Ubisoft hatte es in den letzten Monaten nicht einfach: Das Jahr 2024 wurde für den französischen Publisher von diversen Pleiten geplagt. Mehrere Titel floppten, Spiele wurden gestrichen, Entwicklerstudios dicht gemacht. Doch nicht nur strategische Fehler machten dem Spielehersteller zu schaffen. Auch toxische Teile der Gaming-Community wurde für Ubisoft zu einem echten Problem.
Darunter litt vor allem ein Spiel: Assassin's Creed Shadows. Quasi seit der Titel vergangenes Jahr erstmals angekündigt wurde, wurde das Action-Adventure zum Gegenstand heftig geführter Internet-Debatten.
Mal ging es dabei um angeblich gestohlene Assets, mal um vermeintlichen mangelnden Respekt gegenüber der japanischen Kultur, vor allem aber stören sich einige Spieler an Yasuke, einem der beiden Hauptcharaktere des neuen Assassin's Creeds. Denn mit der Auswahl des historisch belegten afrikanischen Samurai sind manche Spieler unzufrieden.
Im Netz wurde Ubisoft wegen seiner Protagonisten-Wahl von selbsterklärten Diversitäts-Gegnern unterstellt, mit Shadows eine politische Agenda zu verfolgen. Auch der umstrittene US-Milliardär Elon Musk mischte sich zwischenzeitlich in die emotional geführte Debatte ein.
Angesichts dieser schwierigen Online-Umgebung hat Ubisoft nun offenbar Maßnahmen ergriffen, um seine Angestellten vor Belästigung im Netz zu schützen. Wie der französische Sender BFM TV berichtet, sei den Entwicklern beim verantwortlichen Studio Ubisoft Quebec geraten worden, auf ihren Social-Media-Profilen nicht über ihre Arbeit an Shadows zu sprechen, um nicht zum Ziel von Belästigung und Hetze zu werden.
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Der brasilianische Werbespot für Assassin's Creed Shadows ist ... sehr wild
Zusätzlich habe man ein eigenes Team eingerichtet, um die sozialen Netzwerke im Blick zu haben und im Falle eines gezielten Angriffs schnell zu handeln. Auch Anwälte stünden bereit, um sich mit strafrechtlich relevanten Fällen von Online-Belästigung zu befassen.
Im Gegensatz zu dem, was wir früher erlebt haben, ist das Thema [bei Shadows] leider ein ernstes Problem
, wird ein anonymer Angestellter in dem französischen Bericht zitiert. Ubisoft selbst hat den Bericht weder bestätigt noch dementiert, gegenüber den amerikanischen Gaming-Portalen Kotaku und PCGamesN sagte ein Sprecher aber:
Unsere Haltung war schon immer, dass die Social-Media-Kanäle der Teammitglieder ihre eigenen sind. Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit unserer Mitarbeiter, auch online. Deshalb bieten wir als Standardverfahren bei Ubisoft Anleitungen zum Umgang mit sozialen Medien, digitaler Sicherheit und Unterstützung für das Wohlergehen der Teammitglieder an. Wir stellen auch Ressourcen zur Verfügung, die dabei helfen, Online-Belästigungen zu verhindern und sich dagegen zu schützen. Unglücklicherweise waren unsere Mitarbeiter bereits von solchen Themen betroffen.
Assassin's Creed Shadows erscheint am 20. März 2025 für PC, Apples MacOS und die aktuelle Konsolengeneration. Schon ab heute, dem 18.03. um 18:00 Uhr können wir euch allerdings im Test unser Urteil zum neuen Japan-Abenteuer verraten. Dafür haben fünf unserer Redakteure in den vergangenen Tagen bereits 300 Stunden in das Action-Adventure investiert. Mehr zum Spiel erfahrt ihr in der obigen Linkbox.