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Iron Danger im Test - In diesem Strategiespiel rettet ihr mit eurem Mausrad Leben!

Im Rundentaktik-Rollenspiel Iron Danger könnt ihr Gefechte jederzeit zurückspulen und eure Manöver halbsekundengenau neu planen. Wie gut das funktioniert und aussieht, zeigt unser Test.

von Martin Deppe,
23.03.2020 15:00 Uhr

Was macht Iron Danger so besonders? Nun, in erster Linie sein ungewöhnliches Kampfsystem mit Rückspulfunktion. Was macht Iron Danger so besonders? Nun, in erster Linie sein ungewöhnliches Kampfsystem mit Rückspulfunktion.

»If I could turn back time!« schmetterte Cher dereinst. Und genau das haben wir Rundenstrategiespieler uns so oft gewünscht: Einfach sekundengenau zurückspulen und Fehler ausbügeln wie in Rennspielen oder beim persischen Prinzen in Sand of Time! Der Rundentaktik-Rollenspielmix Iron Danger zeigt in unserem Test, dass es viel eleganter geht als mit einer eine schnöde Undo-Funktion oder umständlichem Savegame-Laden. Denn hier könnt ihr die Bewegungen, Angriffe, Kampfzauber und sonstigen Manöver eurer zwei Helden wie in einer Videoschnitt-Software zurückspulen und neu »programmieren«.

Grundsätzlich steuert ihre eure jugendliche Heldin Kipuna und einen wechselnden Begleiter, zum Beispiel den grummeligen Krieger Topi, in Echtzeit durch die Fantasy-Welt Kalevala. Zur Story und der Spielwelt kommen wir später noch, denn der Fokus des Spiels liegt klar auf dem ungewöhnlichen, erklärungsbedürftigen Kampfsystem.

Sobald euch ein Gegner erspäht, geht Iron Danger in den »Trance«-Modus. Über den kompletten unteren Bildschirmrand klappt dann eine Anzeige hoch, wie ihr sie aus Videoschnitt- oder Musiksoftware kennt - und vielleicht aus dem Rundentaktikspiel John Wick Hex. Jeder Held hat eine eigene Leiste, die in 14 Abschnitte à 0,5 Sekunden unterteilt ist. Im Spiel heißt so ein Abschnitt »Herzschlag« und ist vergleichbar mit konventionellen Aktionspunkten.

Wie damals im Kampf Ewoks vs. AT-ST: Diese Falle lässt Baumstämme auf Gegner donnern. Aber kann Kipuna sie rechtzeitig auslösen? Wie damals im Kampf Ewoks vs. AT-ST: Diese Falle lässt Baumstämme auf Gegner donnern. Aber kann Kipuna sie rechtzeitig auslösen?

Jetzt könnt ihr euren Recken per Mauszeiger und Buttons ganz normal Befehle geben. Simples Beispiel: Heldin Kipuna wirft Feuerball auf Gegner A, Krieger Topi rennt zu Gegner B und greift ihn mit seiner langen Axt an. Wenn ihr beim Befehlen die Shift-Taste gedrückt haltet, werden sie erst ausgeführt, sobald ihr den Ablauf startet. Alternativ könnt ihr auch jedes Kommando sofort starten lassen, aber das empfehlen wir euch höchstens bei ein oder zwei leichten Gegnern - denn in Iron Danger sind gut koordinierte Manöver überlebenswichtig. Das liest sich alles etwas kompliziert, klappt aber mit ein bisschen Übung gut.

Dumm gelaufen? Spult die Zeit zurück!

So, und jetzt kommt der Clou: Ihr könnt die Zeit bis zu sieben Sekunden (es sind ja 14 Abschnitte à 0,5 Sekunden) zurückspulen und Befehle verändern, wenn etwas suboptimal abgelaufen ist. Bleiben wir beim Beispiel: Kipunas Feuerball trifft nicht Gegner A, sondern ihren Kumpel Topi, weil der bei seinem Angriff auf Gegner B leider in die Feuerballflugbahn gerät.

Per Mausrad könnt ihr jetzt in Halbsekundenschritten zurückspulen und Befehle ändern, zum Beispiel Topi einem anderen Gegner zuweisen. Diese Rückspulmöglichkeit gab's bei John Wick Hex nicht. In Iron Danger könnt ihr aber deutlich komplexere Kampfmanöver als unser Feuerball-Axt-Beispiel ausführen. Zum einen, weil eure Helden nach jeder Mission beziehungsweise Map eine neue Fähigkeit lernen oder eine vorhandene verbessern dürfen.

Nach einer Mission kann mindestens einer der beiden Helden neue Fähigkeiten lernen oder vorhandene verbessern. Dazu gibt’s ein Demo-Video. Nach einer Mission kann mindestens einer der beiden Helden neue Fähigkeiten lernen oder vorhandene verbessern. Dazu gibt’s ein Demo-Video.

