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Seite 2: A Way Out im Test - Eine Koop-Story, die spaltet

Das Spec-Ops-Problem

Nicht jeder wird die Entwicklung der Geschichte mögen. Ähnlich wie bei Spec Ops: The Line kann man trefflich diskutieren, ob A Way Out uns an der falschen Stelle die Entscheidungsmöglichkeiten nimmt. Aber umso mutiger ist der Pfad, der uns letztlich vorgegeben wird.

Besonders cool: Die Story von A Way Out funktioniert nur deshalb so gut, weil wir's hier mit einem Spiel zu tun haben. Und dieses Spiel wird durch den Koop-Zwang ganz bewusst bestimmte Dinge in euch lostreten, während ihr gemeinsam Leo und Vincent durchs Abenteuer leitet.

Ihr erlebt mit eurem Partner witzige, aufreibende und haarsträubende Aktionen, die euch genau wie Vincent und Leo auf besondere Art zusammenschweißen. Mal lacht man gemeinsam, mal bangt man, mal rauft man sich zu zweit die Haare. Genau mit dieser Verbindung spielt A Way Out ganz bewusst und äußerst gekonnt.

A Way Out - Video: Worum geht's eigentlich in der Story? 4:49 A Way Out - Video: Worum geht's eigentlich in der Story?

Seine Story durch Gameplay zu transportieren, ist im Gaming-Bereich eine hohe Kunst - und Entwickler Hazelight meistert sie. A Way Out erzählt eine Geschichte über Partnerschaft, indem sie uns tatsächlich wie Partner agieren lässt. Sie baut eine emotionale Verbindung zwischen allen Beteiligten auf, ohne dass man es merkt. Und spielt daraufhin ganz bewusst mit den daraus entstehenden Erwartungen.

Klar, Spiel bleibt Spiel. Man behält zu seinem Spielpartner immer eine etwas andere Beziehung als Vincent zu Leo. Aber A Way Out treibt diese Verbindung zumindest so weit, wie es ein Story-Spiel heutzutage vermag, um eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Ironischerweise sind die eigentlichen spielerischen Tätigkeiten dabei fast schon Mittel zum Zweck.

Die ständige Teilung des Bildschirms rückt die wichtigen Elemente einer Szene stets ins richtige Licht. Die ständige Teilung des Bildschirms rückt die wichtigen Elemente einer Szene stets ins richtige Licht.

Gameplay für nebenbei

Wer gerade angesichts des Koop-Zwangs komplexe spielerische Abläufe oder Herausforderungen erwartet, wird sich wundern. A Way Out ist interaktiver als ein Telltale-Adventure, aber kaum anspruchsvoller. Wenn man eine Hürde nicht per Quicktime-Event bewältigt, dann über simpelste Kombinationsrätsel (Benutze den Schraubenzieher neben dem Gitter, um das Gitter zu lösen). Lustigerweise bot der Quasi-Vorgänger Brothers: A Tale of Two Sons teils ausgereifteres Rätseldesign als A Way Out. Nicht ganz optimal.

Immerhin muss man häufig mit seinem Kollegen zusammenarbeiten. Vincent versteckt sich in einem Wäschewagen, während Leo ihn durch die Kontrolle fährt. An anderer Stelle steht ein Spieler Schmiere, während der andere seine Zellenwand aufbohrt. Oder beide Partner müssen gleichzeitig Knöpfchen drücken, damit Vincent nicht in einen Abgrund fällt. Man ist angehalten, tatsächlich miteinander sprechen, um sich vernünftig zu koordinieren.

A Way Out - Video: Alle Infos zu Koop, Crossplay und Matchmaking 4:16 A Way Out - Video: Alle Infos zu Koop, Crossplay und Matchmaking

Im weiteren Spielverlauf lockern glücklicherweise Action-Passagen das Geschehen spürbar auf. Mal klemmt sich einer hinters Steuer, während der andere mit der Schrotflinte auf Cop-Autos ballert. Oder wir schleichen in einer noch simpleren Variante der ohnehin schon simplen Stealth-Mechanik von Assassin's Creed 4: Black Flag durchs hohe Gras, um lautlos Wachen auszuschalten. Später darf man auch wie in Uncharted herumballern - inklusive grundlegender Deckungsmechanik.

Diese Einlagen funktionieren zwar grundsätzlich und sind recht abwechslungsreich, fallen aber so seicht aus, dass sich A Way Out eher wie Urlaub von anspruchsvolleren Titeln anfühlt. Was man nicht zwangsläufig kritisch sehen muss: Da die Hürden spielerisch so niedrig sind, man aber eigentlich immer was zu tun hat, entsteht ein ziemlich geschmeidiger Flow, in dem man sich leicht verlieren kann. Und das ist für ein Story-Spiel ja nicht unbedingt schlecht. Man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt.

