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Inhaltsverzeichnis

Seite 10: Von Evil Dead bis Psycho - Die 75 besten Horrorfilme aller Zeiten

Platz 30: Das Ding aus einer anderen Welt

(John Carpenter, USA 1982)

Genau wie Christian Nyby (unter starker Mithilfe von Regielegende Howard Hawks) bei seiner berühmten 1951er Version verfilmte auch Horror-Spezialist John Carpenter mehr als 30 Jahre später John W. Campbell Juniors Kurzgeschichte Who Goes There? - und er fand einen ganz eigenen Ansatz: Bei ihm tritt das Forscherteam unter dem Kommando des kernigen Helikopterpiloten MacReady (Kurt Russell) am Südpol mit Flammenwerfern gegen etwas Außerirdisches an... Das Ding ist Science-Fiction-Horror in eisig-grimmiger Atmosphäre und schon das isolierte Setting am Ende der Welt provoziert Hochspannung, aber Carpenter holt in einigen inzwischen klassischen Sequenzen noch ein paar Extraprozent heraus.

Platz 29: Nightmare - Mörderische Träume

(Wes Craven, USA 1984)

Als sich Robert Englund als verbrannter Killer Freddy Kruger 1984 zum ersten Mal den Klingenhandschuh überzog und in ihren Träumen Jagd auf die Kinder der Eltern machte, die ihn Jahre zuvor für seine Vergehen in einem Femegericht ermordet haben, konnte keiner wissen, dass er zu einer der kultigen Figuren des Achtzigerjahre-Kinos werden sollte. Vielleicht hätte es auch nicht sein sollen. Immer trashiger und alberner gerieten die sechs Fortsetzungen, sodass man fast vergessen könnte, was für ein stilsicheres und bedrohliches Original Wes Craven hier einst geschaffen hat. Für sich genommen ist "A Nightmare on Elm Street" ein intelligentes, bissiges und in Form und Inhalt kompaktes Glanzlicht des Horrorkinos, das mit einigen legendären Härten, wohldosiertem schwarzen Humor und glänzend gesetzten Schocks noch heute fasziniert. Egal wie groß die Reihe später wurde, sollte man nicht vergessen, dass der Erstling ein verhältnismäßig kleiner, doch als solcher makelloser Horrorschocker ist.

Platz 28: The Texas Chainsaw Massacre

(Tobe Hooper, USA 1974)

Dieser Horror-Klassiker von Tobe Hooper ist der Beweis dafür, dass man weder viel Geld, noch Unmengen an Gore braucht, um einen Film zu erschaffen, der seine Zuschauer nachhaltig verstört. Der Urvater aller Backwood-Slasher zeigt, was passiert, wenn in der texanischen Provinz eine Gruppe junger Hippies auf eine degenerierte Familie von Kannibalen trifft. Der mit einem Budget von nur 80.000 Dollar gedrehte Film besticht durch seine abgrundtief böse Atmosphäre, in die noch eine gehörige Portion an Absurdität und Wahnsinn gemischt ist. Alle diese Elemente finden in der berüchtigten Figur des brachialen Schlächters und Kettensägen-Killers Leatherface zusammen, mit der Hooper eine moderne Horror-Ikone schuf. Der sich in der dauerhaften Sammlung des MoMA in New York bietet eine einzigartige Mischung aus nicht nachlassender Spannung und sich stetig steigernder Perversität. Dabei ist "The Texas Chainsaw Massacre" bei genauer Betrachtung erstaunlich frei von expliziten Ekelszenen und beweist somit allen sich mit Wollust in Innereien suhlenden Torture Porns, dass das wahre Grauen im Kopf des Zuschauers entsteht.

Platz 27: Zwei Schwestern

(Kim Jee-woon, Südkorea 2003)

Bevor Kim Jee-Woon sich zu einem der besten Action-Regisseure Südkoreas (und somit der Welt) gemausert hat, der mit dem Gangster-Reißer "Bittersweet Life", dem Irrsinnswestern "The Good, The Bad, The Weird" und dem Rache-Schocker I Saw The Devil die Wände so derb hat wackelt lassen, dass ihn Arnold Schwarzenegger für sein Comeback in The Last Stand ausgesucht hat, empfahl sich Kim als konzentrierter Filmemacher, der auch bei einem leisen Horrorfilm der richtige Mann ist. So ist A Tale of Two Sisters (so der internationale Titel) dann kein Film der Raserei, der harten, in schneller Folge aufeinandergetürmten Schocks oder des Splatters und Gores, sondern ein dichtes und von einer seidenen Märchenatmosphäre geprägtes Meisterwerk des asiatischen Horrors. Kims Geschichte der titelgebenden Schwestern, die einen Sommer im Haus ihres Vaters und der Stiefmutter verbringen und dort von Dämonen der Vergangenheit und der Gegenwart verfolgt und umzingelt werden, ist ein betont langsamer, faszinierend-barock ausgefallener Reigen durch edle Interieurs und Kostüme, die den Film zu einer schaurigen, doch auch visuell berauschenden Erfahrung machen.

Platz 26: Schloss des Schreckens

(Jack Clayton, Großbritannien 1961)

Für Meisterregisseur Martin Scorsese gehört Jack Claytons übernatürliche Schauergeschichte Schloss des Schreckens zu den elf besten Horrorfilmen aller Zeiten. Und auch wenn wir den atmosphärischen Gruselfilm nicht ganz so hoch platzieren wie der Taxi Driver-Macher, schließen wir uns seiner Meinung an, dass es sich bei der britischen Henry-James-Verfilmung von 1961 um ein Meisterwerk handelt. Im Mittelpunkt steht die Gouvernante Miss Giddens (herausragend: Deborah Kerr), die sich auf einem abgelegenen Landsitz um die Nichte und den Neffen eines reichen Junggesellen kümmert. Bald häufen sich die merkwürdigen Vorkommnisse und die junge Frau ist immer mehr davon überzeugt, dass mit den Kindern etwas nicht stimmt… Subtil erzeugt Regisseur Clayton eine beunruhigende Stimmung, die durch die psychologisch ausgefeilte Figurenzeichnung (am Drehbuch war immerhin Truman Capote beteiligt) noch verstärkt wird - genauso wie von dem gruseligem Schauplatz: eines der unheimlichsten Spukhäuser der Filmgeschichte.

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