Take-Two CEO über den Epic Store - »Wir sollten uns nach den Kunden richten«

Der CEO von Take-Two schaltet sich in die Debatte um den Epic Games Store ein. Ihm zufolge profitieren die Kunden von Konkurrenz, Entwickler sollten sie aber nicht zur Nutzung eines bestimmten Händlers zwingen.

von Mathias Dietrich,
07.02.2019 14:05 Uhr

Den Aussagen des CEOs von Take-Two nach zu urteilen, werden Spiele wie The Outer Worlds wohl nicht Epic-exklusiv.Den Aussagen des CEOs von Take-Two nach zu urteilen, werden Spiele wie The Outer Worlds wohl nicht Epic-exklusiv.

Seit seiner Ankündigung im Dezember 2018 schlägt der Epic Store große Wellen in der Videospiellandschaft. Von vielen Spielern wird er vor allem für seine vertraglich gesicherten Exklusivtitel kritisiert: Die zwingen den Kunden zur Nutzung des Epic-Clients, statt ihnen die freie Wahl zu geben.

Im Interview mit GamesIndustry.biz erläuterte Strauss Zelnick, der CEO von Publisher Take-Two (Borderlands 2, GTA 5), seine Meinung zur neuen Distributionsplattform. Auf die Frage, ob Take-Two eine eigene Onlineplattform entwickeln werde, erwiederte er, dass man »immer da sein sollte, wo auch die Kunden sind«. Die Käufer zur Nutzung eines bestimmten Storeszu zwingen hält er für wenig sinnvoll.

Exklusivtitel lohnen sich selten

Zelnick erklärt, dass es sehr schwer ist, Kunden nur durch eine eigene Online-Plattform anzuziehen. Das veranschaulicht er mit dem Beispiel eines Verlegers und eines Buchhändlers.

Wer Bücher eines bestimmten Verlages liest, kann diese zwar direkt bei dem Verlag kaufen, wird höchstwahrscheinlich aber Amazon oder andere Online-Händler nutzen. So könne man mit einem starken Titel zwar versuchen Exklusivität zu erzwingen, das stellt aber eher die Ausnahme als die Regel dar. Normalerweise macht es mehr Sinn, das eigene Produkt bei so vielen Händlern wie möglich anzubieten.

Metro: Exodus erscheint exklusiv im Epic Store. Dem CEO von Take-Two zufolge macht das keinen SInn.Metro: Exodus erscheint exklusiv im Epic Store. Dem CEO von Take-Two zufolge macht das keinen SInn.

Zusammenfassend erläutert er: Wenn es um die Unterhaltungsindustrie geht, lohnt es sich, da zu sein, wo auch die Kunden sind. Für die Kunden bestimmen zu wollen, wo sie kaufen sollen, ist weniger sinnvoll. Wenn es einer Firma jedoch nur um Gewinnspannen im Einzelhandel geht, dann sollte man sehr davon überzeugt sein, auch wirklich ein guter Einzelhändler zu sein. Etwas, das Take-Two in seinen Augen nicht ist.

Über den Epic Store: »Konkurrenz ist gut«

Speziell zum neuen Store von Epic Games meint Zelnick, dass ein weiterer Händler für Take-Two kein Problem darstellt. Wenn die neue Plattform Vorteile für die Kunden bietet und diese den Store entsprechend nutzen, dann wird auch Take-Two das tun.

Ein weiterer Laden ist für den Publisher etwas Gutes. Denn für ihn bedeutet es, dass man seine Produkte einem größeren Publikum präsentieren kann. Aus den selben Gründen begrüßt Take-Two auch neue Konsolen und Plattformen. Hier sieht man zudem stets eine Chance, mit neuer Technologie zu arbeiten.

Zelnicks Aussagen zufolge werden weitere Titel von Take-Two offenbar nicht exklusiv auf Epics Plattform erscheinen, sondern nur zusätzlich. Zu den zukünftigen Spielen des Publishers gehören unter anderem Civilization 6: Gathering Storm, Ancestors: The Humankind Odyssey und The Outer Worlds.

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