Für 4,05 Milliarden US-Dollar hat George Lucas 2012 die Star-Wars-Lizenz an Disney verkauft und sich damit offiziell von seinem legendären Sci-Fi-Franchise verabschiedet. Seitdem ist der Mäusekonzern alles andere als untätig geblieben und hat fünf verschiedene Kinofilme sowie zehn TV-Serien herausgebracht.
Darüber, was seitdem mit Star Wars passiert ist, wird hitzig diskutiert. Und solltet ihr euch in den nächsten Diskussionen darauf berufen wollen, was George Lucas von den Disney-Produktionen hält, können wir euch weiterhelfen.
In dieser Übersicht haben wir alle Aussagen des heute 81-jährigen Star-Wars-Vaters gesammelt, die sich in den unendlichen Weiten des Internets finden lassen. Aber seid schon mal gewarnt: Oft ist George Lucas wie ein echter Gentleman vor allem diplomatisch geblieben.
Was George Lucas über das Star Wars von Disney denkt
Aber überzeugt euch einfach selbst.
Episode 7 war für George Lucas eine kreative Enttäuschung
2015 brach mit Das Erwachen der Macht eine neue Star-Wars-Ära an: Unter der Regie von J.J. Abrams stellte sich eine neue Generation an Heldinnen und Helden der Bedrohung durch die Erste Ordnung. Episode 7 war ein gigantischer Erfolg und spielte bei einem Budget von 306 Millionen US-Dollar weltweit über zwei Milliarden ein.
Das Leinwanddebüt von Rey (Daisy Ridley), Finn (John Boyega), Poe (Oscar Isaac) und Co. war aber nicht frei von Kritik. Denn in den Augen zahlreicher Zuschauer stellte Star Wars 7 letztendlich einen Neuaufguss von Episode 4 - Eine neue Hoffnung dar.
Ein Punkt, an dem sich auch George Lucas immens störte, wie aus dem Buch von Bob Iger The Ride of a Lifetime: Lessons Learned from 15 Years As CEO of the Walt Disney Company
hervorgeht. Hier beschreibt Iger die unmittelbare Reaktion von Lucas nach einer Vorführung von Episode 7:
[Lucas] machte aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. Es gibt nichts Neues, meinte er. Für ihn war es wichtig, in jedem Film seiner ursprünglichen Trilogie neue Welten, neue Geschichten und neue Technologien zu präsentieren. [Zu Episode 7] meinte er, es gäbe nicht genügend visuelle oder technische Schritte nach vorn.
Ebenso war Lucas ein Dorn im Auge, dass Disney keine seiner Ideen und Story-Konzepte für die Sequel-Trilogie berücksichtigte und stattdessen eine eigene Geschichte erzählte. Hier zitiert TheRollingStone den legendären Star-Wars-Schöpfer wie folgt:
Sie haben sich meine Geschichten angeschaut und gemeint: Wir wollen etwas für die Fans erschaffen.
Sie haben sich dazu entschieden, meine Geschichten nicht zu verwenden und ihr eigenes Ding durchzuziehen. Sie waren ohnehin nicht so scharf darauf, dass ich ein Wort mitrede … und dann habe ich gemeint: Okay, dann gehe ich meinen eigenen Weg und ich lass sie ihren Weg beschreiten.
Für den Kontext: Ursprünglich hatte George Lucas eigene Ideen für eine Sequel-Trilogie entworfen, die auf Episode 6 - Die Rückkehr der Jedi-Ritter folgt. Dazu kennen wir einige Details wie zum Beispiel, dass Darth Maul als Gangster-Boss zurückkehren, Luke Skywalker eine eigene Jedi-Akademie leiten und eine junge Heldin namens Kira im Mittelpunkt stehen sollte.
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George Lucas machte Episode 8 ein Kompliment
2018 erschien mit Die letzten Jedi unter der Regie von Rian Johnson der Mittelteil der neuen Sequel-Trilogie, der Star-Wars-Fans spaltete wie kein anderer Film: Zwischen dem besten Star Wars seit Episode 5
und verrät alles, wofür der Krieg der Sterne steht
war so gut wie alles dabei. Sogar Luke-Skywalker-Darsteller Mark Hamill hielt sich mit seiner Kritik nicht zurück.
Zu Episode 8 hat sich Lucas nie öffentlich geäußert. Doch seiner Assistentin Connie Wethington (via THR) zufolge soll der Star-Wars-Schöpfer gemeint haben, Die letzten Jedi sei wunderschön gemacht
.
Nun. Das kann alles und nichts bedeuten. Besonders spannend ist wiederum, dass sich Lucas und Johnson persönlich getroffen haben sollen, aber worüber die beiden dann gequatscht haben, bleibt bis heute ein Geheimnis.
Was George Lucas von Episode 9 hält, bleibt ein Mysterium
Apropos Geheimnis. Machen wir es kurz und schmerzlos: Niemand weiß, was George Lucas von Der Aufstieg Skywalkers hält oder ob er den Abschluss der Sequel-Trilogie überhaupt gesehen hat. (So war Lucas beispielsweise nicht einmal bei der Premiere des Films zu Gast.)
