Eigentlich müsste ich Elden Ring doof finden, aber ich kann nicht aufhören

Meinung: Man muss Elden Ring nicht mögen. Aber man muss anerkennen, dass From Software hier etwas Beispielloses geschaffen hat, findet Petra.

von Petra Schmitz,
05.04.2022 16:53 Uhr

Natürlich ist die Optik ein großer Reiz des Spiels, ein noch größerer ist zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Natürlich ist die Optik ein großer Reiz des Spiels, ein noch größerer ist zu wissen, was sich dahinter verbirgt.

Elden Ring ist für Spielejournalisten das, was der Kirkjufell auf Island für ambitionierte Hobbyfotografen ist: Jeder will sich ein Bild davon machen. Ich vereine beides in mir, ich habe also diesen inzwischen totgeknipsten Berg (selbstverständlich samt Langzeitbelichtungswasserfall im Vordergrund, zweites Bild in zweiter Reihe) fotografiert. Außerdem habe ich in Elden Ring inzwischen über 75 Stunden auf der Uhr. Was zwangsläufig dazu führt, dass ich mich dazu äußern muss. Weil sich alle zu Elden Ring äußern müssen, die es gespielt haben. Weil es gar nicht geht, es nicht zu tun!

Ich möchte, und das ist wirklich wichtig in diesem Kontext, zwei Dinge vorausschieben. Erstens: Ich finde aktuelle Open-World-Spiele inzwischen irrsinnig ermüdend, ich fasse sie im Regelfall nicht mal mehr an, auch dann nicht, wenn sie so schön wie Red Dead Redemption 2 oder Horizon Zero Dawn sind.

Zweitens: Souls-Spiele waren mir bis neulich herzlich egal. Und das sind sie in ihrer Grundbedeutung tatsächlich noch immer. Ich schaue aus der Distanz auf die Diskussionen über Easy Mode und Gatekeeping und ob man nur dann ein echter Gamer ist, wenn man Boss XYZ lediglich in Unterwäsche und mit einer Holzkeule gelegt hat. Dann wende ich mich seufzend ab. Ich verstehe den Reiz, sich an so etwas abzuarbeiten, aber reizen tut es mich nicht.

Die Autorin: Petra hat im Laufe der Jahre etliche Open-World-Spiele gespielt. Viele davon mit großer Freude, einige hat sie sogar für GameStar getestet. Eine erste Müdigkeit gegenüber diesem Designkonzept setzte allerdings schon beim zweiten Assassin’s Creed ein. Relativ genau nach dem Intro. Danach tritt Ezio das erste Mal hinaus in die offene Welt von Florenz – und überall blinkt irgendwas und will gesammelt und abgehakt werden. Seitdem ist der Begriff Open World für sie leider kein positiv belegter mehr.

Bosse wegschmelzen

Auch nach nunmehr 75 Stunden in Elden Ring hat sich das nicht geändert. Ab und zu überlege ich, ob ich meinen Mage umskillen soll, weil ich einfach auch mal mit so einem gigantischen Schwert und in fetter Rüstung durch die Gegend reiten möchte, aber dann fällt mir wieder ein, wie angenehm es ist, mit Azurs Komet die dicksten Bosse einfach wegzuschmelzen.

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