GTA Online: Ein RP-Server hält Wahlen ab - und versinkt wochenlang im Chaos

Trotz guter Absichten artete der Versuch, auf einem RP-Server in GTA Online einen neuen Gouverneur zu wählen, in blankem Chaos aus.

von Sören Diedrich,
04.06.2021 18:20 Uhr

Dramatischer hätte eine politische Auseinandersetzung kaum werden können. Dramatischer hätte eine politische Auseinandersetzung kaum werden können.

In den letzten Jahren gab es schon so einige kuriose Geschichten, die in GTA Online passiert sind. Doch die letzten Wochen auf dem Rollenspiel-Server »New Day« dürften an politischer Brisanz kaum zu überbieten sein.

Eigentlich fing alles ganz harmlos und mit überaus guten Absichten an: Freie Wahlen sollten bestimmen, wer zum neuen Gouverneur des fiktiven Bundesstaates aufsteigt. Zur Auswahl standen zwei Kandidaten, deren Wahlprogramm kaum unterschiedlicher hätte ausfallen können.

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Was ging schief? Alles!

Zur Wahl stellten sich Charlie Bradstock, ein Waffenproduzent, und Andrew McKinley, ein oberster Richter. Während Bradstock das Amt vor allem dazu nutzen wollte, seine Waren unter das Volk zu bringen, gab McKinley als Ziel aus, die Sicherheit im Land zu verbessern.

Doch der im Mai stattgefundene Wahlkampf war von Anfang an durchzogen von gegenseitigen Beschuldigungen, hitzigen Pressekonferenzen und Protesten. Bis hierhin könnte man noch sagen, dass das Ziel der RP-Community, sich in die Welt einzufinden, durchaus erreicht wurde.

Ausgerechnet am Wahltag wurde Bradstock aufgrund einer Reporter-Story festgenommen, und die ohnehin erhitzten Gemüter in der Bevölkerung kochten vollends über. Über eine Twitter-artige App auf den Ingame-Smartphones posteten die Spieler unter dem Hashtag #FreeBradstock Vorwürfe an die Polizei.

Auf einer daraufhin stattfindenden Pressekonferenz kamen weitere Details über die Verhaftung des Waffenproduzenten ans Licht. Laut seiner Ex-Frau soll er ihr gegenüber gewalttätig gewesen sein und Genussmittel mit Kokain gestreckt haben. Diese Gerüchte konnten auch bis zum Ende der ganzen Chose nicht mehr entkräftet werden.

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Das sagen die echten Akteure

So weit zu den virtuellen Aspekten dieses Politskandals. Doch was sagen die echten Spieler dazu?

Der User imafaketeddy spielte Charlie Bradstock und zeigt sich entspannt über den Ausgang:

"Ich dachte, es würde bestimmt Spaß machen. Entweder hätte ich die nächsten vier Monate etwas Interessantes zu tun gehabt, oder ich hätte wenigstens die geknüpften Kontakte für mein Geschäft nutzen können!"

Der McKinley-Spieler »R3ID« betont, dass er nichts mit der Schmutzkampagne rund um seinen Kontrahenten zu tun habe. Dennoch zeigt er sich zufrieden, wenn er als Fazit zieht: »Es war für meinen Charakter eine gute Reise!«

Auch abseits solcher RP-Server ist GTA Online noch immer quicklebendig. Rockstar hat für diesen Sommer sogar eine regelrechte Content-Offensive angekündigt.

Was haltet ihr von solchen umfangreichen Rollenspiel-Events? Hättet ihr auch Lust darauf, an solchen Storys teilzunehmen? Dann schaut doch mal in unseren Guide zu GTA Roleplay! Oder ufert das für euren Geschmack schon zu sehr aus?

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