Topi etwa kann auf Gegner zustürmen und jeden anderen auf dem Weg umkegeln. Oder mit seiner Axt auf den Boden donnern und alle Feinde wegprallen lassen. Zum anderen spielt auch die Umgebung eine Rolle: Ölpfützen und -fässer werden mit einem einfachen Funkenzauber zum flammenden Inferno, Getreidefelder geraten in Flächenbrand, es gibt Fallen, die beim Auslösen dicke Baumstämme abwärtskullern lassen.

Zwei nervige Macken

Hinzu kommt, dass Iron Danger Friendly Fire kennt - im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn Kipuna einen Feuerball auf einen nahen Gegner schleudert, der gerade auf sie zustürmt, wird die Explosion sie ebenfalls verletzen. Falls Topi beim Anstürmen einen Gegner verfehlt, weil der flink ausweicht, kann er stattdessen in die verletzliche Kipuna reinrasseln.

Hups! Heldin Kipuna (rechts) verstärkt per Feuerzauber die Riesenaxt ihres Kumpels Topi. Dummerweise explodiert dabei ein Ölfass und grillt Topi gleich mit. Also gleich mal zurückspulen! Hups! Heldin Kipuna (rechts) verstärkt per Feuerzauber die Riesenaxt ihres Kumpels Topi. Dummerweise explodiert dabei ein Ölfass und grillt Topi gleich mit. Also gleich mal zurückspulen!

Das sorgt immer wieder für dramatische, aber auch witzige Kettenreaktionen. Und wenn's brennt, Pfeile fliegen, Gegner umherschleudern, wir das Geschehen vor- und zurücklaufen lassen oder pausieren, sieht das auch verdammt cool aus. Allerdings hat Iron Danger auch ein paar Macken.

Vor allem zwei Dinge haben uns gestört.

  1. Es gibt kein freies Speichern, nur am Ende einer Mission (entspricht einer Map) wird ein Savegame angelegt. »Macht nix, ich kann ja jederzeit zurückspulen« stimmt leider nicht, denn das Zurückspulen geht ja für höchstens sieben Sekunden. Eine Map mit ein, zwei Dutzend Gegnern kann aber locker eine Stunde dauern - je nachdem, wie perfekt und experimentierfreudig ihr spielt. Wer nicht so lange am Stück spielen kann, muss den Rechner also anlassen.
  2. Die Kameraführung ist bockig. Weil das Mausrad ja für die Spulerei belegt ist, müsst ihr umständlich per Mausgeschiebe zoomen und drehen. Außerdem fokussiert das Spiel grundsätzlich auf den angewählten Helden - wenn der andere weiter weg steht, ist er oft nicht im Bild, ihr müsst nachjustieren. Objekte wie Bäume und Häuser blockieren zudem oft die Sicht.

Tolle Stimmung

Iron Danger wird vom Entwickler Action Squad Studios und auf Steam zwar als Rollenspiel geführt, doch es gibt weder Multiple-Choice-Dialoge noch ein Inventar, ihr findet bei Gegnern zum Beispiel keine Waffen. Hier etwas Brot oder Fisch einsammeln, dort ein Ölfass, ein Molotow-Cocktail oder eine Bärenfalle einstecken, das war's. Den größten Teil der rund 15 Spielstunden werdet ihr in den Kämpfen verbringen. Also deutlich weniger RPG-Elemente als in anderen Rundenstrategiespielen, die ja gerade aufgrund ihrer Nähe zu Rollenspielen sehr populär sind.

Jenseits der Kämpfe ist wenig los: Die Hauptstadt ist zwar hübsch, hier leben aber fast nur sprachlose NPCs. Jenseits der Kämpfe ist wenig los: Die Hauptstadt ist zwar hübsch, hier leben aber fast nur sprachlose NPCs.

Die Fantasy-Welt Kalevala ist eine Mischung aus Mittelalter, ein bisschen Steampunk und finnischer Folklore. Als ihr Dorf von der Hexenkönigin Lowhee überfallen wird, stürzt eure Heldin in eine Grube. Dabei wird ihr Herz von einem merkwürdigen Splitter durchbohrt - doch sie lebt weiter. Warum das so ist und wie ihre Heimatwelt die Invasoren wieder loswird, das ist der rote Storyfaden von Iron Danger.

Und dieser Faden verläuft völlig geradlinig: Ihr spielt eine vorgegebene Map nach der anderen, jede hat ebenso lineare Missionsziele (erreicht euer Schiff, findet die Heilerin etc.). Manche Maps sind in zehn Minuten durch, weil's zum Beispiel nur ein paar Dialoge und ein Rätsel gibt, dann müsst ihr eure Helden etwa koordiniert auf bestimmten Podesten platzieren. Neben den gut inszenierten Kämpfen punktet Iron Danger mit einem hübschen, stimmungsvollen Grafikstil. Satte Herbstwälder, Sümpfe, urige Dörfer - die Maps sind zwar oft nur klein, aber schön atmosphärisch, was die gute Musik noch untermalt.

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