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Iron Harvest im Test: Die beste RTS-Kampagne seit Starcraft 2!

Da jubeln die Solospieler: Beim Test von Iron Harvest haben wir die spannendste Kampagne seit Ewigkeiten erlebt – abwechslungsreich, toll inszeniert, voller witzig-brachialer Mechs. Aber wie sieht’s beim Multiplayer aus?

von Martin Deppe,
31.08.2020 14:00 Uhr

Iron Harvest spielt in 1920ern, trotzdem prallen hier regelmäßig gewaltige Kampfläufer aufeinander. Das klingt nach Spaß, aber was hat das RTS sonst noch zu bieten? Iron Harvest spielt in 1920ern, trotzdem prallen hier regelmäßig gewaltige Kampfläufer aufeinander. Das klingt nach Spaß, aber was hat das RTS sonst noch zu bieten?

Kaltblütig schaltet der Mech-Pilot sein ahnungsloses Opfer auf dem Radar auf, wartet kurz auf das Target-Locked-Piepen und feuert einen Schwarm Langstreckenraketen ab. Zischend rasen die 20 Flugkörper über hunderte Meter auf ihr Radarziel zu. Der feindliche Mech feuert noch verzweifelt mit seinem Anti-Missile-System - doch zu spät, die Raketen krachen in seine … Moment, falsches Spiel, falsche Zeit, das ist ja gar nicht Iron Harvest.

Also nochmal von vorn: Kaltblütig visiert der Mech-Kommandant sein ahnungsloses Opfer an und rollt ihm Stahlreifen mit Sprengladungen entgegen. Die Reifen kullern unter den feindlichen Mech, explodieren einer nach dem anderen - doch bevor es den Jagd-Mech endgültig zerlegt, greift er in seinen Köcher und schleudert einen riesigen Speer auf seinen Angreifer. Beide Maschinen erzittern, fallen wie in Zeitlupe um und detonieren schließlich. Unentschieden!

Das Setting: die wilden Zwanziger

So, und jetzt stellt euch dieses Duell noch mit dutzenden Infanteristen drumherum vor, mit Gatling-Guns, Feldkanonen, Artillerieeinschlägen, zerberstenden Gebäuden, Flammenwerferfeuer und weiteren Mechs mittendrin.

Wenn diese Mechs nicht wären, könnte das Echtzeit-Strategiespiel Iron Harvest auch zwischen den beiden Weltkriegen stattfinden. Doch stattdessen spielt es in einer alternativen Zeitlinie: Der Erste Weltkrieg liegt hinter uns, er wurde bereits mit den »Laufenden Maschinen« geführt. Wie im historischen Vorbild haben Deutschland und Österreich den Großen Krieg verloren, aber nicht so richtig: Im Kaiserreich Saxony sitzt, nomen est omen, der Kaiser noch auf dem Thron, und der rusvietische Zar (und Rasputin!) leben auch noch.

Iron Harvest: Der Trailer vermittelt das Szenario sehr gut und sorgt für Gänsehaut. 2:57 Iron Harvest: Der Trailer vermittelt das Szenario sehr gut und sorgt für Gänsehaut.

Beide Reiche haben einen Deal über Polania ausgehandelt, das von Rusviet besetzt wurde und zwischen den beiden Großmächten unterzugehen droht. Wie in der echten Weltgeschichte ist in Iron Harvest die fiktive Nachkriegszeit eine Vorkriegszeit, der Friede ein brüchiger Waffenstillstand.

In der Kampagne, dem großen Herzstück von Iron Harvest, spielt ihr die drei Fraktionen Polania, Rusviet sowie das Kaiserreich Saxony hintereinander. Und was für eine abwechslungsreiche Kampagne das ist! Ihr bestreitet Missionen mit einer Handvoll Infanteristen, die mitten im Häuserkampf Zivilisten retten müssen. Ihr schleicht mit der Rusviet-Heldin Olga hinter die feindlichen Linien. Ihr erobert (fast) unbewachte Mechs, errichtet Basen, sabotiert Stellungen oder verteidigt gerade eroberte Bahnhöfe gegen immer mächtigere Feindwellen.

