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Fazit: Deathloop wird im Test mit jeder Sekunde besser

Fazit der Redaktion

Elena Schulz
@Ellie_Libelle

Spielerische Freiheit bedeutet nicht einfach, zig Möglichkeiten hinzuwerfen und den Spieler machen zu lassen. Vielmehr verlangt sie nach brillantem Design, das mich dazu verleitet, diese zig Wege überhaupt erst zu finden und auszuprobieren, weil sie so viel Spaß machen, dass es mich nicht mal kümmert, dass es einen leichteren gäbe. Ich will sehen, was passiert, wenn ich Gegner in die Falle locke und Geschütze hacke, oder ob ich Missionen komplett lautlos ohne Kill lösen kann.

Deus Ex war eines der ersten Spiele, das mir diese magische Erfahrung bot, und Dishonored stellte sich genau in diese Tradition - wenn auch mit stärkerem Fokus auf das heimliche Vorgehen. Deathloop räumt nun damit auf und macht genau wie in Prey das Schießen zur gleichwertigen Hauptdisziplin - inklusive cooler Waffen und magischer Fähigkeiten, das beste aus beiden Welten sozusagen.

An dieser Stelle überzeugt es mich komplett, genauso wie beim Loop, der mich immer motiviert. Selbst wenn ich scheitere, helfen mir die gesammelten Infos für die nächste Runde. Kaum bin ich durch, starte ich wie in einem Strategiespiel schon ganz selbstverständlich den nächsten Durchlauf - ich weiß ja, was ich besser machen kann! Als einzige Wermutstropfen bleiben die Charaktere und die Schwierigkeit. Zumindest optional hätte ich gerne eine härtere Herausforderung erlebt, bei der ich Leichen verstecken und mich vor jedem Treffer hüten muss. Und wären die Visionäre nicht solche Aufziehmännchen gewesen, hätte ich noch viel mehr Freude beim Ergründen ihrer Geheimnisse gehabt.

Aber dass ich trotz allem gleich wieder in den Loop abtauchen will, obwohl ich die Credits schon gesehen habe, spricht eindeutig für Deathloop.

Michael Graf
@Greu_Lich

Deathloop hat etwas, das Arkane-Spiele seit jeher auszeichnet: Mut. Den Mut, anders zu sein. Den Mut, am Mainstream vorbei zu entwickeln, um etwas Besonderes zu erschaffen, dem man anmerkt, wie viel Liebe drinsteckt. Das einzigartige Artdesign der Arkane-Spiele, ihre atmosphärischen Welten, ihr geniales Leveldesign - all das hatte Dishonored, all das hatte Prey, all das hat nun Deathloop.

Neu ist, dass Arkane gewisse Zugeständnisse an den Massengeschmack eingeht. Mangels wählbarer Schwierigkeitsgrade ist es mir als Stealth-Dinosaurier zu leicht, überdies fehlt mir das schweißgebadete Leichenverstecken, weil erledigte Eternalisten sofort verpuffen. Auch die Action bleibt seicht. Zwar könnte ich mit Fähigkeiten, Waffen, Upgrades experimentieren, aber ich muss es nicht: Nachdem ich früh im Spiel ein violettes Maschinengewehr gefunden hatte, konnte ich selbst Gegnerhorden einfach anlocken, mich in eine Ecke zurückziehen und alles niedermähen, was um selbige bog.

Das macht Deathloop zugänglicher, führt aber dazu, dass es weder als Shooter noch als Stealth-Spiel herausragend funktioniert. Spielerisch wäre mehr drin gewesen. Den zähen Einstieg kann ich dem Spiel hingegen verzeihen. Zwar krebst Arkane nach dem genialen (noch mal: genialen!) Anfang von Prey hier mindestens einen Schritt zurück, danach wird Deathloop aber von Minute zu Minute besser. Es weckt meine Neugier, was mich wohl am nächsten Schauplatz, im nächsten Loop erwartet, und welches neue Puzzlestück ich wohl diesmal finde.

Denn letztlich ist Deathloop genau das: ein großes, mörderisches Puzzle, gewissermaßen das Anti-Cluedo: Wen schalte ich wo auf welche Weise aus? Wer ein Faible dafür sowie für ausgefallene Settings mitbringt, muss Deathloop spielen. Ja: muss. Ich werde das abfragen, wenn wir uns mal treffen!

Jonas Gössling
@jogel19

Deathloop ist einmal mehr der Beweis dafür, dass es aktuell kaum ein Studio gibt, das solch genialen Level designen kann. Man merkt dem Shooter zu keinem Zeitpunkt an »nur« vier Gebiete zu erkunden. Viel wichtiger aber noch: Das Zeitschleifenkonstrukt geht auf - und das sogar völlig ohne Zeitdruck. Ich habe immer genug Zeit, mir alles anzuschauen und werde dann auch noch mit neuen Erkenntnissen belohnt.

Viele Methoden, um Visionäre auszuschalten, habe ich erst lange nach dem ersten Abspann entdeckt. Einzige Nachteile meiner Spielerfahrung: Das Ende hätte einen deutlich besseren Schlusspunkt gebraucht. Dafür tauchen einfach schon zu häufig vorher coole Story-Details- und Twists auf. Auch dass es nur eine Lösung für den perfekten Loop gibt, fand ich sehr schade. Aber unterm Strich hatte ich fast ausnahmslos 30 Stunden Spaß - mehr kann man doch von einem Shooter wirklich nicht verlangen.

Natalie Schermann
@theycallmelie

Jetzt heben mal bitte alle die Hand, die bis kurz vor Release nicht wirklich verstanden haben, was Deathloop eigentlich für ein Spiel ist. Hero-Shooter à la Overwatch? Multiplayer-Shooter mit Story? Ein paar Minuten nach Spielstart macht es endlich auch bei mir Klick: Es ist ein Singleplayer-Spiel und fühlt sich durch und durch nach Arkane an! Das Herumschleichen, das Experimentieren mit den Waffen, Fähigkeiten und der Umgebung, die peinlichen Fehler meinerseits - all das erinnert stark an Dishonored und zieht mich sofort in den - haha - Loop!

Obwohl ich dieselben Bereiche immer und immer wieder besuche, finden sich neue Herausforderungen, neue Wege und neue »Was wäre wenn?«-Szenarien. Arkane beweist mal wieder ein Händchen für cleveres Level- und Spieldesign: Roguelikes gehören zu meinem absoluten Hass-Genre. Doch die Deathloop-Entwickler schaffen es, dass selbst die Zeitschleifen und das Zurücksetzen des Fortschrittes Spaß machen und sich nicht nach Versagen anfühlen.

Nur beim Marketing sollte Arkane nochmal einiges überdenken. Der hoch angepriesene Multiplayer-Modus stellt sich für mich nämlich als Reinfall heraus. Klar, es kann für ein paar Loops ganz witzig sein, als Julianna einem random Colt das Leben schwer zu machen und die ganze Stadt auf ihn zu hetzen. Mir fehlt hier aber die Langzeitmotivation. Ein Multiplayer-Modus, bei dem ein Spieler die Story mit Colt und ein anderer mit Julianna spielt und sich die Loops dann überkreuzen - das hätte ich viel lieber gesehen.

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