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Far Cry 5 im Test - Kult geht anders

Ubisoft entwickelt aktuell viele Spieleserien wie Assassin’s Creed und Rainbow Six gehörig weiter. Far Cry 5 überrascht im Review zumindest mit seinem Szenario, aber auch damit, wie wenig es daraus macht.

von Dimitry Halley,
09.04.2018 12:00 Uhr

Far Cry 5 - Testvideo: Für wen der Open-World-Shooter sich eignet 8:05 Far Cry 5 - Testvideo: Für wen der Open-World-Shooter sich eignet

Über Kulte, Sekten und Gehirnwäsche lassen sich so viele wichtige Geschichten erzählen. Wie verlockend charismatische Anführer sein können, wenn man im eigenen chaotischen Alltag einfach keine Glückseligkeit findet. Erzählungen darüber, wie sich eine vermeintlich harmlose Gruppe von Gläubigen Schritt für Schritt in jede Pore des eigenen Lebens drängt. Wie man als gestandener Mensch in die totale Abhängigkeit gerät. Und wie mitten in aufgeklärten Staaten Keimzellen der Misshandlung entstehen können.

Im Interview mit der GameStar erzählt uns Kultismus-Experte Rick Ross (nicht der Rapper) beispielsweise von der Colonia Dignidad: Eine deutschstämmige, befestigte Siedlung in Chile, in der über Jahrzehnte Menschen misshandelt, mit Elektroschocks gequält und seelisch verstümmelt wurden. Derselbe Rick Ross fungiert als Berater für die Entwickler von Far Cry 5, das jetzt für PC, Xbox One und PS4 erschienen ist.

Technik-Check: Wie flüssig läuft Far Cry 5?

Aber was macht Far Cry 5 aus so einem sensiblen, hochbrisanten Thema? Genetisch hochgezüchtete Mörderwölfe, wilde Verfolgungsjagden und Zombies! Also nicht von der untoten Sorte, sondern Drogenopfer, die im Spiel als hirntot deklariert werden und aus reinem Instinkt auf den Spieler zu rennen. Man muss sie mehrfach töten, kann sie kurioserweise auch mit kleinen Fleischködern auf andere Leute hetzen.

Far Cry 5 ist die Michael-Bay-Variante einer subtilen Beschäftigung mit dem Thema Kultismus. Hier und da erkennt man gelungene Ansätze, im großen Ganzen blicken wir auf eine Fassade, hinter der sich das übliche Open-World-Allerlei vergangener Serienteile verbirgt. Aber hey, vielleicht macht das ja wenigstens spielerisch Spaß.

Shooter dürfen dumm sein

Jetzt kann man natürlich einwerfen: »Was erwartet ihr denn für eine tiefgründige Story in einem Open-World-Shooter? Natürlich wird da ordentlich geballert!« Stimmt auch. Shooter dürfen selbstredend dumm sein. Mal ehrlich, wenn die spielmechanische Grundidee von Far Cry 5 beinhaltet, Hunderte Hillbillies im fiktiven US-amerikanischen Hope County mit der Kalaschnikow zu durchsieben, dann liegt eine Story im Steven-Seagal-Kaliber natürlich näher als Carl Jungs Tiefenpsychologie.

Far Cry 5 - Sreenshots ansehen

Nur weckt Far Cry 5 eben seit Monaten die Erwartungshaltung, dass wir's hier mit einer erwachsenen Geschichte zu tun bekommen. Terrorismus aus den USA. Religiöser Fanatismus. Übersteigerter Patriotismus. Ubisofts Producer Dan Hay konstatierte zur E3 2017, Spiele seien mittlerweile reif genug, um solche brisanten Themen genauso zu kommentieren wie Filme und Bücher. Diese Messlatte schreibt sich Far Cry 5 auf die Packung, und hier verschleudert das Spiel immenses Potenzial.

Denn die Rahmenhandlung klingt wirklich spannend: Der charismatische Joseph Seed hat mitten in Montana eine apokalyptische Glaubensgemeinschaft um sich geschart, die sich auf eine Art heiligen Krieg gegen den Rest der Welt vorbereitet.

Sein Bruder Jacob Seed hebt zu diesem Zweck eine Armee aus leichtgläubigen Jüngern aus, die durch Gehirnwäsche zu Soldaten gemacht werden. Schwester Faith Seed nutzt Drogen, um die Arbeiter gefügig zu halten. Und der jüngste Bruder John Seed kümmert sich um die PR und den Schein juristischer Legalität. Eine schrecklich nette Familie.

