Fortnite - Michael Pachter erklärt, warum das Finanzierungsmodell ohne Lootboxen so erfolgreich ist

Branchenanalyst Michael Pachter nimmt selten ein Blatt vor dem Mund und hat während einer Gesprächsrunde erklärt, wieso das Geschäftsmodell von Fortnite einfach »brillant« ist.

von Martin Dietrich,
30.05.2018 09:56 Uhr

Fortnite ist ein Megaerfolg. Dafür verantwortlich ist laut Michael Pachter auch das Preismodell.Fortnite ist ein Megaerfolg. Dafür verantwortlich ist laut Michael Pachter auch das Preismodell.

Kurze Zeitfenster für Skin-Käufe, ein fairer Battle Pass und der Verzicht auf Glücksspielmechanismen machen Fortnite zur beliebten Gelddruckmaschine, so lautet zumindest die Einschätzung des Branchenanalysten Michael Pachter von Wedbush Securities.

Zugegeben, Pachters Worte sind meistens gutes Material für markige Überschriften und im Laufe seiner Analystenkarriere hat er schon dutzende Male den Tod des PCs oder andere falsche Trends vorhergesagt.

So sagte er voraus, dass die Nintendo Switch zum Release ein Flop werden und der Preis zu hoch angesetzt wäre. Das Gegenteil war der Fall. In der Industrie ist er aber gut vernetzt und hat während eines Interviews mit Venturebeat einige interessante Gedanken zum Geschäftsmodell von Fortnite formuliert.

Wird Fortnite viele Nachahmer anlocken?

Für Pachter ist die Herangehensweise von Entwickler Epic Games schlicht »brillant«, weil Spieler nur für einen kurzen Zeitraum die Gelegenheit haben, einen bestimmten Skin in Fortnite zu kaufen. Dadurch, dass viele Outfits wöchentlich aus dem Shop rotieren, entsteht ein enormer Kaufanreiz.

"Ich denke immer noch, dass es den brillantesten Preismechanismus, den ich je gesehen habe, in Fortnite gibt. Sie bringen Skins mit einer begrenzten Lebensdauer. Wenn du bis zum Ende der Woche den Skin nicht kaufst, ist dieser für immer verschwunden. Sie verlangen 20 Dollar. Einfach Brillant.

Die Leute sagen: 'Oh mein Gott, das habe ich letzte Woche nicht gekauft und nun ist er weg! Ich kaufe besser den nächsten. 20 Dollar für einen Skin. Jeder wird das nachahmen, denke ich. Wenn die Publisher einen Weg finden können, mehr Geld zu verdienen und zugleich den Zufall zu eliminieren - sicher mach sie das dann. Sie würden alle mehr Geld verdienen, das ist klar."

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Game Pass verkauft sich extrem gut

Auch der Game Pass ist für Pachter ein wahrer Umsatzmotor. Theoretisch könnte man mit einem einmal gekauften Pass gleich den nächsten finanzieren. Wenn man alle Stufen des Battle Pass erreicht, erhält man auch V-Bucks (die Ingame-Währung) im Wert von 15 Euro. Dieses faire Modell locke viele Spieler an, die für wenig Geld sehr viel Inhalt und Gründe zum Weiterspielen bekommen.

"Sie können den Game Pass für immer spielen, wenn sie einmal 10 Dollar ausgeben haben. Das ist super schlau. Die Spieler werden sehen, dass jemand diesen schwer zu bekommenden Skin hat, und dann werden sich mehr Leute den Game Pass holen. Epic erzählte mir vor 12 Wochen, dass der Battle Pass, der vor 12 Wochen angefangen hat, am ersten Tag fünf Millionen Mal verkauft wurde. 50 Millionen Dollar am Tag? Das ist ein gutes Geschäftsmodell. Ich denke, viele Publisher werden das kopieren und auf Kosmetik umstellen, so braucht sich niemand über PayToWin zu beschweren."

Fortnite setzt indes seinen Erfolg durch die Verkaufscharts fort und wird vermutlich mit Update 4.3 ein ungewöhnliches Fahrzeug hinzufügen. Wer sich für die spielerischen Aspekte nur peripher interessiert, könnte aber vielleicht einen Blick auf unsere Story-Übersicht werfen. Denn trotz schrumpfender Kampfzonen und wilden Gefechten mit selbstgebauten Festungen, steckt in Fortnite tatsächlich auch eine Geschichte.

Quelle: Venturebeat

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