Cyberpunk 2077: Warum es trotz Ego-Perspektive kein VR geben wird

Eigentlich bietet sich die Ego-Perspektive für VR an. Laut Entwickler gibt es bei Cyberpunk 2077 aber aktuell keine Pläne für VR-Support.

von Elena Schulz,
14.09.2020 15:30 Uhr

Cyberpunk 2077 soll keine VR-Unterstützung erhalten. Cyberpunk 2077 soll keine VR-Unterstützung erhalten.

Kein VR für Cyberpunk 2077: Wir klären, warum Entwickler CD Projekt trotz Ego-Perspektive bewusst auf Virtual Reality Support für das Open-World-Rollenspiel verzichtet.

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2020
Was ist neu? Aktuelle Gerüchte und Statements rund um VR und Cyberpunk

Warum Ego-Sicht aber kein VR für Cyberpunk?

Mit der Ego-Perspektive entfernt sich Cyberpunk 2077 von der gewohnten Third-Person-Perspektive aus der Witcher-Reihe. Das kam nicht bei allen Fans gut an. CD Projekt begründete die Entscheidung aber mit einem größeren Mittendrin-Gefühl, sowie der HUD-Darstellung. Das lässt sich auch teilweise abschalten. Möglicher VR-Support ist also zumindest offiziell kein Anreiz gewesen.

Hier das passende Zitat von Lead Level Designer Peter Gelencser:

"Zunächst gefällt mir die Aufmerksamkeit, die das Thema bekommt sehr gut, denn es ist wichtig. Das war eine wohlbegründete Entscheidung. Die First-Person-Perspektive ist da, damit du die Dinge, die passieren, nahe bei dir beobachten kannst. So kannst du wirklich hautnah mit Sachen in der Spielwelt interagieren. Das harmoniert sehr gut damit, wie wir das Genre angehen."

In erster Linie geht es also darum, alles aus nächste Nähe zu erleben - zum Beispiel die am eigenen Körper angebrachten Cyberware-Verbesserungen. Beim Anspielevent erlebten wir passend dazu den Corpo-Prolog, wo uns ein Augenimplantat mehr über unser Gegenüber verriet. Das funktioniert natürlich aus der Ego-Sicht am besten:

Warum verzichtet CD Projekt auf VR bei Cyberpunk?

Ein Fan hat bereits 2018 auf Twitter vermutet, dass CD Projekt bei der Ego-Perspektive in Cyberpunk 2077 möglichen VR-Support im Hinterkopf hatte. Der Entwickler verneinte das aber schon damals - es sei nichts dergleichen geplant.

Link zum Twitter-Inhalt

Im Rahmen einer Telefonkonferenz im November 2019 bezeichnete Senior Vice President im Business Development Michael Nowakowski die VR-Technologie außerdem als »sehr nischig«. Head of Studio John Mamais führt das in einem Interview mit Onmsft vom Februar 2020 weiter aus:

"Wir haben es versucht. Wir dachten an VR, aber wir machen nichts damit. Wir hatten VR-Devkits. Manche Dinge würden in VR funktionieren, denke ich, aber es ist jetzt noch nicht praktikabel. Man verdient momentan noch nicht viel Geld mit VR. Es ist experimentell und nischig. Ich würde es gerne machen. Ich mag VR, aber wir haben aktuell nichts geplant."

Der Verzicht auf eine VR-Version scheint also vor allem wirtschaftliche Gründe zu haben. Allerdings erklärte CEO Adam Kicinski bereits in der oben verlinkten Telefonkonferenz, dass eine gelungene VR-Umsetzung voraussetze, dass man »ein Spiel direkt für Virtual Reality designt oder VR zumindest bei der Entwicklung berücksichtigt«. Der Aufwand gestaltet sich also auch schlichtweg sehr hoch. Technische Macken der Portierung und VR-Umsetzung ärgerten uns zum Beispiel auch beim Test zu Skyrim VR:

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Im Juni 2020 kamen trotzdem nochmal VR-Gerüchte auf, als Fans auf einem Anspiel-Event in China VR-Laufbänder auf einem Foto entdeckten. Entwickler CD Projekt zerstreute diese Hoffnung aber schnell: Es habe sich lediglich um Deko gehandelt. Das Virtual-Reality-Equipment hatte also nichts mit dem Spiel an sich zu tun. Wie das - ohne VR, aber mit einer Menge Gameplay - in Aktion aussieht, zeigt euch unser Preview-Video:

Cyberpunk 2077 endlich gespielt: Preview-Video mit massig Gameplay 23:56 Cyberpunk 2077 endlich gespielt: Preview-Video mit massig Gameplay

Spielt man auch in der Third-Person-Perspektive?

Es ist ein Fotomodus geplant, der Spieler womöglich aus der Perspektive ausbrechen und die Kamera für den ein oder anderen Schnappschuss der Hauptfigur frei drehen lässt. Außerdem könnt ihr Fahrzeuge aus der Third-Person-Perspektive steuern. Anfangs wurde Held oder Heldin V auch in zahlreichen Zwischensequenzen gezeigt.

Neueres Material aus dem Rollenspiel präsentiert uns die Hauptfigur aber fast ausschließlich aus der Ego-Sicht, was nahelegt, dass hier ein Umdenken stattgefunden hat. Man sieht V aber trotzdem noch im Spiel, zum Beispiel in Spiegeln.

Perspektivwechsel oder VR per Mods?

Offizielle Mod-Unterstützung für Cyberpunk 2077 ist noch nicht bestätigt, könnte laut Entwickler aber nach dem Release am 19. November nachgereicht werden. Auch ohne offizielle Tools sollte sich wie bei The Witcher 3 aber schnell eine fleißige Modding-Community etablieren.

Für The Witcher 3 existiert sogar eine First-Person-Mod. Die umgekehrte Variante für Cyberpunk erscheint also nicht völlig abwegig, wäre aufgrund der Animationen aber deutlich umständlicher. Theoretisch könnten Fans außerdem selbst VR-Unterstützung per Mods nachreichen. Zumindest The Witcher 3 lässt sich so auf inoffiziellem Weg mithilfe von Mods in VR spielen:

Link zum YouTube-Inhalt

Ursprünglich war laut Entwickler sogar geplant, die Ego-Perspektive bei The Witcher 3 offiziell ins Spiel zu integrieren. Der Gedanke wurde allerdings schnell verworfen, weil das Kampfsystem für Übelkeit bei den Spielern gesorgt hätte.

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