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Seite 2: Transport Fever im Test - Das neue Transport Tycoon?

Transport Fever - Release-Trailer: Ingame-Szenen mit Bahn, Flugzeug und LKWs 1:46 Transport Fever - Release-Trailer: Ingame-Szenen mit Bahn, Flugzeug und LKWs

Zwei ist besser als null ...

... dachte sich Urban Games baute als große Neuerung gegenüber dem Vorgänger in Transport Fever gleich zwei Kampagnen ein. In der europäischen Kampagne graben wir beispielsweise den Gotthardtunnel in der Schweiz, während wir auf dem amerikanischen Kontinent Nikola Tesla bei der Einführung der Elektrizität helfen oder Alkohol schmuggeln. Die ausnehmend gut gelungenen Rahmenhandlungen lockern das eigentlich immer gleiche Transportprinzip gekonnt auf.

Zwischen den Hauptmissionen gibt es immer wieder coole Nebenaufgaben: Während wir etwa dabei helfen, den Panamakanal auszubuddeln, können wir Sümpfe trockenlegen, damit Mückenschwärme unsere Arbeiter nicht quälen – was ansonsten in höheren Kosten resultiert. Oder wir sollen für einen Tierschützer den Bestand an seltenen Goldfröschen schützen, indem wir bestimmte Gebiete meiden beziehungsweise aufforsten.

Die Kampagnen sind eine tolle Neuerung im Spiel. Jeweils sieben gut gelungene Missionen stehen für Europa und Amerika zur Verfügung. Die Kampagnen sind eine tolle Neuerung im Spiel. Jeweils sieben gut gelungene Missionen stehen für Europa und Amerika zur Verfügung.

Ein weiteres neues Element sind die Entscheidungen, die wir im Rahmen der Kampagnen treffen dürfen. Nehmen wir den Indianern, die der Eisenbahn im Weg stehen, nach bewährter amerikanischer Tradition die Skalpe und brechen ihren Widerstand? Oder bestechen wir sie - nach einer anderen amerikanischen Tradition - mit Feuerwasser? Beides hat Konsequenzen, die wir bedenken müssen.

Zusätzlich hilft die Kampagne auch, im Tutorial gelernte Grundlagen des Spiels zu festigen, denn die Aufgaben werden innerhalb der jeweils sieben Missionen (die Spielzeit pro Kampagne beträgt sieben bis zehn Stunden) nur langsam komplexer. Die Solomissionen sind eine echte Bereicherung für das Spiel und werden Transport Fever auch jenen Planern zugänglich machen, die mit einer freien Sandbox nicht so viel anfangen können. Allerdings sind neben den vielen guten Neuerungen auch ein paar Mängel im Spiel, die auch schon den Vorgänger plagten.

Bedienungsärger

Warum, zum Henker können wir das Abrisstool nicht mit Rechtsklick abwählen? Wieso geht das Bau-Menü zu, wenn wir ein Lkw-Terminal gesetzt haben? Vielleicht will man ja noch ein zweites bauen? Und wieso schieben sich die Menüfenster ständig aus dem Bild, sodass wir sie umständlich zurechtrücken müssen?

Die Menüs sind weiterhin unübersichtlich und Fenster ragen gern aus dem Bildschirm heraus. Die Menüs sind weiterhin unübersichtlich und Fenster ragen gern aus dem Bildschirm heraus.

Auch die fummeligen und unübersichtlichen Menüs sind immer noch gewöhnungsbedürftig. Es dauert eine Weile, bis wir die Frachtzuweisung für Fahrzeuge gefunden haben (gibt's nur beim Kauf!), und das Ersetzen von Fahrzeugen geht nur dann automatisch, wenn wir es für die komplette Linie einstellen. Den damit zusammenhängenden Klick-Terror müssen wir dann noch für alle Linien einzeln machen – wenn wir mal über dreißig Frachtlinien haben, ist das Freischalten eines neuen Lkws längst kein reiner Grund zu Freude mehr.

