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Teardown im Early-Access-Test: Ist das Physik-Wunder auch ein gutes Spiel?

Teardown räumt auf Steam Traumwertungen ab. Wir haben für euch getestet, was die Zerstörungs-Simulation spielerisch auf dem Kasten hat.

von Christian Just,
11.11.2020 19:18 Uhr

Teardown zeigt im Early-Access-Test seine ganze Physik-Power. Ob das aber auch als Spiel funktioniert, das ist die entscheidende Frage. Teardown zeigt im Early-Access-Test seine ganze Physik-Power. Ob das aber auch als Spiel funktioniert, das ist die entscheidende Frage.

Eigentlich soll ich drei Computer klauen, die Zeit von 60 Sekunden unterbieten und dafür einen effizienten Pfad durch den Level schaffen. Aber wenn ich schonmal hier bin, kann ich doch auch mit diesem Kipplader geradewegs durch ein zweistöckiges Backsteingebäude rumpeln. Und mich einfach nicht daran sattsehen, wie erst der Putz abplatzt, dann die Backsteine zerbröseln und schließlich aus der Hütte ein übersichtlicher Haufen Voxel-Trümmer wird.

Nein, das bringt mich dem eigentlichen Spielziel in Teardown jetzt nicht näher, aber trotzdem blicke ich zufrieden lächelnd auf das Chaos. Wie würde dieser Schutthaufen eigentlich aussehen, wenn ich meinen Kran darauf parke? Nun, es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

Das Spiel des schwedischen Spielephysik-Pioniers Dennis Gustafsson vom Studio Tuxedolabs ist ein wegweisender Augenöffner in Sachen Technik, aber das macht es noch nicht zwangsläufig auch zu einem guten Spiel. Im Early-Access-Test schauen wir hinter die Fassade der Technik und analysieren für euch, für wen sich die 20 Euro Kaufpreis schon jetzt lohnen. Und wie schaut man hinter eine Fassade? Mit der Abrissbirne natürlich!

Teardown - Screenshots ansehen

Was ist das für ein Spiel?

Teardown begann im Jahr 2018 zunächst als technisches Experiment, wurde dann zum Puzzlespiel und befindet sich seit dem 29. Oktober 2020 im Early-Access-Programm von Steam. Mit über 95% positiven User Reviews zählt Teardown derzeit zu den bestbewerteten Spielen, allerdings loben die Spieler fast ausschließlich die Technik. Kein Wunder, denn Teardown setzt mit seiner Voxel-Engine nicht nur bisher nie gesehene Physik- und Zerstörungseffekte in Szene, sondern ermöglicht sogar Raytracing, ohne eine RTX-Grafikkarte vorauszusetzen.

Die Story-Kampagne ist zweckmäßig und simpel, aber durchaus amüsant erzählt: Euer Abrissunternehmen steht tief in den Miesen, weshalb ihr sehr dubiose Aufträge annehmen müsst. Dazu zertrümmert ihr euch durch bislang vier Abriss-Sandbox-Level sowie eure Heimatbasis, die sich in 20 Missionen auffächern. Die Auftragstypen reichen von einfachem Diebstahl auf einem Industriegelände über mutwillige Zerstörung an einem hübschen Urlaubshafen bis hin zu einem Tresoreinbruch - und setzen dabei oft ein Zeitlimit von einer Minute, etwa weil dann beim besagten Tresoreinbruch der Alarm losgeht.

Was nicht passt, wird ... kaputtgemacht! Wir nutzen mal eben ein Boot, um eine Ferienhütte abzureißen, damit unser Auftraggeber eine Genehmigung für seine Riesenyacht bekommt. Was nicht passt, wird ... kaputtgemacht! Wir nutzen mal eben ein Boot, um eine Ferienhütte abzureißen, damit unser Auftraggeber eine Genehmigung für seine Riesenyacht bekommt.

Um schnell genug zu sein, müsst ihr in Teardown einen möglichst direkten Weg durch die Level zerdeppern - je nach Spielfortschritt mit Vorschlaghammer, Schweißbrenner, Schrotflinte oder Raketenwerfer, um nur einige Werkzeuge zu nennen. Der Countdown beginnt dabei erst, wenn ihr gezielt den ersten Alarm auslöst. Ihr könnt also in Ruhe planen. Das macht (anfangs) viel Spaß, denn es unterhält nicht nur die Augen, sondern fordert auch den Verstand.

Wer in Teardown Erfolg haben will, muss auch die Umgebung in seine Abrissplanung einbeziehen. Stellt euch doch für weite Wege einfach ein Auto und ein Boot in Position. Oder ballert einen pfeilschnellen Sportwagen über eine Rampe direkt in den ersten Stock einer Megavilla.

Auch Fahrzeugphysik ist überzeugend umgesetzt. Hier driften wir mit einem Rennwagen auf der Privatstrecke eines windigen Milliardärs um die Kurven. Auch Fahrzeugphysik ist überzeugend umgesetzt. Hier driften wir mit einem Rennwagen auf der Privatstrecke eines windigen Milliardärs um die Kurven.

Das Level Design meißelt wenig in Stein, sondern fordert Kreativität und Grips vom Spieler. Erlaubt ist, was funktioniert. Oder Spaß macht. Passend dazu gibt es jedes Level auch als Sandbox ohne Ziele und Zeitlimits.

Teardown feiert außerdem seine Offenheit für Mods. Bereits kurz nach Early-Access-Start ging die Fan-Website Teardownmods.com live, die euch schon jetzt zahlreiche Veränderungen anbietet. Ein dicker Panzer oder ein fahrbarer Trabi, verrückte Waffen wie ein Mini-Atombombenwerfer oder auch ein russisches Plattenviertel als Level - die Auswahl wächst gefühlt täglich.

Eine Mini-Atombombe per Mod? Kein Problem, solange ihr eine Framerate von unter einem FPS nicht als störend empfindet. Eine Mini-Atombombe per Mod? Kein Problem, solange ihr eine Framerate von unter einem FPS nicht als störend empfindet.

Wo liegt der Reiz?

Teardown ist ungewöhnlich, feiert Physik wie einen Superstar und erfrischt mit einer Spielwelt, die wirklich auf beinahe alle Aktionen eine realistische Reaktion in petto hat. Da liegt auch die große Faszination. Objekte, Trümmer, Fahrzeuge, Licht, Feuer und Rauch - alles wird überzeugend simuliert.

Kann ich mir nicht einfach die Leiter schnappen und sie aufstellen, um das Teleskop auf dem Dach einzusammeln, für dessen Gegenwert ich das Magazin meiner Schrotflinte aufleveln kann? Ja, das geht! Hebe ich die Leiter doch mal auf und werfe sie… ganz vorsichtig! Ups, jetzt fliegt das Teil zehn Meter in die Luft und landet unerreichbar auf dem Dach. Tja, vielleicht gehe nicht ich aufs Dach, sondern hole das Dach einfach mit dem Schaufelbagger zu mir herunter!

Ihr merkt schon, einhundertprozentig realistisch ist Teardown nicht, aber dann wär's wohl auch kein Spiel. Als Techdemo kann Teardown entsprechend interessierten Spielern stundenlangen Spaß bescheren. Ich behaupte sogar: Wer sich für Physik begeistert, muss Teardown erlebt haben! Wer aber »nur« auf der Suche nach einem guten Spiel ist, könnte deutlich weniger glücklich werden.

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