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Black Myth: Gameplay-Analyse - Das wissen wir über den Grafik-Kracher

Das Action-Rollenspiel Black Myth: Wu Kong ist ein Grafik-Kracher mit viel Potenzial - daran lässt das erste Gameplay keinen Zweifel. Allerdings braucht ihr neben Vorfreude auch viel Geduld.

von Elena Schulz,
02.09.2021 17:32 Uhr

Schicke Fassade, klasse Gameplay-Kern. Aber über Black Myth schweben trotzdem Fragezeichen. Schicke Fassade, klasse Gameplay-Kern. Aber über Black Myth schweben trotzdem Fragezeichen.

Bevor sich letztes Jahr das Pandemie-Karussell erstmals in Bewegung setzte, besuchte ich eine Vorstellung des Cirque du Soleil. Ich hatte noch Tage später Nackenstarre, so gebannt blickte ich den ganzen Abend auf die Artisten, die getragen von Musik, Lichteffekten und scheinbar nur Luft unter der Zeltdecke tanzten, als wäre es das Einfachste auf der Welt.

Genauso erging es mir beim Gameplay zu Black Myth: Wu Kong. Das Action-Rollenspiel will nicht nur ein Grafik-Blender sein, sondern choreografiert in den ersten Videos einen auch mechanisch scheinbar makelosen Tanz aus perfekt getimten Paraden, eleganten Ausweichrollen und überraschenden Zugaben: Die Spielfigur schlüpft in völlig neue Gestalten, duelliert sich mit ganzen Armeen im Himmel oder bietet einem gewaltigen Drachen furchtlos die Stirn.

Aber wie beim Zirkus steckt keine Magie dahinter, sondern eisern antrainierte Technik, harte Arbeit und ein Stück weit eine klug inszenierte Illusion, die mich nur das bemerken lässt, was ich sehen soll. Genauso verraten die bisher gezeigten fast 30 Minuten Gameplay zwar schon eine ganze Menge, mahnen aber gleichzeitig zur Vorsicht - denn mit dem fertigen Spiel könnte das weniger zu tun haben, als wir uns jetzt wünschen.

Das neue Gameplay-Material auf dem der Artikel basiert, könnt ihr euch hier anschauen. Das Video vom letzten Jahr, das Souls-Experte Dimi bereits ausführlich analysiert hat, findet ihr weiter unten eingebunden.

Black Myth: Wukong - Über 12 Minuten Gameplay zeigt Wechsel auf Unreal Engine 5 12:44 Black Myth: Wukong - Über 12 Minuten Gameplay zeigt Wechsel auf Unreal Engine 5

Im Schatten eines Gottes

Auch ohne Gameplay weiß man als Fan klassischer chinesischer Literatur schon viel über Black Myth. Denn das Spiel basiert auf dem bekannten Roman »Die Reise nach Westen«. Der folgt Tunichtgut und Affenkönig Sun Wukong, der allerlei Schabernack mit seinen göttlichen Kräften treibt und schließlich Buße auf einer Pilgerreise tun muss.

Diesem beschwerlichen Weg von China nach Indien folgt die Erzählung. Nachspielen werden wir ihn aber wohl nicht, sondern aus einer neuen Perspektive beleuchten: Wie die Kollegen von Eurogamer anhand der chinesischen Trailer-Texte herausgefunden haben, spielen wir nämlich einen Nachahmer.

Sun Wukong stieg zu einem Gott auf, als er die Armeen des Jadekaisers bezwang. Er kann in der Erzählung auf einer Wolke reiten und sich in 72 unterschiedliche Dinge verwandeln. Sun Wukong stieg zu einem Gott auf, als er die Armeen des Jadekaisers bezwang. Er kann in der Erzählung auf einer Wolke reiten und sich in 72 unterschiedliche Dinge verwandeln.

Sun Wukong steigt am Ende seine Reise zum Buddha auf und verlässt die Welt damit. Der Affe aus den Video könnte damit entweder sein zurückgelassener Körper sein oder jemand, der seinem Beispiel folgen möchte. Zumindest begegnen ihm immer wieder überraschte Feinde, die seine Ähnlichkeit zu jemandem bemerken.

In einer Szene pariert dann sein scheinbares Spiegelbild den Stab - nur in deutlich herrschaftlicherer Rüstung. Wenn das nicht Sun Wukong ist, fresse ich eine Banane. Der eigentliche Affenkönig könnte damit Lehrmeister, Vorbild oder gar Gegenspieler sein.

