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Ancestors: The Humankind Odyssey im Test - Tausche Assassin's Creed gegen Affen

Das neue Spiel des Assassin’s-Creed-Schöpfers lässt uns die Evolution des Menschen nachspielen. Dabei verschläft es in einigen Fällen die Evolution des guten Gamedesigns.

von Florian Zandt,
26.08.2019 15:15 Uhr

Ancestors: The Humankind Odyssey stammt von Assassin's-Creed-Erfinder Patrice Desilets.Ancestors: The Humankind Odyssey stammt von Assassin's-Creed-Erfinder Patrice Desilets.

Patrice Desilets als Geschichtsnerd zu bezeichnen wäre eine Untertreibung. 2007 legt der Kreativkopf mit dem ersten Teil von Assassin's Creed den Grundstein für eine der erfolgreichsten Spieleserien der Welt. Schon damals ist seinem Team und ihm ein hoher Grad an historischer Genauigkeit wichtig. Zumindest solange sie in den Kontext eines Spiels über mysteriöse Geheimbünde und Verschwörungen passt.

Die daraus entstehende historische Fiktion basiert in ihren Grundsätzen auf handfesten, überlieferten Quellen. Sein neues Spiel Ancestors: The Humankind Odyssey, das euch 10 Millionen Jahre in die Vergangenheit versetzt, genießt diesen Luxus allerdings nicht.

Ancestors: The Humankind Odyssey - Test-Video zum Evolutionsspiel 7:21 Ancestors: The Humankind Odyssey - Test-Video zum Evolutionsspiel

Denn wo Szenarien wie die Kreuzzüge, die frühe Neuzeit in Italien oder der amerikanische Unabhängigkeitskrieg auch visuell enorm gut dokumentiert sind, tappen wir was die menschliche Evolutionsgeschichte angeht größtenteils im Dunkeln. Den exakten Ablauf kennt niemand, weswegen er anhand von archäologischen Funden so gut es geht nachgebaut werden muss.

Diesen groben wissenschaftlichen Rahmen verwurstet das Action-Adventure zu einem kunterbunten Spielplatz, dem es allerdings an wirklich spannenden Aktivitäten fehlt. Dabei machen gerade der Beginn des Spiels und das dazugehörige Mini-Tutorial zunächst mal Lust auf mehr.

Jeder gegen jeden

Ein kurzes Intro zeigt bereits, wie feindselig die Spielwelt von Ancestors: The Humankind Odyssey euch gegenüber eingestellt ist. In einem dicht bewachsenen Dschungel gehen sich allerlei Tiere gegenseitig an den Kragen - Warzenschweine, Mambas, eine Frühform des Säbelzahntigers. In dem ganzen Trubel verliert auch eine Affenmutter ihr Leben, die mit ihrem Baby auf Entdeckungsreise fröhlich von Baum zu Baum schwingt, bis sie von einem übergroßen Vogel aus den Wipfeln geschubst wird.

»Ich kann Assassin’s Creed nicht mehr spielen« - Warum Patrice Désilets lieber an Affen als Assassinen arbeitet - GameStar TV PLUS 21:55 »Ich kann Assassin’s Creed nicht mehr spielen« - Warum Patrice Désilets lieber an Affen als Assassinen arbeitet - GameStar TV

Nach dem unrühmlichen Ableben des Menschenaffen schlüpfen wir in die Haut ihres Babys und werden in eine völlig unbekannte Welt geworfen. Optische und akustische Halluzinationen sollen die Angst vor dem Neuen verdeutlichen, und anhand dieser Gefahrensituation zeigt uns das Spiel, wie wichtig das Erkunden später noch wird.

Mit unseren drei Sinnen - hören, riechen und, etwas unglücklich betitelt, Intelligenz - müssen wir im optisch abwechslungsreichen Dschungel ein Versteck finden. Haben wir dieses erreicht, übernehmen wir die Kontrolle über einen erwachsenen Menschenaffen aus unserem Clan, der das Kind aufspüren muss, um die Zukunft seiner Spezies zu sichern.

Ist das gelungen, erforschen wir die weitere Umgebung, um Pflanzen, Tiere und mineralische Ressourcen zu entdecken. So viel verrät euch das Spiel durch Bildschirmeinblendungen, bevor es euch, abgesehen von Tooltips im Pause-Menü, ohne weitere Hinweise die wirklich enorm große Welt und ihre abwechslungsreichen Biotope zwischen Savanne, Wald und Höhlen auf eigene Faust erforschen lässt.

Unbekannte Urzeit

Die Idee dahinter: Ihr sollt selbst kreativ werden und durch Selbstversuche herausfinden, wie genau ihr mit der Spielwelt interagieren könnt. Einzig und allein die offene Frage, ob ihr euren Clan schneller zum Homo Sapiens entwickeln könnt als die Wissenschaft belegt hat, schwebt als grobes Ziel über euren Unternehmungen in der Urzeit. Um dieses Ziel zu erreichen, müsst ihr euch als allererstes um das Wohlbefinden eures Clans kümmern.