Vielleicht ist es aber auch besser so … Denn Episode 9 ist zweifelsohne auf mehreren Ebenen eine riesige Enttäuschung. So wurde die Skywalker-Saga eher schlecht als recht zu einem Ende gebracht, während kontroverse Entscheidungen (wie zum Beispiel die Rückkehr von Imperator Palpatine) massiv kritisiert wurde.
Episode 9 war kein Flop, aber hat dem ohnehin schon angekratzten Image von Star Wars unter Disney einen weiteren massiven Dämpfer verpasst. Die Resonanz seitens der Presse und Fans war in Kombination mit dem Flop des Han-Solo- … Solo-Films ausschlaggebend dafür, dass der Sternenkrieg bis zum Release von The Mandalorian & Grogu eine Kinopause einlegte.
George Lucas ist ein Fan von Rogue One!
2016 erzählte Gareth Edwards die direkte Vorgeschichte zu Episode 4 - Eine neue Hoffnung und wie die Rebellen-Allianz an die Pläne des ersten Todessterns kommen konnte. Die Produktion war aber nicht ohne Turbulenzen und im Laufe der Jahre stellte sich heraus, dass der Serien-Chef von Andor Tony Gilroy bei dem Film viel auf Kurs bringen musste.
In den Augen vieler Star-Wars-Fans gilt Rogue One als das beste Sternenkrieg-Kapitel seit Episode 5 - Das Imperium schlägt zurück. Und sowohl Edwards als auch Gilroy berichteten, davon, dass sie von Lucas äußerst positives Feedback bekamen:
- In einem Reddit-AMA erklärte Gareth Edwards, dass Lucas die Dreharbeiten zu Rogue One besuchte und spürbar angetan von dem Geschehen und den Ideen war.
- Tony Gilroy berichtete von einem 45-minütigen Telefongespräch mit Lucas, bei dem der Star-Wars-Schöpfer seine Begeisterung gegenüber Rogue One zum Ausdruck brachte. Gilroy zufolge hat George Lucas Rogue One
geliebt
.
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George Lucas hat kein Fazit zu Solo abgegeben
Im Frühjahr 2018 startete mit Solo: A Star Wars Story das zweite Spin-off unter Disney in den Kinos, doch mitbekommen hat es kaum jemand. Zu spät und zu spärlich vermarktet, legte das Prequel um Alden Ehrenreich als jungen Han Solo mit einem Einspielergebnis von 393 Millionen US-Dollar eine Bruchlandung hin.
Für Star Wars allemal kein rosiges Einspielergebnis, vor allem in Anbetracht der beschwerlichen Produktionsgeschichte von Solo: Inmitten des Drehs wurden die ursprünglichen Regisseure Phil Lord und Chris Miller gefeuert und durch Ron Howard ersetzt. Das Budget blähte sich währenddessen auf bis zu 300 Millionen US-Dollar auf.
Was George Lucas von Solo hält, wissen wir tatsächlich nicht. Ron Howard zufolge war der Star-Wars-Schöpfer bei den Dreharbeiten zu Besuch und hat wertvollen Rat
gegeben. Allen voran: Vergiss einfach nicht: Das hier ist für 12-jährige Jungs.
Und was hält George Lucas von all den Star-Wars-Serien?
Mit The Mandalorian, The Book of Boba Fett, The Bad Batch, Kenobi, The Acolyte, Visionen, Ahsoka oder Skeleton Crew hat Disney eine ganze Palette an neuen Star-Wars-Serien produziert. Zu den wenigsten hat sich George Lucas geäußert.
- Dave Filoni (ehemals Protege von Lucas und jetzt einer der neuen Star-Wars-Chefs) zufolge war er bei den Dreharbeiten der ersten Staffel von The Mandalorian zu Besuch und hat auch hier wertvollen Input gegeben. Filoni verriet gegenüber THR, dass Lucas The Mandalorian aus einer Fan-Perspektive
gemocht haben soll
, ging diesbezüglich aber nicht weiter ins Detail. - Laut Pablo Hidalgo (einem der Kanon-Hüter bei Lucasfilm) ist die Kenobi-Serie mit Ewan McGregor eine der Disney-Produktionen, die Lucas am meisten mochte.
Da habt ihr’s. Eine Übersicht zu all den Gedanken und Aussagen von George Lucas, die bezüglich der Star-Wars-Produktionen unter Disney bisher bekannt sind.
Mittlerweile ist für den Krieg der Sterne erneut eine neue Ära angebrochen: Lucasfilm-Chefin Kennedy tritt zurück und überlässt Dave Filoni sowie Lynwen Brennan das Ruder. Was das für die Zukunft von Star Wars im Kino und auf Disney Plus bedeutet, könnt ihr unter den Links oben nachlesen.
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