Um Battlefield 2042 zu retten, zieht Dice jetzt die Notbremse

Die neue Chefin des Battlefield-Studios setzt alle anderen Projekte vorzeitig auf Eis, um sich auf das enttäuschende Battlefield 2042 zu konzentrieren.

von Alexander Bernhardt,
22.06.2022 13:16 Uhr

Battlefield 2042 litt zum Release des Spiels unter großen Problemen. Unzählige Bugs und fehlende Inhalte haben dazu geführt, dass die Spielerzahlen rapide eingebrochen sind. Es gibt nur wenige aktuelle Spiele, die bei den ursprünglichen Fans der Reihe so schlecht ankamen. Okay, Diablo Immortal mal ausgenommen. Dice hat auch daraus eine Lehre gezogen und das gesamte Studio auf den Kopf gestellt.

Einige Führungskräfte sind gegangen, unter anderem der damalige General Manager Oskar Gabrielson. Seit knapp einem halben Jahr sitzt nun Rebecka Coutaz im Chefsessel. Die Schwedin ist nicht neu in der Branche: Sie war bereits zehn Jahre bei Ubisoft Annecy angestellt und arbeitete dort an Spielen wie Riders Republic oder Steep. Auch Multiplayer-Erfahrung hat sie bereits gesammelt, sie entwickelte nämlich an den Multiplayer-Modi von Assassin’s Creed und Splinter Cell mit.

Unseren Test zum Multiplayer-Shooter könnt ihr euch außerdem unter folgendem Link anschauen:

Battlefield 2042: Was für ein Schlachtfeld   221     43

Unser Test

Battlefield 2042: Was für ein Schlachtfeld

Was macht sie anders?

Im Interview mit gameindustry erzählt sie, dass sie nun einfache Prozesse und Arbeitsabläufe klarer definieren, und sie die Motivation der Kollegen wieder aufbaut. »Unsere Spieler und die Community waren enttäuscht, aber unser Entwicklungsteam auch. Wir haben uns auf die Gesundheit des Spiels konzentriert und mit jedem Patch haben wir es verbessert. Und jeder Patch war ein kleiner, kleiner Sieg.«

Das Spiel sterben zu lassen, komme für sie nicht infrage. Sie könnten das den Spielern und auch sich selbst nicht antun. Vielmehr schulde man es den Spielern, so Coutaz.

Auch wenn die Spielerzahlen mittlerweile erdrückend niedrig sind, war es doch am Anfang eins der meistgespielten Spiele auf Steam. Da fragt man sich schon, wie sehr negative Reviews und dergleichen einem Spiel überhaupt schaden. Wir haben uns mit diesem Phänomen in folgendem Artikel beschäftigt:

Wie sehr schaden negative Steam-Reviews? Das sagen Zahlen und Experten   60     30

Battlefield 2042 und Co.

Wie sehr schaden negative Steam-Reviews? Das sagen Zahlen und Experten

Nur noch Battlefield?

Bei der Frage, ob andere, unübliche Projekte wie Mirror’s Edge nun hintangestellt werden, reagiert sie: »Total. Wir fokussieren uns nur auf Battlefield 2042. Da ist keine Zeit für irgendetwas anderes und das ist, was wir machen. In drei Jahren wollen wir das First-Person-Shooter-Powerhouse sein, dass Dice verdient zu sein.«

Und Dice ist nicht das einzige Studio, dass an Battlefield arbeitet. EA Gothenburg, Ripple Effect und Criterion bemühten sich ebenfalls an 2042. Letztere werkeln gerade am neuen Need for Speed, die anderen sind aber offenbar weiterhin mit Battlefield 2042 beschäftigt. Laut Insider hieß es zwar noch vor kurzem, das Spiel hätte kaum noch Entwickler, EA hat das aber bereits dementiert.

Was wird bei Battlefield 2042 passieren? Coutaz sagt, sie wollen vor allem das Core Gameplay verbessern. Auch Season 1 ist mittlerweile auf dem Markt erschienen und laut Coutaz hat sie positives Feedback der Spieler erhalten. Unsere Meinung zur ersten Season könnt ihr hier lesen:

Season 1 - Alle wichtigen Neuerungen endlich angespielt   160     4

Battlefield 2042:

Season 1 - Alle wichtigen Neuerungen endlich angespielt

Was haltet ihr von dem Versuch, Battlefield 2042 von der schiefen Bahn zu kriegen? Ist es nach eurer Meinung das Mindeste, oder sollten sie lieber das Spiel sterben lassen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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