Lost Ark: Pay2Win durch die Hintertür? YouTuber kritisiert den neuen Raid

Lost Ark ist in Europa offensichtlich deutlich grindlastiger als in seiner Ursprungsversion. Der neue Raid macht das Problem noch offensichtlicher.

von Tillmann Bier,
15.03.2022 16:26 Uhr

Das erste große Content-Update für Lost Ark brachte kürzlich den Abgrund-Raid Argos ins Spiel. Während sich manche Spieler über die neuen Endgame-Inhalte freuen, gibt es auch gibt es auch eine Menge Kritik. So müssen Spieler eine Menge grinden, um überhaupt den Raid spielen zu dürfen.

Was sonst noch im März-Update steckt, erfahrt ihr übrigens hier:

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Der vor allem für WoW bekannte YouTuber und Streamer Asmongold hat sich jetzt in einem Video an die Entwickler gewendet, die seiner Meinung nach größten Probleme angesprochen und auch gleich eine Lösung vorgeschlagen. Denn er fürchtet, dass der aktuelle Kurs dem Spiel und seiner Reputation dauerhaft schadet.

Grind und Pay2Win?

Auch in Lost Ark müsst ihr euch den MMO-Gesetzen beugen und eure Ausrüstung regelmäßig verbessern, um neue Inhalte freizuschalten, die nur von Spielern mit einem bestimmten Gegenstands-Level gespielt werden können. Dabei werden gesammelte Ressourcen für einen Aufwertungsversuch genutzt, der aber nicht in jedem Fall erfolgreich ist. Die investierten Materialien können also verloren gehen, ohne dass sie euch von Nutzen waren und eure investierte Zeit war umsonst.

Wer eben jene Farm- und Grinding-Zeit nicht investieren möchte, kann auch zum Portmonee greifen für Echtgeld im Shop eure Ausrüstung verbessern beziehungsweise Upgrade-Materialien kaufen. Das allein wäre grundsätzlich vielleicht noch kein Problem. Beim Raiding greift aber noch eine andere klassische MMO-Marotte: Je höher eure Ausrüstungsstufe, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ihr auf Raids mitgenommen werdet.

Asmongold bezeichnet daher das aktuelle Upgrade-System in Lost Ark daher Pay2Win, weil ihr durch das Investieren von Echtgeld Zeit spart und euch gegebenenfalls einen sichereren Raid-Platz erkauft. Durch den neuen Abgrund-Raid wird das ganze Problem jetzt noch drastischer.

Das ganze Video des Streamers könnt ihr euch übrigens hier angucken:

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Wer sich das Video nicht ganz anschauen möchte, kann sich im Folgenden auch unsere Zusammenfassung durchlesen.

Argos hat die Situation verschlimmert

Asmongold fasst in drei Punkten zusammen, was ihn am meisten seit dem neuen Update stört:

  1. Argos kam zu früh, viele Charaktere sind noch nicht stark genug: Deshalb fühlten sich Spielerinnen und Spieler oft dazu gedrängt ihren Fortschritt mit Echtgeld zu beschleunigen, um überhaupt auf die neuen Inhalte zugreifen zu können.
  2. Niedrigere Erfolgschancen beim Aufwerten von Gegenständen: Offenbar ist es in der Ursprungsversion von Lost Ark deutlich einfacher, den Gegenstandslevel zu erhöhen. Ihr braucht in der EU-Version also durchschnittlich mehr Ressourcen, um einen bestimmten Gegenstandslevel zu erreichen.
  3. Der westlichen Version fehlt es an (anderen) Inhalten: Bestimmte machen es etwa in Korea und Russland einfacher, an Ressourcen zu kommen. In Europa und Nordamerika fallen diese Möglichkeiten weg und es muss deshalb mehr gegrindet werden. Spielerinnen und Spieler müssen hier also mehr Zeit in das Sammeln von Ressourcen investieren und brauchen auch insgesamt mehr Ressourcen, um überhaupt voranzukommen.

