Diablo Immortal: Lootbox-Mechanik verhindert wohl Release in Belgien und den Niederlanden

Das Action-RPG Diablo Immortal wird in Belgien und den Niederlanden nicht verfügbar sein. Das liegt offensichtlich an dessen Ingame-Shop.

von Tillmann Bier,
30.05.2022 17:19 Uhr

Kurz vor dem Release des Action-Rollenspiels Diablo Immortal wurde bekannt, dass das Spiel in Belgien und den Niederlanden nicht erscheinen wird. In einem offiziellen Statement bleibt Blizzard zwar wenig konkret, es besteht aber Grund zu der Annahme, dass diese Maßnahme mit dem kontroversen Ingame-Shop von Diablo Immortal zusammenhängt.

Was es im Shop des neuen Diablo zu kaufen gibt und ob das Pay2Win ist, haben wir für euch zusammengefasst. Immortal darf unter anderem auch deswegen kein Vorbild für Diablo 4 sein, wie Michael Graf eindringlich warnt:

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Aus dem App-Store verschwunden

Die niederländische Website Tweakers berichtete zuerst darüber, dass Diablo Immortal weder in Belgien noch in den Niederlanden verfügbar sein wird. Zwar sei es Ende April zunächst in beiden Ländern möglich gewesen, sich in den App-Stores vorab für einen Zugang zu registrieren, doch diese Möglichkeit wurde nach einigen Tagen wieder abgeschaltet.

Tweakers holte eine offizielle Stellungnahme von Blizzard ein, die besagte, dass Diablo Immortal tatsächlich weder für Mobilegeräte noch für den PC verfügbar sein wird. Grund seien die Betriebsbedingungen für Spiele in diesen Ländern. Zwar wollte man es wohl nicht aussprechen, aber damit sind offensichtlich die strengen Gesetze zur Einschränkung des Glücksspiels in Belgien und den Niederlanden gemeint.

Was gilt in Deutschland? Zuletzt wurden auf europäischer Ebene die Regeln für simuliertes Glücksspiel verschärft und Spiele infolgedessen nur altersbeschränkt freigegeben. Die in Deutschland zuständige USK prüft Spiele aber weiterhin im Einzelfall. Mehr darüber erfahrt ihr hier:

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Lootboxen gelten als Glücksspiel

Die belgische Glücksspielkommission geht hingegen entschlossen gegen Lootboxen in Spielen vor. Sobald Lootboxen mit Echtgeld gekauft werden und deren Inhalte von Wahrscheinlichkeiten abhängig sind, verstößt das gegen die dort geltenden Gesetze. Viele Free2Play-Spiele erscheinen deshalb dort gar nicht erst.

In den Niederlanden ist die Lage dagegen komplizierter. Auch hier bemüht man sich um eine Regulierung von Glücksspiel. Aber Lootboxen werden nur als Glücksspiel kategorisiert, wenn deren Inhalte weitergehandelt werden können. Eine solche Möglichkeit wird es in Diablo Immortal jedoch voraussichtlich nicht geben.

Außerdem verlor die niederländische Glücksspielbehörde zuletzt eine Klage wegen der Lootboxen in FIFA. Das zuständige Gericht entschied, dass diese nicht gegen Glücksspielgesetze verstoßen. Darüber, waas Fifa Ultimate Team besonders problematisch macht, berichten wir hier:

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Ein Verbot in den Niederlanden scheint aus diesen Gründen, also der Definition von Lootboxen und des Urteils zugunsten dieser, nicht ganz so wahrscheinlich wie in Belgien. Gut möglich ist es aber, dass Publisher Blizzard das Risiko eines Verbots bereits genug war, um den Release in beiden Ländern zu streichen und so eine juristische Auseinandersetzung von vornherein zu verhindern.

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