wird, würde auch das einen flüssigen Spieleindruck gewährleisten.

Eine endgültige Aussage zur Performance lässt sich ohnehin erst durch unabhängige Tests treffen. Hier sind wir vor allem auch darauf gespannt, ob wirklich alle Spiele problemlos funktionieren, oder ob Valve hier nacharbeiten muss.

Denn das Steam Deck basiert auf Linux, genauer gesagt auf Valves selbst entwickelter Distribution SteamOS, das wiederum auf Arch beruht.

Viele Spiele der Steam-Bibliothek sind in der Regel auf Microsofts DirectX und damit Windows ausgelegt. Das wiederum bedeutet, dass Valve auf eine Kompatibilitätsschicht in Form von Wine respektive Proton zurückgreifen muss, was durchaus zu Problemen führen kann.

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Was meint ihr? Wird das Steam Deck wirklich alle Spiele aus eurer Bibliothek stemmen können? Könnt ihr euch vorstellen, damit unterwegs zu zocken? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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