Mittlerweile sollte wirklich jeder mitbekommen haben: Andor ist die beste Star-Wars-Serie - und daran besteht dank der grandiosen zweiten Staffel definitiv kein Zweifel mehr. Die hat mit den Folgen 7, 8 und 9 einen neuen Höhepunkt erreicht und in meinen Augen sind drei einfache Worte dafür ausschlaggebend: Wer bist du?
Um die Bedeutung dahinter zu verstehen, solltet ihr bei Andor natürlich auf dem aktuellen Stand sein. Damit sich später niemand beschwert, gibt’s hier nochmal eine ausdrückliche Spoiler-Warnung.
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Hier gibt's nochmal den offiziellen Trailer zu Andor: Staffel 2 als Ablenkung
Ghorman erlebt sein zweites imperiales Massaker
In den Episoden 7, 8 und 9 der zweiten Andor-Staffel zieht das Galaktische Imperium die Schlinge, die um ganz Ghorman liegt, endgültig zu. Als Resultat jahrelanger politischer Manipulation und gezielter Propaganda kommt es auf dem eigentlich friedfertigen Planeten zu einem brutalen Massaker, das die Grausamkeit des Faschismus auf den Punkt bringt.
Dabei ging es dem Imperium natürlich nie um Frieden oder Gerechtigkeit. Stattdessen hat man es auf die Ressourcen von Ghorman abgesehen: Kalkite, was für die Konstruktion des Todessterns essenziell ist. Da der Abbau des Minerals die Stabilität des gesamten Planeten gefährdet, hat es eine Ausrede gebraucht, um die Kontrolle über Ghorman an sich zu reißen.
Sich ihrer eigenen Taten nun endlich bewusst, beginnen selbst ein paar der schlimmsten Vertreter des Imperiums an ihren Taten zu zweifeln - wie zum Beispiel Dedra Meero (Denise Gough) und Syril Karn (Kyle Soller). Gerade Syril erkennt, wofür das Imperium eigentlich steht und dass sich das mit seinen ganz persönlichen Wertvorstellungen nicht länger vereinbaren lässt.
Syril findet endlich seinen weißen Wal - aber zu welchem Preis?
Inmitten des Chaos, losgetreten von einem einzelnen Schuss eines imperialen Scharfschützen, erspäht Syril dann plötzlich Cassian Andor (Diego Luna): den Mann, von dem er seit Staffel 1 besessen ist. Den Verbrecher, der in Syrils Augen der Gerechtigkeit zu lange ins Gesicht gelacht hat. Seinen weißen Wal, den Syril persönlich zur Strecke bringen wollte.
Entsprechend wenig zögert Syril, um gegen Cassian in den Angriff überzugehen. Inmitten des imperialen Blutbads kommt es zum brutalen Zweikampf zwischen den beiden, bei dem Syril tatsächlich die Oberhand gewinnt und eine Waffe auf Cassian richtet.
Doch für Syril bleiben der Triumph und die Genugtuung aus, denn ehrlich verblüfft stellt ihm Andor die Frage Wer bist du?
und Syril erkennt, dass er sein Leben lang für Nichts gekämpft hat. Dazu erklärt sein Darsteller Kyle Soller im Interview mit IGN:
In nur zehn Minuten wird sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Und dann sieht er [Andor] - die physische Manifestation all seines Zorns und seiner Frustration und seiner Unbedeutsamkeit - und er lässt all das in diesen Kampf fließen. Dazu meint Cassian aber nur Wer bist du?
[...] und selbst wenn [Syril] daraufhin nicht erschossen worden wäre: dieser Moment hat ihn vernichtet.
Wie Soller selbst erklärt, währt dieser Moment der Klarheit nicht lange, denn Sekunden später wird Syril von einem Blasterschuss aus dem Off tödlich getroffen - abgefeuert von Carro Rylanz (Richard Sammel), einem Anführer des Widerstands auf Ghorman, der zuvor erkannte, dass er und seine Verbündeten von Karn verraten wurden.
Syrils Tod ist brutal, kurz, wirkt beinahe willkürlich und hätte in Andor wahrscheinlich auf keine bessere Art und Weise erfolgen können. Showrunner Tony Gilroy und seine Autoren schaffen es immer wieder auf ein Neues, ihre Antagonisten zu vermenschlichen und gleichzeitig ihre Grausamkeiten nicht zu entschuldigen.
Und genau diese Art von Storytelling hebt Andor nicht nur von anderen Star-Wars-Projekten, sondern auch ganz anderen aktuellen TV-Serien ab.
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