Deshalb, so schließt Asmongold, unterscheidet sich die Spielerfahrung im Westen deutlich von der in Korea. Das gefährde die Reputation des Spiels, sei es doch dafür bekannt geworden, fair mit der Zeit seiner Spieler umzugehen. Wenn Lost Ark dieses Versprechen aber nicht erfülle, könnte es schnell bei der Spielerbasis unten durch sein und so enden wie etwa New World.

Wie der Argos-Raid aussieht, könnt ihr euch im Trailer ansehen:

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Raid-Stufe ist besonders schwer zu erreichen

Der Abgrund-Raid Argos benötigt ein Gegenstands-Level von 1370, damit er überhaupt gespielt werden kann. Allerdings verringern sich die Chancen auf ein erfolgreiches Upgrade, je höher die Gegenstandsstufe des Charakters ist.

Ohne den Einsatz von Echtgeld ist diese Gegenstandsstufe also nur sehr schwer zu erreichen, denn es müssen meist eine Menge Ressourcen verwendet werden. Und die liegen nicht einfach auf der Straße herum, sondern müssen aufwendig in den richtigen Gebieten gefarmt werden.

Mehr zu den Voraussetzungen und Belohnungen für den neuen Raid erfahrt ihr hier:

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Hat euer Charakter dann erst einmal die Gegenstandsstufe 1370 erreicht, wird der weitere Fortschritt wieder einfacher. Denn nun müsst ihr zwar neue Materialien in eine Aufwertung investieren, habt aber wieder höhere Erfolgschancen. Außerdem steht euch mit dem Argos-Raid auch neue Ausrüstung zur Verfügung, die euch noch stärker werden lässt.

Asmongold befürchtet, dass so die Spielerbasis geteilt wird: Auf der einen Seite stehen Spielerinnen und Spieler, die Echtgeld in Lost Ark investieren oder sehr viel Zeit aufwenden, um die entsprechenden Gegenstandsstufen zu erreichen. Auf der anderen Seite finden sich diejenigen, die auf den niedrigeren Stufen festhängen und lange Zeit nicht weiterkommen.

Für Spieler mit niedriger Stufe habe das auch konkrete Folgen: So fänden sie weniger leicht Mitspieler, da (wie schon oben beschrieben) schließlich immer höherstufige Charaktere bevorzugt werden würden.

So sieht laut Asmongold die Lösung aus:

Der Streamer befürchtet, dass der aktuelle Zustand des Spiels dessen Reputation dauerhaft schadet und ist der Meinung, dass die Probleme sofort gelöst werden müssten Deshalb schlägt Asmongold am Ende seines Videos auch ein paar konkrete Lösungen vor. Publisher und Entwickler sollten seiner Meinung nach Folgendes tun:

Erfolgschancen bei Upgrades erhöhen: Damit die Spielerfahrung weniger frustrierend für Spieler wird, die kein Geld ausgeben oder besonders viel Zeit in Lost Ark investieren, sollte der Fortschritt beschleunigt werden.

Das Spiel um Inhalte der Koreanischen Version erweitern: Auf der anderen Seite müssten auch Heroische Wächter-Raids und Abgrund-Raids schnellstmöglich dem Spiel hinzugefügt werden. Diese ermöglichen es Spielerinnen und Spielern in Korea und Russland schneller an die benötigten Ressourcen zu kommen, ohne weitere Charaktere nutzen zu müssen.

Eine Entschuldigung: Zuletzt ist Asmongold auch der Meinung, dass eine Entschuldigung und eine Anerkennung des momentanen Zustand als Fehlentwicklung angebracht wäre. Denn sonst könnte der Eindruck vom ersten Content-Patch sich schnell als Meinung zum gesamten Spiel verfestigen. Lost Ark könnte dann als Free2Play-Titel in Erinnerung bleiben, der sich nur mit dem Ausgeben von Echtgeld lohnt.

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Haltet ihr Lost Ark in seinem aktuellen Zustand für ein Pay2Win-Game? Oder seit ihr mit der Fortschritts-Geschwindigkeit zufrieden? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!

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