Bully Hunters - Weibliche CS:GO-Profis machen Jagd auf Mobber & Mobbing

21 Millionen Spielerinnen werden Opfer von Beleidigungen und Ausgrenzung, sagt die Initiative Bully Hunters. Jetzt tritt der Verband den Störenfrieden mit Skill entgegen.

von Dimitry Halley,
12.04.2018 12:43 Uhr

Bully Hunters wollen Störenfriede in CS: GO jagen.Bully Hunters wollen Störenfriede in CS: GO jagen.

Ab dem 12. April treten die sogenannten Bully Hunters auf den Plan. Der Name ist Programm: Das anonyme Team will gezielt die Leute bestrafen, die in den (Voice-)Chats von CS: GO andere Menschen beleidigen, ausgrenzen oder diffarmieren. Im Ankündigungstrailer fokussiert sich das Vorhaben vor allem auf den weiblichen Teil der Spielerschaft, der Opfer von solchen Tiraden wird.

Hinter den Bully Hunters stecken wiederum ebenfalls weibliche Profispieler, die den Störenfrieden mit purem Skill begegnen wollen. Wer von der Community gemeldet wird, könnte folglich bald Gegenspieler auf den virtuellen Schlachtfeldern treffen, mit denen er nicht gerechnet hat.

Die Initiative schlägt also in doppelter Hinsicht zurück: Mobber erleben frustrierende Matches, weil sie von den Profis an die Wand gespielt werden - und gleichzeitig soll durch Taten genau die Annahme widerlegt werden, die sich in all den »Zurück an den Herd«-Sprüchen verbirgt: Dass Frauen in irgendeiner Form aufgrund ihres Geschlechts schlechtere Spieler seien.

Kommentarrichtlinien: Bei sensiblen Themen wie Sexismus, Belästigung und Mobbing kommt es erwartungsgemäß zu einem hohen Moderationsaufwand. Wir entscheiden uns bewusst, den Kommentarbereich vorerst offen zu lassen, um sachliche Diskussionen zu fördern. Allerdings warnen wir an dieser Stelle vor: Beleidigungen, abfällige Bemerkungen, feindselige Sprüche haben dort nichts verloren. Bleibt bitte respektvoll.

Gegen Ingame-Mobbing

Auch wenn die Namen der Spielerinnen verborgen bleiben, werden die Bully Hunters von diversen Parteien unterstützt. Darunter der Streamer ZombiUnicorn, das Unternehmen SteelSeries, CyberPowerPC, die National Organization for Women sowie die Diverse Gaming Coalition. Auf der offiziellen Facebook-Präsenz der Bully Hunters heißt es:

"Über 21 Millionen weibliche Spieler haben sexuelle Belästigung in Spielen gemeldet. Obwohl viele Spieler diese hasserfüllten Gegner in ihren Spielen, Communitys und Streams entschieden bekämpfen, bleibt ein Großteil der Spielerschaft stumm. Dies ist die Seite der Bully Hunters. Wir sind eine Gemeinschaft aus Spielern, Marken und Organisationen, die Ingame-Belästigung aus der Welt schaffen wollen. Wir starten als kleines Team aus Pro-Gamern, aber wir wollen ein globales Werkzeug werden, das Opfer von Belästigung in Echtzeit mit hochtalentierten Spielern verbindet."

Die Initiative soll langfristig die Grenzen von CS: GO überschreiten. Via Livestream sollen die Streifzüge der Mobbing-Jägerinnen mit der Öffentlichkeit geteilt werden, auch Neuzugänge sind in den Reihen der Hunter gewünscht. Allerdings müssen die einigen rigorosen Leistungseinschätzungen standhalten.

Wie genau das gezielte Aufspüren, Melden und Bekämpfen einzelner Spieler stattfinden soll, bleibt abzuwarten. Die Bully Hunters sind sich der Tatsache bewusst, dass sie durch ihr Verhalten Gegenschläge und Zornausbrüche ihrer Gegner auf sich lenken werden.

Allerdings nimmt man diese Konsequenz in Kauf: So rücke die Aufmerksamkeit immerhin weg von den Opfern. Die Bully Hunters werden wiederum lediglich durch Gameplay mit ihren Kontrahenten interagieren, um nicht noch mehr negative Kommentare zu schüren.


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