Egal wie sehr ihr auch versucht, es zu leugnen. Wir wissen genau, was ihr getan habt. Damals, 1997, als der zweite Teil von Tomb Raider rauskam. Statt als Lara Croft in Höhlen und Ruinen gegen Bären zu kämpfen und euch mit der Parcours-Steuerung die Finger zu brechen, habt ihr stundenlang in Laras üppiger Mansion rumgegammelt.
Das ist gar nicht verwerflich, wirklich. Hier gab es schließlich eine Menge zu entdecken: eine fette Turnhalle, einen wunderbaren Pool und einen echt geräumigen Kühlraum. Na, klingelt da was? Warum guckt ihr denn jetzt so nervös umher? Ihr könnt vor uns gar nichts verbergen!
Aber keine Sorge, wir sitzen alle im selben Boot. Wir alle sind schuldig, Laras ehrenwerten Butler Winston in der Kühlkammer eingesperrt zu haben. Und der Leidtragende der Geschichte erinnert sich selbst 20 Jahre Später in Rise of the Tomb Raider auch noch lebhaft daran.
Winston, wir brauchen dich mal kurz im Kühlraum
Aber was genau haben wir damals eigentlich angestellt? Lasst uns erklären: In Tomb Raider 2 stellt das Croft-Anwesen das »Tutorial«-Gebiet des Spiels dar. Hier konnte man sich mit der eigenwilligen Steuerung vertraut machen, Sprünge üben oder einfach nur die Gegend erkunden.
Allein waren wir damals aber nicht. Wie ein Gespenst folgte uns der gute Butler Winston und hat bei dem einen oder der anderen mit seinem Gestöhne sicherlich eine ordentliche Paranoia ausgelöst. Um endlich Ruhe vor dem alten Kauz zu bekommen, haben wir ihn in die Kühlkammer gelotst und schließlich die Tür geschlossen. Da war dann Schluss mit Uaaah und Urrrrgh.
Wer sich dieser kindischen Freude auch noch 26 Jahre später in der Remaster-Triologie hingeben wollte, bekam sogar ein kleines Augenzwinkern der Entwickler. Wer Winston hier in den Nahtod trieb, fand eine bläulich-eisige Version des Butlers.
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Winston kann das einfach nicht vergessen
Das ist aber nicht das einzige Easteregg in der Tomb-Raider-Reihe zu diesem Thema. Schon 2016 hielt ein DLC für Rise of the Tomb Raider eine kleine Überraschung für alte Fans bereit. Blutsbande erweiterte den zweiten Teil der Neuauflage unter anderem um einen kleinen Abstecher in Laras altes Zuhause.
Dort lernte sie nicht nur mehr über die Geheimnisse ihrer Familie, sondern fand auch eine kurze Notiz von Butler Winston. An ihren Vater gerichtet berichtete er von den Streichen der kleinen Lara:
Später am Tage stellte sie mir eine Falle … ausgerechnet im begehbaren Gefrierraum. Ehe ich begriff, was geschah, fand ich mich eingeschlossen wieder. Frau Sheffield entdeckte mich eine Stunde später, frierend und nicht wenig verstimmt. Weitere sechzig Minuten vergingen, bis wir Lara schließlich auf dem Gelände ausfindig machten. Ich kenne all ihre Verstecke, gewiss – doch diesmal wollte sie wirklich nicht gefunden werden.
Eastereggs wie diese sind eine gern gesehene Durchbrechung der vierten Wand in Videospielen, nicht nur im eigenen Franchise. In Hitman 2 zum Beispiel, können wir einen Butler ebenso in einen Kühlraum locken. Das quittiert er mit den Worten: »Genau das, was auch Cousin Winston widerfahren ist.« Na, wenn das kein Omen ist.
Dem armen Winston steckte unser kleiner Prank also noch viele Jahre in den Knochen, sodass sogar seine Verwandtschaft bis heute darüber redet. Sorry, alter Kumpel. Wir würden es wieder tun.

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