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Inhaltsverzeichnis
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Making of Unreal - Ein unwirklicher Erfolg

Das Fortnite-Studio Epic Games hat eine bewegte Vergangenheit. Der große Durchbruch gelingt vor 20 Jahren: Finnische Flipper, fliegende Teppiche und ein verspielter Texteditor führen zu einem Ego-Shooter, dessen Technologie die PC-Spielebranche nachhaltig prägt.

von Heinrich Lenhardt,
10.11.2018 08:00 Uhr

Kein Scherz: Weil uns Epic kein Render-Artwork eines Skaarj zur Verfügung stellen kann, prangt auf dem Cover der GameStar-Ausgabe 07/1998 eine abfotografierte Gipsfigur.Kein Scherz: Weil uns Epic kein Render-Artwork eines Skaarj zur Verfügung stellen kann, prangt auf dem Cover der GameStar-Ausgabe 07/1998 eine abfotografierte Gipsfigur.

Es ist der schlimmste Code, den Tim Sweeney je gesehen hat. Mitte der 1990er hockt der Gründer von Epic Games (damals noch Epic MegaGames) vor seinem Röhrenmonitor und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Über den Bildschirm wandern 30.000 Zeilen Assembler-Code, den Sweeneys Mitstreiter James Schmalz teils von Hand getippt, teils aus älteren Epic-Spielen zusammenkopiert hat.

Dreißigtausend Zeilen, eine obskure Ursuppe aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen. Sweeney stöhnt: »Oh mein Gott, was ist dieses Zeug? Ich will das nicht anfassen!« Zum Glück fasst er das Zeug trotzdem an und legt so den Grundstein für einen Erfolg, der Epic Games zu einem der prominentesten Spieleentwickler unserer Zeit macht. Und Tim Sweeney selbst zum Milliardär.

Denn wer Fortnite nicht spielt, der sieht anderen Leuten beim Fortnite-Spielen zu, liest von Fortnite spielenden Promis oder staunt über die dreistelligen Millionensummen, die in den Fortnite-E-Sport-Betrieb versenkt werden. Im August 2018 vermeldet Epic, dass sich über 78 Millionen Fortnite-Spieler mindestens einmal pro Monat auf die Server wagen.

Drinnen Drinnen
Draußen Draußen

1998 besteigt Epic MegaGames den PC-Spiele-Grafikthron. Unreal hat neben überlegener »Dafür rüstet man seinen PC auf«-Technik auch vielfältige Levels und gehobene Gegner-KI zu bieten. Zwischendurch dürfen wir auch mal an die frische Luft, Außenweltabschnitte lockern die Erkundung von Na Pali auf.

Zur Freude des chinesischen Investors Tencent, dem 48,4 Prozent der Epic-Aktien gehören, spült der Battle-Royale-Shooter alleine zwischen Mai und September 2018 1,2 Milliarden US-Dollar in die Kassen. Das Börsenmagazin Bloomberg beziffert den Wert von Epic Games inzwischen auf rund fünf bis acht Milliarden Dollar - Tim Sweeney, nach wie vor der Hauptaktionär, ist folglich ziemlich reich.

Entsprechend ist Epic jetzt die Fortnite-Firma, andere aktuelle Projekte wie der MOBA-Shooter Paragon wurden eingestellt, das angekündigte Comeback von Unreal Tournament liegt auf Eis. Wozu auch groß Ressourcen in andere Titel stecken, wenn man eine Gelddruckmaschine am Laufen hat? Fortnite: Battle Royale wird kostenlos zum Download angeboten, doch die ungeheure Menge an glücklichen Spielern beschert erkleckliche Umsätze mit Mikrotransaktionen. Vorsichtige Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2018: rund zwei Milliarden Dollar. Das sind eine Menge Fallschirme und Tanzanimationen.

Und dieser Erfolg ist kein Zufall, wenn man sich die Geschichte des Entwicklers anschaut. Denn der Aufstieg von Epic Games beruht maßgeblich auf jener Engine, deren 30.000 Codezeilen Tim Sweeney Mitte der Neunziger in den Wahnsinn treiben. Und damit: auf Unreal. Unser Report zeichnet nach, wie der Shooter-Klassiker und seine legendäre Technologie entstanden.

