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Paradox hat 28 Millionen Euro für ein Spiel in den Sand gesetzt, aber das war eigentlich richtig gut

Ein XCOM mit Indiana-Jones-Atmosphäre klingt toll, oder? War es auch. Aber Lamplighters League war ein gigantischer Flop. Wir haben Paradox gefragt: Warum?

The Lamplighters League sah zum Release 2023 kein Land. Jetzt übt sich Publisher Paradox Interactive in Selbstkritik. The Lamplighters League sah zum Release 2023 kein Land. Jetzt übt sich Publisher Paradox Interactive in Selbstkritik.

773 gleichzeitig aktive Spieler - das ist der traurige Steam-Rekord von The Lamplighters League. Halb so schlimm, möchte man meinen, nicht jedes Spiel kann ein Hit sein. Das Problem: Publisher Paradox Interactive hat sich diesen Flop sage und schreibe 28 Millionen Euro kosten lassen.

GameStar hat den Firmenbossen jetzt auf den Zahn gefühlt: Wie konnte es so weit kommen, dass am Ende sogar der zuvor für 7,5 Millionen Dollar aufgekaufte US-Entwickler Harebrained Schemes als Ergebnis dieses Misserfolgs in die Freiheit entlassen wurde? Die Antwort hat mit XCOM zu tun.

Video starten 0:34 Zur Erinnerung: So sehen die Gefechte von The Lamplighters League aus

Ein gutes Spiel, von dem niemand wusste

Deputy CEO Mattias Lilja von Paradox Interactive nennt The Lamplighters League im Interview einen Sonderfall. Denn an sich stimme da die Qualität, das Spiel habe nur niemanden interessiert. GameStar-Redakteur Martin Deppe nickt an dieser Stelle enthusiastisch, denn er hat dem Titel im Test eine satte 83-Punkte-Wertung verpasst.

Lilja gibt unumwunden zu, dass es der Marketing-Abteilung von Paradox und Entwickler Harebrained Schemes schlicht nicht gelungen ist, den Spielern einen Grund zu liefern, warum sie das Indiana-Jones-artige Abenteuer kaufen sollten. Dieses Unvermögen verbindet er mit der fehlenden Expertise in einem Genre, das spätestens seit dem hervorragenden XCOM-Neustart durch Firaxis keine Fehler verzeiht.

Da sei man entweder ein Hit auf Genre-Platz 1 oder 2 … oder ein Flop.

Paradox in der Krise

Fallende Aktienkurse, vergeigte Releases, wütende Fans: Strategiespiel-Publisher Paradox hatte in den letzten Monaten mit schweren Problemen zu kämpfen. Wir haben im Rahmen unserer Plus-Reportage mit Deputy CEO Mattias Lilja und Chief Creative Officer Henrik Fåhraeus über Ursachen und Lösungen für die Lage des Unternehmens gesprochen:

Rückkehr zum Kerngeschäft

Dass Lamplighters League zu einem finanziellen Debakel wurde, lag der Einschätzung des Deputy CEO nach also nicht an Fehlern bei der Entwicklung selbst. Der Fall lag anders als beim technisch desaströsen Cities: Skylines 2.

Es gab auch kein Missmanagement wie bei der eingestellten Lebenssimulation Life by You. Paradox habe sich laut unserer Interview-Partner einfach zu weit von ihren Kompetenzen wegbewegt und offensichtlich nicht gewusst, wie man so ein Spiel zum Erfolg führt.

Dementsprechend ließ man das verantwortliche Studio Harebrained Schemes (Battletech, Shadow Run: Dragonfall) auch nicht aufgrund eines Kompetenzmangels gehen, sondern weil der US-Entwickler weiterhin solche Spiele machen möchte und das eben nicht mehr zu Paradox passe.

Damit habe die Firma laut Mattias Lilja eine wichtige Lektion für die Zukunft gelernt: Dass sich Paradox nicht nur von Spielen abseits ihrer Kernkompetenz fernhalten sollte, sondern auch von solchen, die in ihrem Genre »gewinnen« müssen, um ein finanzieller Erfolg zu werden.

Teil dieser Überzeugung ist auch, dass der Spielemarkt aktuell grundsätzlich zurückhaltend auf komplett neue Spiele ohne starke Marke im Hintergrund reagiere und die Spieler lieber auf das setzten, was sie schon kennen.

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