Plus-Report: Die Faszination des Bösen in Far Cry

Erstmal Klamotten shoppen

Als Spieler schlüpft man wahlweise in die Rolle einer jungen Polizistin oder eines jungen Polizisten, von allen schlicht Rook genannt (als Abkürzung für Rookie). In einem sehr zweckmäßigen Charaktereditor pickt man sich noch eine Lieblingsfrisur heraus, kleidet die Figur ein (warum auch immer man das in einem Ego-Shooter braucht) und los geht die Tour nach Hope County.

Wie in Far Cry 3 und 4 entscheiden wir selbst, ob wir laut oder leise vorgehen.Wie in Far Cry 3 und 4 entscheiden wir selbst, ob wir laut oder leise vorgehen.

Das Ziel: Joseph Seed und seine Sippe verhaften. Dabei geht natürlich einiges schief, der eigene Trupp aus US Marshals gerät unter Beschuss und man endet allein in der offenen Spielwelt.

Vor uns liegt eine knapp 30-stündige Reise, Rook findet neue Verbündete, sammelt überlebende Kollegen ein und kämpft sich durch drei Gebiete, die jeweils Jacob, John und Faith Seed gehören. Während man die Landschaften sukzessive von bösen Kultisten befreit, findet das Spiel knapp ein Dutzend Mal irgendeinen Grund, Rook bewusstlos werden zu lassen (mal Drogen, mal Betäubungspfeile, mal Gehirnwäsche).

Dann erwachen wir bei einem der Seed-Geschwister und dürfen uns Dialoge mit den Schurken anhören, die wie Malen nach Far-Cry-Zahlen wirken: Wie Vaas Montenegro aus Far Cry 3 und Pagan Min aus Far Cry 4 sprechen die Seed-Schurken immer wieder ruhig, bedächtig, fast schon freundlich mit uns, blicken Rook tief in die Augen. Und dann gibt's am Ende eine Pointe, die zeigen soll, wie unfassbar böse diese Familie ist.

Mehr Schein als Sein

Diese Szenen mögen schockieren, wenn man noch nie ein Far Cry gespielt hat, aber hinter Joseph Seeds »Ich töte Babys«-Fassade steckt eigentlich nur hohles Gewäsch. Bis zum Ende gewinnt die Sektenbewegung kaum an Substanz - und auch wenn's einen schockierenden Twist gibt, macht das den Weg bis zum Finale und Josephs Seeds Persönlichkeit nicht interessanter. Zumal unsere eigene Figur komplett stumm bleibt.

Die NPCs, die man trifft, torpedieren Rook dafür mit belanglosen Sprüchen. Zu den Highlights gehören da bereits schräge Vögel wie Senatorenkandidat Hurk Drubman Sr., der sich unter dem Motto »Make Hope County Great Again« mit einer Kanonade von Redneck-Sprüchen und Anti-Obama-Slogans zur Karikatur aufschwingt. Kleine Randnotiz: Dabei handelt es sich um den Vater von Hurk aus Far Cry 3 und 4, der auch in Teil 5 als Buddy für Rook zur Verfügung steht.

Die meisten Interaktionen mit den Bewohnern Hope Countys bleiben aber Hintergrundrauschen, das man schnell vergisst. Außerdem werden die wichtigeren Figuren aus Rooks Team tatsächlich mehrfach durch den mehr oder weniger gleichen Plot-Twist (Stichwort: Gehirnwäsche) getrieben. Gähn.

Diese Traumsequenz hier müssen wir mehrfach wiederholen, ohne dass sie sich bedeutend unterscheidet.Diese Traumsequenz hier müssen wir mehrfach wiederholen, ohne dass sie sich bedeutend unterscheidet.

Far Cry 5 lässt sich gut mit The Division vergleichen: Die Szenarien rund um Fanatismus und Pandemien wurden aufwendig recherchiert, im fertigen Spiel allerdings zu einer ziemlich hanebüchenen Handlung mit völlig belanglosen Figuren, Dialogen und Aussagen verarbeitet. Aber hey, so kann man das Gebabbel wenigstens guten Gewissens hinter sich lassen und die Natur erkunden. Denn wie im postapokalyptischen New York gibt's in Hope County viel zu sehen.

Kein Pay2Win: Far Cry 5 bietet Mikrotransaktionen, man kann also gegen echtes Geld Ingame-Gegenstände erwerben. Deshalb haben wir eingehend geprüft, ob sich dadurch spielerische Vorteile ergeben, die gemäß unserer Wertungsrichtlinien eine Pay2Win-Abwertung rechtfertigen. Far Cry 5 bietet kosmetische Gegenstände für echtes Geld, also Klamotten oder bestimmte Waffenskins. Außerdem kann man bereits früh an starke Waffen oder bewaffnete Fahrzeuge gelangen. Allerdings lassen sich alle verfügbaren Sachen schnell durch Ingame-Währung erspielen. Man ist also in keinerlei Hinsicht auf den Echtgeld-Shop angewiesen. Wir sehen deshalb von einer Abwertung ab.

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