The Ascent im Technik-Check der Hardware-Redaktion
Alexander Köpf: Die Technik von The Ascent ist ein zweischneidiges Schwert. Im Einzelspieler der Test-Version läuft grundsätzlich vieles rund. Flüssiges Spielen bei höchstmöglichem Detailgrad unter WQHD-Auflösung ist selbst mit einer Nvidia Geforce RTX 2060 möglich. Hier erreichen wir beim kurzen Anspielen der Review-Version in der gewählten Testsequenz rund 64 Bilder pro Sekunde.
Für 4K-Auflösung samt maximaler Details reicht eine Geforce RTX 3060 Ti. Dann allerdings mit rund 52 FPS, aber ohne Nvidias Geheimwaffe DLSS. Mit aktiviertem KI-Renderer können wir mit der RTX 3060 Ti sogar Raytracing hinzuschalten und erreichen im neuen DLSS-Modus Ultra-Qualität immer noch rund 50 FPS.
Die Raytracing-Implementierung sieht dabei überwältigend gut aus, birgt allerdings auch Probleme. Selbst bei hohen Bildraten fühlt sich The Ascent damit hakelig an. Abhilfe schaffen da nur die Bildsynchronisationstechniken G-Sync und Vsync - und vielleicht ein Day-One- oder künftiger Patch.
Auf einer AMD Radeon RX 6800 XT erzielen wir in 4K samt maximaler Detailstufe und Raytracing auf Anschlag rund 16 Bilder pro Sekunde. Besitzer von AMD-Grafikkarten dürften also vorerst nur schwer in den Genuss der Echtzeitstrahlenberechnung kommen. Und DLSS steht den Radeons bekanntlich nicht zur Verfügung.
Apropos DLSS: Die DLSS-Implementierung ist leider nicht ganz sauber. Auf einer RTX 3090 erzielen wir über alle Modi (»Ultra-Qualität, Qualität, Ausgewogen, Leistung und Ultra-Leistung«) hinweg ähnliche FPS-Werte. Zu erwarten wäre, dass die Performance unter »Ultra-Leistung« in Relation zu »Ultra-Qualität« massiv steigt. Mit der RTX 2060 und der RTX 3060 Ti messen wir immerhin konsistentere Werte. Dort liefern die Modi »Leistung« und »Ultra-Leistung« erwartungsgemäß ab. »Ultra-Qualität« bringt jedoch bessere Performance als »Qualität« und ebenso viel wie »Ausgewogen«. Da ist also noch etwas der Wurm drin.
Der Koop-Modus: Ein Trauerspiel
Bei der Multiplayer-Technik muss Neon Giant selbst nach dem neuesten September-Patch noch vieles geradebiegen. The Ascent bietet bis zu vier Spielern die Möglichkeit, im Couch- oder Online-Koop gemeinsam in die Cyberpunk-Welt einzutauchen. Klingt in der Theorie nach viel Spaß, sieht in der Praxis aber anders aus. In unserer Testversion war der Koop-Modus nahezu unbrauchbar.
Alle technischen Probleme, die uns bereits beim Einzelspieler-Modus aufgefallen waren, vermehrten sich exponentiell im Koop: Unsere Mitspieler hatten mit Abstürzen im Hauptmenü zu kämpfen, Gegner reagierten nicht auf uns, in einigen Bereichen spawnten gar keine Gegner oder wir fielen einfach durch die Map.
Besonders die Game Pass-Version wurde für ihren technischen Zustand kritisiert, fehlte hier lange Zeit nicht nur der Day-One-Patch, sondern auch die Implementierung von Raytracing und DLSS.
Mittlerweile sind viele der technischen Probleme behoben und beide Versionen von The Ascent - Steam und Game Pass - auf demselben Stand. Die Verbesserungen sind auch deutlich zu spüren: Im Singleplayer ruckelt es nicht mehr, wir treffen auf keine Gamebreaking-Bugs und die Performance fühlt sich generell besser an.
Zu beachten ist aber, dass die Game Pass-Version mit den Updates immer etwa sieben Tage hinterherhinkt - darauf haben die Entwickler allerdings keinen Einfluss.
Der Koop-Modus läuft aber trotz der Patches immer noch nicht rund. Bei unserem Nachtest haben wir auch nach dem September-Patch noch mit regelmäßigen Abstürzen zu kämpfen, bei denen beide Spieler aus der Lobby fliegen. Auch Ruckler bei Levelübergängen treten immer mal wieder auf. Das kratzt auf Dauer am Spielspaß und verhindert das Vorankommen im Spiel. Den Multiplayer von The Ascent können wir deshalb immer noch nicht uneingeschränkt empfehlen.
Wie die Roadmap der Entwickler Neon Giant aussieht und wie es mit The Ascent weitergeht, lest ihr übrigens in folgendem Artikel:
Abseits der technischen Schwierigkeiten fielen uns Probleme im Spieldesign des Koop-Modus auf. Treten niedrigstufige Charaktere einem weit fortgeschrittenen Spiel bei, werden sie erstmal einige Stufen hochgelevelt. Allerdings steht das in keiner Proportion zu der Skalierung der Gegner. Die neuen Mitspieler haben keine Chance gegen die übermächtigen Feinde und ein Spieler allein kommt ebenfalls nicht mehr gegen sie an.
Erschwert wird das Ganze dadurch, dass zu Boden gegangene Charaktere innerhalb von 30 Sekunden wiederbelebt werden müssen. Läuft der Timer ab, scheitert die ganze Gruppe. Das führt schnell zu Frust. Im Kampf bleibt einfach nicht genug Zeit, um sich noch um verwundete Kameraden zu kümmern. Das ist, als würde man uns bitten, ein Online-Spiel mitten im PvP-Kampf zu pausieren. Aufgesammelte Items gehen übrigens an alle Gruppenmitglieder, vorausgesetzt, sie sind am Leben. Wer am Boden kriecht, geht leer aus.
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