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Mafia: Definitive Edition im Test – Alles, was wir uns gewünscht haben

Das Remake zu Mafia leistet mehr als nur schöne Grafik und nichts anderes hat eines der besten Spiele aller Zeiten verdient.

von Fabiano Uslenghi,
24.09.2020 17:14 Uhr

Mafia: Definitive Edition - Testvideo zum grandiosen Remake 14:06 Mafia: Definitive Edition - Testvideo zum grandiosen Remake

Ein Mann im Regen, die Tommy Gun im Anschlag. Während das Wasser aus dem Nachthimmel tropft, entbrennt auf einer Farm eine brutale Schießerei zwischen Gangstern und korrupten Polizisten. Dutzende Menschen sterben, durchlöchert vom Mann im Regen. Danach eine Flucht, bei der noch mehr Menschen ihr Leben lassen. Der Mann und seine Gefährten entkommen um Haaresbreite dem Tod.

Danach ist der Mann aufgewühlt. Er fährt nach Hause. Trifft dort seine Frau. Er starrt sie entgeistert an, als wüsste sie schon alles, was er erlebt hat. Die Frau umarmt den Mann, doch Trost scheint er in ihren Armen nicht zu finden. Schwarzblende. Willkommen in Lost Heaven. Willkommen in der Mafia: Definitive Edition.

Das Remake von Mafia steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Immerhin gilt das Original als eines der besten Actionspiele aller Zeiten, das vor allem aufgrund seiner dichten Atmosphäre und der starken Geschichte in unseren Erinnerungen wohnt. Für die Umsetzung ist Hangar 13 verantwortlich, die nach dem weit weniger gloriosen Mafia 3 sicherlich nicht den besten Stand bei Fans des Originals haben. Eine famose Neuauslegung eines geliebten Klassikers könnte das ändern. Könnte! Die Definitive Edition ist also ein Wagnis. Zum Glück hat sich Hangar 13 diesem Wagnis gestellt.

So zerrüttet wie hier sahen wir Tommy im Original nie. Was zum Teil auch an den technischen Limitierungen lag. So zerrüttet wie hier sahen wir Tommy im Original nie. Was zum Teil auch an den technischen Limitierungen lag.

Familiendrama: Eine gute Geschichte veredelt

Steigen wir mit dem wohl wichtigsten Teil von Mafia ein: mit der Geschichte. In diesem Aspekt konnte sich das Original von 2002 besonders hervortun, hob sich von der GTA-Konkurrenz ab, in dem es eine mitreißende und sehr ernste Geschichte erzählt, die von den großen Mobster-Filmen aus Hollywood inspiriert wurde. Ein waschechtes Drama, rund um Tommy Angelo, der sich vom Taxifahrer zum beinharten Mafioso wandelt und beim Krieg gegen die Konkurrenz mit Maschinenpistole in der ersten Reihe steht.

Hangar 13 nimmt die Storyhürde scheinbar problemlos und vollführt dabei sogar noch einen Salto. Denn das Studio schafft es, praktisch jeden Teil der Geschichte zu verbessern. Die Entwickler werfen sogar ein wenig die Frage auf, ob die Geschichte des Originals wirklich so grandios war, wie wir sie in Erinnerung haben.

Original Original
Mafia: Definitive Edition Mafia: Definitive Edition

Der Besprechungsraum macht im Remake ein wenig mehr her. An diesem Tisch haben nämlich auch mehr als nur der Don und seine drei besten Männer platz.

Bestes Beispiel: die geschilderte Szene mit dem Gefecht auf der Farm. Diese brutale Schlacht um ein paar Flaschen Whiskey stammt aus der Mission »Ausflug aufs Land« und verläuft im Original in etwa so wie auch im Remake. Doch es gibt einen eklatanten Unterschied. Nach der Verfolgungsjagd fährt Tommy im Original nicht nach Hause, sondern plaudert noch ein wenig mit seinem Kumpel Paulie. Sie sagen sich dann einfach gute Nacht.

Deutsch oder Englisch?

Die Mafia: Definitive Edition wurde mit komplett neuen Zwischensequenzen bestückt und alle Charaktere haben neue Synchronsprecher. Auf Englisch hören wir hier die Schauspieler, die für die Figuren Pate standen. Es gibt aber auch eine deutsche Sprachausgabe, die nur die Radio-Durchsagen nicht miteinschließt. Beide Sprachausgaben sind gut gelungen. Doch die englische hört sich professioneller an und sorgt aufgrund der italienischen Akzente für mehr Atmosphäre.