Eine unreale Studiogeschichte - Vom Texteditor zum Schlachtenbus in zehn Etappen ansehen

Wusstet ihr schon, dass...
...das Guinness-Buch der Rekorde die Unreal-Technologie im Jahr 2014 als »die erfolgreichste Videospiele-Engine« aufnahm?
...der Microsoft-Boss Bill Gates Tim Sweeney und Mark Rein Anfang 1997 um eine Geheimvorführung der Unreal-Technologie bittet?
...einige Mitglieder des Unreal-Teams sich erst nach zwei Jahren der Fern-Zusammenarbeit persönlich kennenlernen?
...der Programmierer Steve Pole 1997 für die Unreal-KI angeheuert wird, weil Epic von seiner Quake-Mod Reaper Bots beeindruckt ist?
...die Fortsetzung zu Duke Nukem 3D 1998 während der Entwicklung von der Quake-2- auf die Unreal-Engine wechselt, was viel Aufsehen erregt, aber wenig bringt, weil das Spiel dennoch nicht fertig wird? (Erst 2011 veröffentlicht Gearbox Duke Nukem Forever.)
...der ursprüngliche Name von Unreal Tournament »Unreal Tournament Edition« lautet?
...Epics alter Shareware-Hase Jazz Jackrabbit in einem Tutorial fürs Unreal Development Kit auftritt?
...der chinesische Internet-Konzern Tencent 2012 einen 40-Prozent-Anteil an Epic Games für 330 Millionen Dollar erwirbt?
...Mark Rein 2013 einer der Eigentümer des NHL-Eishockeyteam Carolina Hurricanes wird? Der gute Mann ist ja auch gebürtiger Kanadier.

Epischer Opportunismus

Unreal - Test-Video PLUS 3:42 Unreal - Test-Video

Jahrelang dümpelt das 2011 angekündigte Bau- und Ballerspiel Fortnite vor sich hin, bis es 2017 um den Battle-Royale-Modus bereichert wird. Oder besser gesagt: zum Battle-Royale-Modus inspiriert. Das Prinzip des Online-Überlebenskampfs im stetig schrumpfenden Areal, in dem der letzte Überlebende gewinnt, hat Playerunknown's Battlegrounds (PUBG) populär gemacht. Epic Games liefert einen Nachzügler ab, der aber binnen einen Jahres den Markt aufrollt.

Denn Epic Games hat seinerseits einen Überlebenskampf perfektioniert - den Überlebenskampf eines Entwicklers im sich stetig wandelnden Spielemarkt. Seit das Studio von Tim Sweeney ins Leben gerufen wurde, flutscht es wie ein Aal durch Trends und über Plattformen, wechselt vom PC auf Konsolen, wo das große Geld winkt, kehrt dann wieder zurück auf den PC, um ungehemmt Service-Games produzieren und selbst vertreiben zu können.

Zur festen Größe wird Epic aber schon viel früher durch Unreal, das vor 20 Jahren das Nonplusultra in Sachen PC-Grafikpower repräsentiert, und um dessen Technologie sich bald die halbe Branche reißt. Und das, obwohl Epic zunächst gar nicht daran denkt, die Unreal-Engine zu verkaufen.

Auf deren inzwischen vierter Version basiert auch Fortnite. Dessen Erfolg mag im fröhlichen Grafikstil oder in den originellen Bauoptionen wurzeln, ganz sicher aber in der aggressiven Vermarktungsstrategie. Preis: null Euro. Plattformen: durch die Bank. Während das Playerunknown-Team mit gefühlter Zeitlupengeschwindigkeit Neuerungen abliefert und sich eine rumpelige Xbox-One-Version abquält, erobert Fortnite: Battle Royale in seinem ersten Jahr von PlayStation 4 bis Nintendo Switch fast alles, worauf man spielen kann. Wie war das noch gleich mit dem Aal?

Fortnite

Genre: Action

Release: 2018 (PC, PS4, Xbox One, iOS), 12.06.2018 (Nintendo Switch), 3. Quartal 2018 (Android)

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