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Inhaltsverzeichnis

Seite 7: Von Evil Dead bis Psycho - Die 75 besten Horrorfilme aller Zeiten

Platz 45: American Werewolf

(John Landis, USA 1981)

1981 drehte John Landis mit American Werewolf wohl einen der besten Werwolf-Filme überhaupt. In diesem werden die zwei amerikanischen Backpacker Jack (Griffin Dunne) und David (David Naughton) im nordenglischen Hochmoor in der Nacht von einer wolfsähnlichen Kreatur angefallen. Während Jack bei diesem Angriff ums Leben kommt, überlebt David schwer verletzt. Doch schon bald bemerkt David einige seltsame Veränderungen an sich... John Landis' American Werewolf ist eine herrlich fiese Horror-Komödie, die besonderes Ansehen durch die hervorragende Arbeit des Maskenbildners Rick Baker erlangen konnte. Dieser verwandelte den amerikanischen Musterknaben David Naughton in einer eindrucksvollen Transformation in ein zähnefletschendes, haariges Ungeheuer. Zwar war American Werewolf nicht der erste Film, der eine vollständige Werwolf-Verwandlung vor laufender Kamera präsentierte (dies schaffte kurz zuvor auch Joe Dante in seinem Horrorfilm Das Tier), nichtsdestotrotz setzte Rick Baker mit seinen Spezialeffekten neue Maßstäbe und wurde dafür 1982 zu Recht mit dem Oscar für das Beste Make-Up ausgezeichnet.

Platz 44: Was geschah wirklich mit Baby Jane?

(Robert Aldrich, USA 1962)

Robert Aldrichs Psychothriller wird durch seine monströs überzeichnete Hauptfigur zum Horrorfilm und besitzt vor allem wegen seines Camp-Appeals heute Kultstatus. Blanche (Joan Crawford) sitzt im Rollstuhl und wohnt mit ihrer verbitterten Schwester Jane (Bette Davis) zusammen, die immer noch ihrem alten Ruhm als Kinderstar nachtrauert. Jane zeigt erste Zeichen einer psychischen Störung und ihr Wahn richtet sich zunehmend gegen Blanche... Eine besonders pikante Note bekommt das Drama mit deutlichen Untertönen einer bösen schwarzen Komödie durch die erbitterte Rivalität zwischen den beiden gealterten Hollywood-Diven Joan Crawford und Bette Davis. Die echte Verachtung ist im Film deutlich zu erkennen - und der Konkurrenzkampf ging sogar nach Drehschluss noch weiter, als Crawford Gerüchten zufolge aktiv Davis' Oscar-Chancen (sie war als Beste Hauptdarstellerin nominiert) sabotierte, obwohl sie selbst mit ihrer Beteiligung am Einspielergebnis des Films von einem Sieg der ungeliebten Kollegin hätte profitieren können.

Platz 43: Augen ohne Gesicht

(Georges Franju, Frankreich 1960)

Eine britische Filmkritikerin schrieb 1962 zum ersten Genrewerk des französischen Dokumentaristen Georges Franju, dass Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff (geläufiger unter dem Originaltitel Augen ohne Gesicht) der krankste Film sei, den sie in ihrer gesamten Laufbahn gesehen habe. Das ist insbesondere für Horrorfilme natürlich fast schon eine Auszeichnung und zeigt, dass der Regisseur mit seiner Geschichte einen empfindlichen Nerv getroffen hat: Der Arzt Dr. Génessier (Pierre Brasseur) hat einen Autounfall verursacht, bei dem das Gesicht seiner Tochter Christiane (Edith Scob) völlig entstellt wurde. Fortan setzt er alles daran, ihr Antlitz wieder herzustellen, indem er junge Frauen entführt und ihre Gesichter chirurgisch transplantiert. Aus heutiger Sicht ist der Film zumindest visuell eher zurückhaltend, seine stilvoll-poetische Optik erinnert an die Werke von Jean Cocteau (Es war einmal) und an den deutschen Stummfilmexpressionismus. Hier wird das Unheimliche zur großen Kunst.

Platz 42: Warte, bis es dunkel ist

(Terence Young, USA 1967)

Dieser atmosphärisch dichte Psycho-Horror-Thriller spielt mit der Wahrnehmung einer blinden Protagonistin, die von Audrey Hepburn (Frühstück bei Tiffany) verkörpert wird. Die berühmte Schauspielerin liefert eine sehr nuancierte Darstellung der vor kurzem durch einen Unfall erblindeten, intelligenten Susy, für die sie eine Oscar-Nominierung erhielt. Eines Tages bringt ihr Mann Sam (Efrem Zimbalist Jr.) von einer Auslandsreise eine Puppe mit, die ihm eine Frau vorübergehend überlassen hat. Sam ahnt nicht, dass in der Puppe Heroin geschmuggelt wurde. Wenig später ist diese Frau tot und er selbst wird von drei Ganoven aus seiner Wohnung gelockt. Das Trio, das von dem psychopathischen Harry Roat (Alan Arkin) angeführt wird, findet in der Wohnung nun nur die blinde Susy vor. Um an die Puppe zu kommen, spielen ihr die drei eine Komödie vor, indem einer von ihnen sich als Polizist und ein anderer als ein Freund ihres Mannes ausgibt. Doch auch wenn Susy nicht sehen kann, bekommt sie über ihr durch ihre Behinderung sensibilisiertes Gehör und mittels ihres scharfen Verstands einiges mehr mit als die drei Ganoven glauben... dieses perfide-schaurige Spiel provoziert geradezu eine Gänsehaut beim Zusehen!

Platz 41: Katzenmenschen

(Jacques Tourneur, USA 1942)

Zwischen 1942 und 1946 produzierte Val Lewton für das Arme-Leute-Hollywoodstudio RKO neun Horrorfilme für ein Budget von jeweils weniger als 150.000 Dollar: ein Zyklus voller gruseliger Glanzstücke, der in die Annalen des Genres eingegangen ist. Katzenmenschen ist der berühmteste Film der Reihe und führte Lewton mit dem französischstämmigen Regisseur Jacques Tourneur zusammen, der nach diesem gelungenen Auftakt auch noch die beiden nicht weniger sehenswerten Nachfolger Ich folgte einem Zombie und The Leopard Man inszenierte. In "Katzenmenschen" geht es um eine von Simone Simon gespielte junge Frau, die davon überzeugt ist, dass sie sich in eine reißende Raubkatze verwandelt, wenn sie ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Gothic-Horror-Romantik in stilvollen Schwarz-Weiß-Bildern, von denen nicht nur Martin Scorsese gerne schwärmt, eine clever angedeutete animalische Triebhaftigkeit, die erst Paul Schrader 40 Jahre später in seinem Remake mit Nastassja Kinski so richtig freigesetzt hat, und eine Prise Hexerei-Hokuspokus machen aus Katzenmenschen einen gleichzeitig altmodischen und zeitlosen Klassiker.

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