Die Charaktere im Original wirkten oft recht distanziert von der Handlung. Fast schon kalt. Emotionen gab es selten. Im Remake werden Tommy, Sam, der Consigliere Frank und vor allem Paulie wesentlich menschlicher dargestellt. Selbst Randerscheinungen wie der Mechaniker Ralphie können sich in den neuen Zwischensequenzen besser entfalten.

Mafia: Definitive Edition - Screenshots ansehen

Gleichzeitig behält das Remake inhaltlich die wichtigsten Punkte der Geschichte bei. Es nimmt sich nicht heraus, eine andere Handlung ausbreiten zu wollen. Wenn Details verändert werden, dann meist aus einem guten Grund. Beispielsweise um Tommys Frau Sarah nicht wie eine etwas plumpe Eroberung abzukanzeln, die nach einer Rettung mit dem Helden sofort ins Bett hüpft.

Auch wenn einige Fans gerade anfangs vielleicht den Darstellungen im Original nachtrauern: Spätestens gegen Ende sollten sie die Figuren aus dem Remake ins Herz geschlossen haben. Irgendwie war Paulie im Original ja auch nur ein etwas gemäßigter Joe Pesci. Im Remake steht der Charakter für sich selbst. Die makellose Inszenierung und die grandiosen Charaktermodelle runden das atmosphärische Storygerüst vollständig ab.

Besonders in den Zwischensequenzen sehen die Gesichter der Charaktere äußerst lebensecht aus, das gilt auch für Feinde wie diesen Mobster aus Morellos Familie. Besonders in den Zwischensequenzen sehen die Gesichter der Charaktere äußerst lebensecht aus, das gilt auch für Feinde wie diesen Mobster aus Morellos Familie.

Knarren und Autos: Spielt sich neu und doch vertraut

Die Missionen von Mafia und seine Geschichte gehen Hand in Hand. Hier überzeugte das Original seinerzeit mit viel Abwechslung und denkwürdigen Lokalitäten. Der Kampf im Parkhaus, das Hotel Corleone, Tommy als Matrose verkleidet auf einem Dampfer und natürlich das berüchtigte Autorennen. All das bekommt ihr auch im Remake. Wir hangeln uns an denselben 20 Missionen entlang, die es im Original gab. Doch es gibt Unterschiede.

  1. Deckungs-Shooter: Im Original konnten wir uns ducken und Hechtsprünge machen. Hockten uns also dann meistens ungelenk hinter eine Ecke. Das Remake ist jetzt ein richtiger Deckungs-Shooter, in dem wir flüssig von einem Hindernis zum nächsten eilen. Die Gegner nutzen das auch und versuchen sogar Flankenmanöver. Wirklich klug verhalten sie sich allerdings in den seltensten Fällen.
  2. Schleichen: Wir können nun wirklich versuchen, auch im Geheimen zu agieren. Das war im Original nur in einer Mission notwendig. Im Remake wurden ein paar Aufgaben so angepasst, dass wir öfters ungesehen zu unserem Ziel gelangen dürfen.
  3. Weniger Leerlauf: Manche Missionen wie der Hinterhalt in Pepes Restaurant dauern im Remake länger und bekommen größere Levels spendiert. Andere wurden etwas verschlankt. Und zwar an den richtigen Stellen. Die Fahrerei durch die Open World wurde entweder verkürzt oder sinnvoll ergänzt. Die Autoinsassen unterhalten sich jetzt nämlich die ganze Fahrt über. Wir tuckern nicht mehr scheinbar ereignislos durch die Gegend, sondern bekommen währenddessen viel mehr mit, was wiederum der Geschichte und seinen Charakteren zugutekommt. Wahlweise könnt ihr die Fahrten sogar ganz überspringen.

Vertraut wie eine Reise in die alte Heimat bleibt aber die Steuerung der zahlreichen Oldtimer. Die lenken sich weiterhin schwerfällig, brechen leicht aus und verlieren bei nassen Straßen deutlich an Haftung. Das sind eben keine modernen Sportwagen, sondern Autos aus den 30ern. Noch unberechenbarer sind da nur die neuen Motorräder. Wem das alles zu anstrengend ist, kann immerhin eine Fahrhilfe hinzuschalten.

Im Remake gibt es explosive Fässer. Die sind mal mehr, mal weniger passend. Hier können wir damit einen ganzen Hof in die Luft jagen. Im Remake gibt es explosive Fässer. Die sind mal mehr, mal weniger passend. Hier können wir damit einen ganzen Hof in die Luft jagen.

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