All das passiert oft während einer einzigen Mission: Als wir zum Beispiel einen polanischen Versorgungszug samt Geschütz eskortieren, beginnen wir nur mit einer Handvoll Truppen nebst zwei Helden - da zählt wirklich jeder einzelne Kämpfer. Nach einigen umgestellten Weichen und Scharmützeln sowie einer zerstörten Feindbasis kommt's schließlich zum Showdown an einer Brücke. Dahinter lauern Dutzende rusvietische Mechs, Geschütze und Infanterietrupps.

Der Riesenmech »Brunhilde« ist eine Nebenheldeneinheit von Saxony und ein laufender Bunker mit Deckgeschütz-Spezialfähigkeit. Der Riesenmech »Brunhilde« ist eine Nebenheldeneinheit von Saxony und ein laufender Bunker mit Deckgeschütz-Spezialfähigkeit.

Zum Glück können wir endlich eine eigene Basis bauen, um unsere Mini-Armee ordentlich zu vergrößern. Mit Bunker-Mechs und Artillerie dahinter (inklusive Zug) rücken wir meterweise vor, reparieren mitten im Gefecht die Maschinen, heilen Infanteristen, bringen halbtote Truppen in Sicherheit. Weil auch der Feind eine Basis hinter sich hat, stürzen sich auf beiden Seiten immer mehr Einheiten in die Schlacht. Großartiges Missionsdesign, das einem lange in Erinnerung bleibt!

Die Story: grandios inszeniert

Die Kampagne von Iron Harvest ist aber nicht nur wegen ihrer Missionen so gut, sondern auch wegen ihrer Story und Inszenierung. Eine gelungene Mischung aus Ingame-Cutscenes und aufwändig gerenderten Sequenzen treibt die Geschichte voran. Im Mittelpunkt stehen die drei Haupthelden Anna, Olga und Gunter von Duisburg, die natürlich alle nur das Beste für ihr Land wollen, und deren Schicksale uns wirklich interessiert.

Wir wollen schon ihretwegen unbedingt wissen, wie es weitergeht! Mehrfach springen wir in der Geschichte zurück in die Zeit vor dem Großen Krieg und erleben, wie die drei Haupthelden, »Nebenhelden« und Widersacher zu den Menschen wurden, die sie heute sind. Wir würden euch echt gern mehr erzählen, aber die Spoilergefahr ist einfach zu groß. Und nein, Gunter ist nicht Annas Vater.

Eine sehr schöne Idee: Im Tutorial lernt ihr mit dem Mädchen Anna die ersten Grundlagen des Deckungssystems bei einer Schneeballschlacht mit den Dorfjungs. Weniger schön: Die Dorfjungs schreien so schrill, als hätten sie zu enge Hosen an, und Klein-Annas Stimme kreischt wie kratzende Fingernägel auf einer Schultafel - kennt ihr, oder?

Ingame-Sequenz Die sehr guten Story-Zwischensequenzen gibt’s im Ingame-Format sowie …

Render-Video … als vorgerenderte Videos – hier mit dem quicklebendigem Zaren, Heldin Olga und Rasputin.

Zum Glück ist das nach ein paar Minuten vorbei und Anna erwachsen, ab dann kommen wirklich gute Sprecher zu Wort. Unter anderem Erik Schäfflers kernige »Erzählerstimme« aus XCOM 2, mit der er in Iron Harvest Annas Onkel spricht. Das trägt in Kombination mit den zahlreichen Einheiten-Voiceovers (die ihr sogar auf die Originalsprachen wie Polnisch umstellen könnt) und den guten Soundeffekten samt Soundtrack viel zur dichten Atmosphäre bei.

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