1. Lootboxen und Mikrotransaktionen
Wahrscheinlich wird jede Gaming-Publikation im Jahresrückblick die gleiche Bilanz ziehen: 2017 war das Jahr der Lootbox. Fast kein Triple-A-Titel kam ohne die DLC-Wundertüten aus, in denen man optional gegen echtes Geld Ingame-Gegenstände erwerben kann: Mass Effect: Andromeda hatte sie, EAs Sportspiele (Madden 18, Fifa 18, NHL 18) sowieso, außerdem Call of Duty: WW2, Need for Speed: Payback, Mittelerde: Schatten des Krieges und natürlich auch der König der Lootbox: Star Wars: Battlefront 2.
Bei Entwickler Bungie fand man zeitweise offenbar sogar eine Stellenausschreibung, in der gezielt nach einem Senior Progression Designer gesucht wurde, der den Echtgeld-Shop und das Eververse von Destiny 2 sinnvoll weiterentwickeln würde. Die Ausschlachtung von Mikrotransaktionen und Lootboxen ging soweit, dass Kommissionen in mehreren Kontinenten untersuchten, ob es sich dabei um illegales Glücksspiel handelte. In Deutschland übrigens aktuell noch nicht - wir haben uns von einem Anwalt erklären lassen, warum.
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Star Wars: Battlefront 2 - Testvideo: Die dunkle Seite ist stark
Und das muss man sich nur mal vor Augen führen: Battlefront 2 sollte die eierlegende Wollmilchsau für Star-Wars-Fans werden. Stattdessen verpackt es echte spielerische Vorteile in einem aufgesetzten System aus Grinding-Lotterien. Und so entwickelte es sich zum größten PR-Fiasko des gesamten Jahres, zog den unbeliebtesten Reddit-Post aller Zeiten nach sich, sorgte in zig Nationen für Glücksspiel-Untersuchungen und machte sich glücklicherweise auch in enttäuschenden Verkaufszahlen bemerkbar.
»Glücklicherweise«, weil solche Praktiken von der Community abgestraft gehören. Die Vergangenheit hat schon häufiger gezeigt, dass lukrative neue Geschäftsmodelle innerhalb der Gaming-Landschaft so lange ausgeschlachtet werden, bis die Blase platzt. Battlefront 2 ist diese geplatzte Blase - und jetzt dürfen die Publisher für 2018 gerne alle daraus lernen.
PLUS
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