Rüsten wir einen Bahnhof oder Hafen auf, dann verschwinden die dort gelagerte Fracht bzw. die Passagiere. Während das eigentliche Upgrade sehr einfach über ein Kontextmenü geht, bekommen wir zudem bei der Verlängerung der Bahnsteige ständig die Meldung »Kollision bei der Terrainangleichung« präsentiert. Diese persönliche Hassmeldung lesen wir neben »Steigung ist zu groß« gefühlt bei jedem zweiten Bauvorhaben, was einen Neubau oder irgendwelche Ersatzkonstruktionen erforderlich macht. Dazu kommt, dass beim Abriss einer Struktur die Veränderung am Terrain bleibt.

Das ist zwar vielleicht realistisch, aber nicht schön. Immerhin dürfen wir mit einem Terraform-Tool kostenpflichtig die Löcher im Dreck wieder zuschütten. Daneben können wir die Gegend nun mit Bäumen, Steinen, Laternenmasten und Schallschutzwänden aufhübschen. Bei Letzteren ist die Bedienung allerdings derzeit ganz übel, da die Wandteile nicht einrasten.

Kollision bei der Terrainangleichung. Wir hassen diese Fehlermeldung leidenschaftlich. Kollision bei der Terrainangleichung. Wir hassen diese Fehlermeldung leidenschaftlich.

Der wichtige Bau von Gleisen und Straßen geht immerhin gut von der Hand. Versuchen wir aber Brücken über Wasser oder Abgründe zu bauen, werden uns oft die bereits genannten Fehlermeldungen präsentiert. Zuglinien mit Signalen zu managen funktioniert wirklich gut, wenn wir unser Schienensystem perfekt einstellen. Sobald wir aber zwei Züge automatisch auf zwei eigenen Gleisen fahren lassen und über Weichen den Gleiswechsel erlauben, fängt der Ärger an: Aus irgendeinem Grund wollen Züge in Bahnhöfen immer das erste Gleis benutzen - egal ob es ein zweites oder drittes gibt. Auch das allgemeine Fahrzeugverhalten ist verbesserungswürdig. Gerade an Kreuzungen blockieren sich Karren gern gegenseitig, denn es gibt keine Ampelschaltung.

Bessere Performance

Grafisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan. Bei den Häusern beobachten wir mehr Details, wirklich gut gelungen sind die rund 165 Fahrzeuge. Viele sind bereits aus Train Fever bekannt, Schiffe und Flugzeuge sind aber neu dazugekommen und sehen wie gewohnt sehr gut aus.

Das Spiel läuft äußerst stabil und ist uns in rund 50 Stunden Testzeit nur zwei Mal abgestürzt. Die Performance, vor allem auf großen Karten, wurde verbessert, ist aber noch nicht perfekt: Insbesondere wenn viele Fahrzeuge unterwegs sind, läuft Transport Fever auf der schnellsten Spielgeschwindigkeit selbst auf potenten Rechnern nicht richtig flüssig. Aber es ist auch dann noch gut spielbar, und das ist eine wichtige Verbesserung. Spielern mit schwachen Rechnern empfehlen wir trotzdem, sich mit kleinen oder mittleren Kartengrößen zu begnügen.

Die Stadtbahn Hall ist eine der ersten Trams, die mit elektrischem Strom betrieben werden. Die Stadtbahn Hall ist eine der ersten Trams, die mit elektrischem Strom betrieben werden.

Transport Fever hat sich als Transportsimulation im Vergleich zum Vorgänger viel weiter in die Breite (Fahrzeuge) und in die Tiefe (Warenketten, Bedürfnisse und teilweise verbessertes Management) entwickelt. Damit hat das Spiel einen deutlichen Schritt nach vorn getan. Wenn die Jungs von Urban Games am Ball bleiben, die Bedienung verbessern, weiter am Umfang der Transportketten schrauben und vielleicht auch mal Konkurrenzunternehmen einführen, dann ist das Spiel auf dem besten Weg, der Nachfolger des guten alten Transport Tycoon zu werden, den sich Fans schon lange wünschen.

Transport Fever - Skurriles Musikvideo verrät das Release-Datum 2:01 Transport Fever - Skurriles Musikvideo verrät das Release-Datum

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