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Seite 3: Far Cry 5 im Test - Kult geht anders

Wildlands lässt grüßen

Die vielen Haupt- und Nebenmissionen von Far Cry 5 spielen sich indes recht ähnlich. Das hat Vor- und Nachteile. Die gute Seite: Selbst kleine Nebenmissionen werden durch Zwischensequenzen und Gespräche eingeleitet, wirken »wertiger« als die Sidequests vieler anderer Open-World-Spiele. Die Kehrseite: Wie bei Ghost Recon: Wildlands stößt man auf sehr viel Gleichförmigkeit.

Ballere hier zehn Gegner weg, erobere dort eine Festung, besorg drei Grizzly-Felle, verteidige einen Punkt auf der Karte, verfolge Kultisten mit dem Auto. Damit deckt man im Prinzip das komplette Spektrum von Far Cry 5 ab. Eine Traumsequenz müssen wir sogar viermal (!) wiederholen, obwohl sich nur Kleinigkeiten ändern. Die Gegner sortieren sich nach dem Grad ihrer Panzerung, außerdem gibt's Scharfschützen, feindliche Wölfe und eine Horde aus Drogen-Zombies.

Wer will, kann viele Aufgaben auch schleichend erledigen. Das Stealth-System der Vorgänger kehrt zurück - Rook erledigt unachtsame Gegner mit Bogen oder Nahkampf-Takedown. Das funktioniert und macht auch Spaß, ganz generell ist spielerische Freiheit ja meist eine tolle Sache.

Die Verfolgungsjagden spielen sich gerade auf dem PC sehr rund, weil man frei mit der Knarre zielen kann. Die Verfolgungsjagden spielen sich gerade auf dem PC sehr rund, weil man frei mit der Knarre zielen kann.

Apropos »Funktionieren«: Dass man in einem Shooter häufig, ähm, schießen muss, um eine Mission zu erledigen, ist ja an sich nicht verkehrt. Gerade bei Wildlands wurde die Gleichförmigkeit dadurch abgeschwächt, dass das eigentliche Shooter-Gameplay so gelungen war. Bei Far Cry 5 sieht das allerdings ein bisschen anders aus.

Durchsieben ohne Widerstand

Das Schuss- und Treffergefühl der Waffen fällt nämlich ziemlich mau aus. Schade, denn das Arsenal kann sich wirklich sehen lassen: Rook wählt aus Dutzenden Gewehren, Sniper Rifles, Schrotflinten, LMGs, Pistolen, SMGs und, und, und. Für jede Wumme lassen sich außerdem Aufsätze kaufen, beispielsweise Schalldämpfer, Visiere und größere Magazine. Hier gibt's wirklich nichts zu meckern.

Wenn nur das eigentliche Schießen ein bisschen mehr Spaß machen würde. Häufig wissen wir gar nicht, ob unsere Schüsse überhaupt ihr Ziel gefunden haben, weil die Kugeln ohne jeden Aufschlag durch Feinde fliegen.

Gerade die dick gepanzerten Kultisten schlucken Magazin für Magazin, ohne dass es physisch oder durch Soundeffekte irgendeine Treffermarkierung gibt. Und man kann nur raten, wann man einen Drogenzombie wirklich umgebracht hat. Die Kerle stehen häufig wieder auf.

Ein paar Ausnahmen gibt es: Kopfschüsse mit Pfeil und Bogen schleudern Gegner spürbar nach hinten. Einmal haben wir sogar per Pfeil einen Helikopter-Schützen ausgeschaltet. Da wäre sogar Rambo neidisch. Und C4-Explosionen sorgen für einen wirklich beeindruckenden Rumms im Kultisten-Karton.

Der Bogen gehört zu den mächtigsten Waffen in Far Cry 5. Der Bogen gehört zu den mächtigsten Waffen in Far Cry 5.

Aber unterm Strich fühlen sich die Gefechte alles andere als satt an. In einem Scharfschützenduell wussten wir zum Beispiel häufig nicht, was uns jetzt eigentlich verletzt, weil es quasi kein Einschlag-Gefühl gibt. War's der Schütze? Irgendein anderer Typ? Oder der Wolf, der uns gerade am Bein rumkaut? Oder alle drei?

Die Höhen der KI

Nicht falsch verstehen: Die Ballereien unterhalten durchaus - gerade wegen der üppigen Waffenauswahl. Far Cry war schon immer ein Mix aus mehreren Spiel-Elementen, zwischen denen man frei wählen kann: Ein Dschungelkrieger, der durch eine feindliche Open World schleicht und mit diversen Mitteln für Unruhe sorgt. Dieser Kern bleibt erhalten und funktioniert.

Auf dem PC profitiert das Waffen-Handling außerdem vom manuellen Zielen mit der Maus. So sehr, dass manche Konfrontationen gelegentlich fast schon zu leicht werden - selbst auf dem höchsten der drei Härtegrade -, weil die Platzierungen der Gegner eher auf das trägere Aiming der Konsolenfassungen ausgelegt scheinen. Mit der Tastatur fehlen zudem die störenden Doppelbelegungen des Gamepads, bei dem Nachladen, Beute sammeln und Waffe tauschen auf demselben Knopf liegen.

Doch selbst mit Maus und Tastatur erreicht das Schießen lange nicht die Qualität eines Wolfenstein: The New Order. Die KI hilft da nur bedingt, denn die NPCs von Hope County leiden unter sehr starken Intelligenzschwankungen. Höhepunkt sind hier Rooks Begleiter: Durch Quests sorgen wir dafür, dass sich Leute unserer Sache anschließen.

Gefährten erleichtern das Erobern von Festungen enorm. Gefährten erleichtern das Erobern von Festungen enorm.

Assassinin Jess, Helikopterpilotin Adeleide, Bazooka-Dumpfbacke Hurk - von Piloten, über Schützen bis hin zu gezähmten Grizzly-Bären können wir jederzeit Begleiter an unsere Seite rufen und auf Ziele ansetzen.

Häufig funktioniert das wirklich gut. Gemeinsam mit der flinken Jess schalten wir ein ganzes Lager mit Pfeil und Bogen aus. Oder wir rufen Luftunterstützung, um eine Straßenblockade zu zerstören. Hier verbirgt sich ein enorm unterhaltsames Chaos-Potenzial. Per Greifhaken können wir uns sogar in einen Helikopter ziehen und selbst das Steuer übernehmen. An anderer Stelle versagt die KI dafür komplett.

Far Cry Arcade: Far Cry 5 bietet einen ziemlich üppigen Leveleditor, den man an unzähligen Stellen in der Spielwelt oder übers Hauptmenü aufrufen kann. Innerhalb dieser sogenannten Far Cry Arcade kann man Missionen von anderen Spielern oder von Ubisoft herunterladen, allein oder mit einem Kollegen spielen. Auch einen PvP-Multiplayer soll man hier finden. Dieses Feature können wir allerdings erst nach Release ausgiebig testen, die ersten (von Ubisoft bereitgestellten) Missionen zeugen aber durchaus von Kreativität. Beispielsweise muss man durch ein physikalisch unmögliches Irrenhaus schleichen. Das erinnert an Alice im Wunderland. Oder Constantines Villa in Dark Project.

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