Das Jahr 2025 war bei Ubisoft geprägt von großen Umbrüchen. Nach der zweimaligen Verschiebung von Assassin's Creed Shadows und einem verlustreichen Geschäftsjahr 2024/2025 kündigte der französische Publisher ein umfangreiches Sparprogramm an und beschloss in diesem Zug euch eine interne Umstrukturierung.
Die drei großen Flagship-Franchises Assassin's Creed, Far Cry und Rainbow Six Siege wurden in eine neue Tochtergesellschaft namens Vantage Studios ausgegliedert, in die der chinesische Publishing-Riese Tencent rund 1,6 Milliarden Dollar investiert.
In diesem Zuge kam es auch zu personellen Veränderungen beim Publisher. Mehrere Studios wurden geschlossen, einige langjährige Entwickler-Veteranen nahmen den Hut. Darunter auch Marc-Alexis Côté, zuletzt federführender Produzent des Assassin's-Creed-Franchises.
Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass der Entwickler nach fast 20 Jahren Ubisoft verlässt - auf eigenen Wunsch, wie es zunächst von Ubisoft hieß. Doch ganz so freiwillig war Côtés Weggang bei Ubisoft wohl nicht; denn nun verklagt der Kanadier seinen ehemaligen Arbeitgeber auf über eine Million kanadische Dollar.
13:09
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Angebliche Degradierung
Wie Radio-Canada erfahren haben will, soll Côté kürzlich beim Obersten Gerichtshof von Quebec Klage gegen den Publisher eingereicht haben. Darin schildert der Entwickler, er habe Ubisoft nicht freiwillig verlassen, sondern sei von der Führungsriege in einer Art konstruktiven Entlassung
aus dem Unternehmen gedrängt worden.
Im Zuge der Umstrukturierung habe man ihn nämlich effektiv von seiner Leitungsposition bei Assassin's Creed degradieren wollen. So sei Côté im Sommer 2025 offenbart worden, dass er nicht länger für das Franchise verantwortlich sein würde, dessen strategische Neuausrichtung er seit dem Jahr 2022 leitete.
Denn mit der Gründung der neuen Vantage Studios wurde auch die kreative Führung des Assassin's-Creed-Franchises in diese Geschäftseinheit übertragen, die von Charlie Guillemot und Christophe Derennes geleitet wird. Davor war Marc-Alexis Côté dem Ubisoft-Boss Yves Guillemot direkt unterstellt.
Habe diese Entscheidung nicht getroffen
Konkret geht es bei den Vorwürfen um die Schaffung eines neuen Head of Franchise
-Postens bei Vantage, der die drei Marken Assassin's Creed, Far Cry und Rainbow Six Siege zusammen verwalten sollte. Diese Stelle sei allerdings in Frankreich angesiedelt gewesen, was für Côté bedeutet hätte, aus Kanada wegzuziehen.
Stattdessen sei ihm ein Posten als Head of Production
angeboten worden, der dem Head of Franchise
unterstellt sein sollte. Auch die Leitung eines der erst noch zu schaffenden Creative Houses bei Ubisoft habe im Raum gestanden - beides effektiv eine Degradierung nach unten auf weniger bedeutende Stellen.
Als er diese Angebote nicht angenommen und aufgrund des faktischen Wegfalls seiner Position stattdessen um eine Abfindung gebeten habe, habe die Firma dies als Kündigung gewertet und am nächsten Tag öffentlich seinen freiwilligen
Weggang bekannt gegeben. Auf seinem LinkedIn-Profil erklärte Marc-Alexis Côté damals: Ich habe diese Entscheidung nicht getroffen.
Vor Gericht fordert er nun von Ubisoft nicht nur Schadenersatz und seine Abfindung, sondern auch die Aufhebung einer Wettbewerbsklausel, die seine Möglichkeiten, andere Positionen in der Videospielbranche anzunehmen, einschränkt. Insgesamt berufen sich Côtés Forderungen auf 1,3 Millionen kanadische Dollar, was etwas mehr als 800.000 Euro entspricht (via Kotaku).
Die Zukunft von Assassin's Creed?
Insgesamt war Côté bei Ubisoft dafür verantwortlich, den Entwicklungszyklus der einzelnen Assassin's-Creed-Titel zu verlängern und die Marke zweigleisig aufzustellen.
Mit der zusätzlichen Entwicklungszeit solle die Arbeit an den AC-Spielen aus menschlicher und technologischer Sicht nachhaltiger gestaltet werden, damit wir wirklich aufeinander aufbauen und die Spiele dann über einen längeren Zeitraum unterstützen können
, so Côté 2022.
Die zukünftigen Spiele der Reihe sollen abwechselnd zwei verschiedene Spielertypen ansprechen: Während AC Shadows zuletzt die Fortsetzung der Open-World-RPG-Schiene darstellte, soll der nächste Teil, Assassin's Creed Hexe, einen kompakteren und deutlich lineareren Ansatz verfolgen.
Wann das Spiel jedoch erscheinen soll, ist bislang unbekannt. Als Nächstes steht uns wohl allerdings das mittlerweile so gut wie bestätigte Remake des Piraten-Abenteuers Black Flag ins Haus.
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