Legendär schlecht: The Dark Half - Als Stephen King die Spieler verzweifeln ließ

Dem unheimlichen Massenmörder auf der Spur. Allerdings massakriert diese Adaption eines Stephen-King-Romans auch so ziemlich alles, was Adventure-Fans lieb ist: faires Design, plausible Handlung und Motivation.

Die schlechtesten Spiele aller Zeiten: The Dark Half - Das hat Stephen King nicht gewollt PLUS 6:15 Die schlechtesten Spiele aller Zeiten: The Dark Half - Das hat Stephen King nicht gewollt

Wenn den Spieler lähmende Angst befällt, hat die Stephen-King-Umsetzung eigentlich ihren Zweck erfüllt. Doch die Entwickler von The Dark Half haben es übertrieben: Eine falsche Antwort, eine versäumte Aktion genügt, um die Handlung abrupt zu beenden. Dadurch werden wir ohne Chance auf das Laden eines Spielstands aus dem Programm geworfen.

Leider ist jeder Neustart mit dem erneuten Abspielen des dreiminütigen Intros verbunden, das sich mit keiner Taste der Welt abbrechen lässt. Etwa nach dem dritten Mal Handlungseinführung und Credits entweicht das erste irre Lachen.

Bald sorgt jede Spielaktion für verschwitzte Hände und eine düstere Vorahnung: Wage ich es wirklich, durch diese Tür zu gehen, jene Antwort zu wählen oder einen Spieltag zu beenden? Denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dadurch wieder ohne Vorwarnung aus dem Programm gekickt zu werden - die Spatzen des dreiminütigen Intro-Alptraums pfeifen's schon von den Dächern.

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Der Autor
Heinrich Lenhardt berichtet seit 1984 über Computerspiele und hat neben legendären Klassikern auch so manches merkwürdige Machwerk erlebt. Als besonders fesselnde Stephen-King-Leseerlebnisse sind ihm der Roman »The Shining« und die Novelle »Der Nebel« in nervenaufreibender Erinnerung. The Dark Half reibt ebenfalls an seinen Nerven, aber aus anderen Gründen.

Der Grafikstil lässt selbst grausige Szenen unangemessen putzig wirken. Auch Beaumonts Verleger wurde ein Opfer des Serienkillers, der Polizeischutz blutet nur den Teppich voll. Der Grafikstil lässt selbst grausige Szenen unangemessen putzig wirken. Auch Beaumonts Verleger wurde ein Opfer des Serienkillers, der Polizeischutz blutet nur den Teppich voll.

Trump, Terminator und Surf Ninjas

Die »Krönung der Unterhaltungssoftware« versprach das amerikanische Spielelabel Capstone. Gemeint war das wohl im Sinne von »einer Sache die Krone aufsetzen«, denn in den frühen Neunzigerjahren geriet Capstone als Schlunzquelle in Verruf. Die ebenso einfache wie verheerende Firmenstrategie: Man sichere sich eine Massenmarkt-taugliche Lizenz und hudele schnell ein Computerspiel damit zusammen.

Qualität zweitrangig, durch den prominenten Namen verkauft sich das von alleine. So verdanken wir Capstone mehrere Trump-Casino-Spiele und klangvolle Filmadaptionen wie Home Alone, Wayne's World oder, äh, Surf Ninjas. Vom Schachprogramm mit der Terminator-2-Lizenz mal ganz zu schweigen.

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