Die richtigen Werkzeuge herzustellen ist das A und O im Überlebenskampf im urzeitlichen Afrika. Schade, dass die Bandbreite so gering ist.Die richtigen Werkzeuge herzustellen ist das A und O im Überlebenskampf im urzeitlichen Afrika. Schade, dass die Bandbreite so gering ist.

Dort tummeln sich zu Spielbeginn verschiedene Menschenaffen in drei Lebensstufen: Baby, Erwachsener und Greis. Während sich die erwachsenen Tiere um das Erkunden kümmern, spielen die Kinder wohl die wichtigste Rolle. Nicht nur, dass ihr Single-Männchen und -weibchen zur Paarbildung anregen müsst, um durch Geburten das Überleben eures Stammes zu sichern.

Geht ihr ohne ein oder zwei Jungtiere auf dem Rücken auf Streifzug, erhaltet ihr für die durchgeführten Aktionen keine neuronale Energie, das Äquivalent zu Erfahrungspunkten im Spiel - ein kluger Schachzug seitens der Entwickler und eine interessante neue Idee.

Obwohl jedes Clanmitglied damit eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen hat, stellt sich keine wirkliche Identifikation mit ihnen ein. Die Soundbibliothek mit Affenschreien in verschiedenen Ausführungen erschöpft sich schnell, und abgesehen von den unterschiedlichen Namen der Tiere haben diese keinen eigenen Charakter, der sie besonders machen würde. Da ist es auch nicht weiter tragisch, wenn eines der Tiere das Zeitliche segnet - schließlich steht seine Quasi-Kopie schon für die nächste Erkundungstour bereit.

Auf Butterfahrt mit Lucy

Mit diesen Touren verbringt ihr auch einen Großteil eurer Zeit. Denn in der Spielwelt von Ancestors: The Humankind Odyssey gibt es viel zu sehen und viel zu entdecken. Ein beispielhafter Tag im Leben eures Menschenaffen könnte so aussehen: Ihr verlasst die Siedlung und spürt mit eurem Geruchssinn erst mal die nächste Nahrungsquelle auf.

Das Kernstück des Spiels: Die Evolutionssprünge, die ihr mittels des Erreichens von Achievements vornehmen könnt.Das Kernstück des Spiels: Die Evolutionssprünge, die ihr mittels des Erreichens von Achievements vornehmen könnt.

Unbekannte Früchte und Pflanzen wie Feigen, Schachtelhalme oder Kokosnüsse identifiziert ihr durch Halten einer der frei definierbaren Aktionstasten oder dem X-Button auf dem Controller. Erst dann könnt ihr sie essen und so Ausdauer für Sprints, Klettern und Aktionen sowie Buffs wie Schutz vor Gift oder Debuffs wie Lebensmittelvergiftungen bekommen. Welches Nahrungsmittel was hervorruft, verrät euch das Spiel getreu seiner Grundidee nicht.

Habt ihr euch sattgegessen und -getrunken, durchstreift ihr Dschungel, Savanne oder Wüste auf der Suche nach Werkzeugen. Ihr findet einen Haufen Granitsteine, mit denen ihr wiederum tote Äste, die ihr von Büschen abreißt, zu stumpfen und spitzen Stöcken zurechtkloppen könnt. Damit könnt ihr nicht nur in Löchern nach Nahrung stochern, sondern auch die aggressive Fauna abwehren.

Die Steine selbst wiederum können zu Kräutermühlen (im Spiel als »Schleifer« übersetzt) weiterverarbeitet werden, mit denen ihr Pflanzen zu heilenden Pasten verarbeiten könnt, oder zu Spachteln, die das Zerteilen von Tierkadavern oder das Anspitzen von Stöcken schneller von der Hand gehen lassen. Welches Werkzeug welchen Gegenstand wie verändert, müsst ihr ebenfalls selbst herausfinden. Kombiniert ihr zwei Gegenstände per Tastendruck miteinander und lasst im richtigen Moment los, nämlich wenn euch das Spiel ein Audiosignal gibt, verarbeitet ihr diese weiter.

Wenn euch die feindliche Fauna ans Leder will, ist das richtige Timing und natürlich auch das richtige Werkzeug gefragt.Wenn euch die feindliche Fauna ans Leder will, ist das richtige Timing und natürlich auch das richtige Werkzeug gefragt.

Ein weiteres wichtiges Element eures Tagestrips: die Auseinandersetzung mit dem prähistorischen Tierreich. Genau wie bei den Spielercharakteren ist hier viel Liebe zum Detail in die Gestaltung von Hyänen, Urzeitelefanten, Nilpferden und Raubkatzen geflossen: Die Animationen sind flüssig, die Bedrohung gerade durch große Gegner greifbar. Greift euch ein Tier an, schaltet das Spiel in Zeitlupe, und ihr könnt mit richtig getimtem Tastendruck ausweichen. Oder ihr setzt euch mit improvisierten Waffen zur Wehr, bis ihr euren Widersacher schließlich tötet und zum Nahrungsgewinn zerlegen könnt.

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