Leo und Vincent müssen zusammenarbeiten, um Rätsel- und Schleichpassagen zu meistern.Leo und Vincent müssen zusammenarbeiten, um Rätsel- und Schleichpassagen zu meistern.

Entscheidungen?

Gerade bei den vielen kleineren Entscheidungen hätten wir uns allerdings mehr Konsequenzen gewünscht. An einigen Stellen im Spiel muss man gemeinsam wählen, wie man ein Problem angeht. Wir dringen beispielsweise in ein Haus ein, in dem ein altes Pärchen wohnt. Schalten wir die beiden Zivilisten aus? Oder öffnen wir die Tore der nahegelegenen Scheune, damit die zwei Unschuldigen ihren ausbrechenden Pferden hinterherlaufen?

Dadurch entstehen zwar theoretisch zwei unterschiedliche Story-Pfade, die jeweils knapp zwei bis fünf Minuten eigene spielerische Herausforderungen bieten, im Hinblick auf die Handlung führen aber alle Wege nach Rom: Das Pärchen kehrt zurück oder befreit sich und ruft die Cops. A Way Out verläuft immer gleich.

Ein echter Wiederspielwert entsteht eigentlich nur dadurch, dass man in die Rolle der jeweils anderen Figur schlüpft und sich stärker auf dessen Seite konzentriert. Leo und Vincent müssen in vielen Passagen nämlich unterschiedliche Dinge tun. Beispielsweise befragen wir getrennt voneinander Leute und bekommen aus Konzentrationsgründen logischerweise den jeweils anderen Dialog nicht mit.

Hier verschenkt A Way Out Potenzial, denn Gangster-Geschichten eignen sich eigentlich hervorragend dafür, den Weg zum Ziel mit kniffligen moralischen Entscheidungen zu säumen. Aber hey, wenigstens nutzt das Spiel seine Einspurigkeit, um die Leo und Vincent ziemlich in die Ecke zu treiben: Die Verfolgungsjagden gehören zu den (optischen) Höhepunkten des Spiels.

Oft bekommen Leo und Vincent die Wahl, wie sie weiter vorgehen wollen. Die Entscheidungen haben aber nur kurze Auswirkungen auf die Geschichte.Oft bekommen Leo und Vincent die Wahl, wie sie weiter vorgehen wollen. Die Entscheidungen haben aber nur kurze Auswirkungen auf die Geschichte.

Schlappe Technik, hohe Kunst

An der Stelle muss man einwerfen: A Way Out holt wirklich viel aus seinem mauen Technik-Gerüst heraus. Das Spiel inszeniert sich mit seinem Splitscreen wie die TV-Serie »24«, darüber hinaus nutzt es Kameraeinstellungen und Action-Choreographien, um teils kinoreife Verfolgungsjagden in Szene zu setzen.

Absolutes Highlight ist eine Plansequenz, in der beide Spieler abwechselnd in halsbrecherischen Stunts aus einem Gebäude fliehen. Die zehnminütige Flucht kommt ohne einen einzigen Kameraschnitt aus, wechselt spielmechanisch munter durch Beat-'em-Up, Stealth- sowie Parkour-Passagen und sieht einfach nur brillant aus. Eine reife Leistung, wenn man bedenkt, auf was für eine altbackene Grafik das Spiel eigentlich zurückgreift.

Schon durchgespielt und Lust auf mehr? A Way Out bekommt keine DLCs

Die Charaktere verfügen nur über spärliche Mimik, die Modelle fallen grob aus, die Animationen hölzern. A Way Out transportiert Emotionen vor allem durch die hervorragende englische Vertonung statt durch tatsächliche Präsentation. Einige Landschaften werden immerhin sehr stimmungsvoll ausgeleuchtet, um die fehlenden Details bei Texturen und Modellen erfolgreich zu kaschieren. Gerade im Gefängnis am Anfang klappt das allerdings eher schlecht als recht.

Doch wer A Way Out zu sehr auf »kalte« Kategorien wie Technik, Grafik, Schwierigkeitsgrade, Schussgefühl, Fahrphysik und Co. abklopft, verpasst die eigentlichen Stärken des Spiels. Ähnlich wie der Quasi-Vorgänger Brothers: A Tale of Two Sons will das Spiel vor allem eine emotionale Geschichte erzählen, die durch Besonderheiten in der Bedienung (Koop-Zwang) ihren Inhalt mit dem Gamepad vermittelt - und nicht bloß mittels Zwischensequenzen, Audio Logs und Dialogen. Das gelingt auf ziemlich eindrucksvolle Art und Weise.

A Way Out - Screenshots ansehen

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