Spielbar wird er aber wohl trotzdem, denn mehrere Gameplay-Ausschnitte zeigen, wie der gewitzte Primat in feinster Dynasty-Warriors-Manier ganze Gegnermassen im Himmel verkloppt oder auf einer Wolke schwebt - beides wird der legendären Figur zugeschrieben. Vielleicht erlebt ihr über Rückblicke den Aufstieg Sun Wukongs, während ihr ihm nacheifert.

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Konkurrenz für Sekiro

Und das mit beeindruckendem Können. Kämpfen Wolf und Affe, zieht Letzterer den kürzeren. Eigentlich. Bei einem Duell zwischen dem Affen-Helden aus Black Myth und dem einarmigen Wolf aus Sekiro würde ich nicht mehr drauf wetten. Denn der Protagonist von Black Myth kontert gegnerische Schwertstreiche ebenso mühelos wie der einsame Ronin aus dem From-Software-Spiel, was die Gegner nicht nur stoppt, sondern offenbar sogar Extraschaden austeilt. Jeder Treffer lässt deutlich sichtbar orange Funken sprühen und verspricht wuchtiges Feedback.

Bei unaufhaltsamen Gegenangriffen wirbelt der flinke Affe mit blitzschnellen Ausweichrollen durch den Schnee, katapultiert sich mit seinem Stab in die Luft, bricht die Verteidigung seiner Feinde und vermöbelt sie nach allen Regeln der Soulslike-Kunst.

Gerade Kämpfe gegen große Monster wie diesen Drachen sind beeindruckend inszeniert - und offenbar sehr fordernd. Gerade Kämpfe gegen große Monster wie diesen Drachen sind beeindruckend inszeniert - und offenbar sehr fordernd.

Das tödliche Ballett zog mich schon beim Gameplay-Debüt letztes Jahr in seinen Bann. Das neue Interface im zweiten Gameplay-Trailer verrät nun aber weit mehr darüber, wie sich das konkret spielt:

  • Der Held heilt sich per Kürbisflasche, die einen Füllstand anzeigt. Unterwegs sammelt oder craftet ihr vermutlich den Inhalt.
  • Links unten sind drei Leisten zu sehen: Gesundheit, Ausdauer und Energie. Euer Stamina leert sich, wenn ihr ausweicht oder blockt, während die dritte Leiste von Spezialfähigkeiten beansprucht wird.
  • Mit denen friert ihr zum Beispiel die Zeit für eure Gegner ein, schützt euch kurz durch einen undurchdringbaren Schild, ruft eine Doppelgängerarmee zur Ablenkung oder malt einen magischen Bannkreis, um euch in seiner Mitte ungestört zu heilen - alles Kräfte, über die der Affenkönig laut Geschichte verfügte.
  • Rechts unten seht ihr zudem eure Stabhaltung, die ihr wie bei Nioh wechseln könnt und offenbar auch solltet, um euer Angriffsmuster passend zu Gegner und Situation zu variieren.
  • Gelingt euch ein optimaler Konter oder weicht ihr genau richtig aus, füllt sich unten rechts ein Kreissymbol, das anschließend Energie für einen besonders mächtigen Schlag liefert.
  • Eure Waffe ermöglicht vielfältige Manöver: Wie ein Stabhochspringer schnalzt der Affe sich auf Augenhöhe mit einem fliegenden Drachen und haut ihm gleich aufs Näschen oder balanciert auf der Spitze des Stabs, um großflächigem Blitzschaden auf einem zugefrorenen See zu entgehen. Abseits klassischer Schläge und Stöße lenkt ihr damit auch Geschosse wie Pfeile ab, indem ihr den Stab schnell dreht. Oder ihr werft ihn wie einen tödlichen Bumerang.

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Die Kombination aus hohem Tempo und Spezialfähigkeiten erinnert an Sekiro, wo es dank Greifhaken und Schnellschussprothese auch deutlich flotter zuging als auf den Schlachtfeldern eines Dark Souls. Blitzschnelles Ausweichen scheint aber höher im Kurs zu stehen als beim japanischen Kollegen, wo es vor allem auf die Paraden ankommt, mit denen man den Gegner ins Straucheln bringt.

Während in Dark Souls meist Stahl auf Stahl klirrt, bleibt der flinke Held von Black Myth stets in Bewegung, um den wuchtigen Schwerthieben eines unfreundlichen Mitaffens zu entgehen. Bei größeren und weniger menschlichen Gegnern wie dem asiatischen Drachen, der sich wie eine Schlange durch die Luft windet und Blitzangriffe durch die Landschaft jagt, spielen Timing und Positionierung eine noch entscheidendere Rolle.

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