Damit Medieval 3 perfekt wird, brauchen wir Spiele wie Troy: Total War

Gefühlt ist momentan niemand so richtig heiß auf das neue Total War. Auch Fabiano wäre ein richtig großes Medieval 3 lieber. Doch wenn das gut werden soll, müssen wir Spielen wie Troy Raum geben.

von Fabiano Uslenghi,
04.06.2020 16:00 Uhr

Paris fragt sich wohl gerade, ob seine Stadt Troja eine Zukunft hat. Wir stellen lieber die Frage, was Troja für die Zukunft von Total War bedeutet. Paris fragt sich wohl gerade, ob seine Stadt Troja eine Zukunft hat. Wir stellen lieber die Frage, was Troja für die Zukunft von Total War bedeutet.

Um Erfolg zu haben, braucht man oft einfach nur die richtige Idee. Diese Eingebung kann allerdings oft auch sehr lange auf sich warten lassen. Fragt mal die Griechen. Die mussten immerhin zehn Jahre lang eine einzige Stadt belagern, bevor es ihnen gelang, sie bis auf die Grundmauern niederzubrennen.

Die Rede ist natürlich von der mythologischen Belagerung Trojas, über die wir hauptsächlich aus Sagen-Geschichten wie der Illias etwas wissen, die aber auch historische Grundpfeiler hat. Eventuell. Vielleicht. Irgendwie. Man ist sich unsicher.

Was ich eigentlich sagen will: Die griechischen Belagerer mussten zehn Jahre lang Krieg führen, bevor ihnen die entscheidende Idee in den Sinn kam. Odysseus erfindet das trojanische Pferd, die Griechen schmuggeln sich in die Stadt, Troja fällt und ist heute den meisten nur noch als Computer-Virus bekannt.

Bis es aber soweit war, verlief der Trojanische Krieg ziemlich zäh. Wirkliche brillante Ideen wurden da selten geäußert. Meist liefen sie auf Duelle zwischen zwei Helden hinaus oder die Götter trieben irgendwelchen Schabernack mit den Sterblichen. Einmal schlich sich Odysseus zu Fuß hinter die feindlichen Linien, klaute dann aber auch nur ein paar Pferde.

Der Autor
Als Geschichtsstudent, Germanist und Fantasy-Fan gibt es für Fabiano keine großartigere Strategieserie als Total War, zumal die Mischung aus Rundenstrategie und Echtzeit-Schlachten genau die richtigen Elemente unter einen Helm bringt. So kann er in Ruhe sein Reich verwalten, fühlt sich aber gleichzeitig wie einer der größten Feldherren der Menschheitsgeschichte. Auch wenn ihm das Mittelalter am liebsten ist, ist er auf Troja gespannt. Immerhin hat er dann nicht völlig umsonst Dutzende Stunden in die Lektüre von Homer gesteckt.

Im Vorfeld dieses Artikels bekam Fabiano auf Anfrage des Publishers Sega eine kurze Probe-Version des neuen Total Wars zugeschickt. Darin war es ihm möglich, eine erste Schlacht zu spielen. Außerdem traf er sich für ein Gespräch mit den Entwicklern.

Pferde sind auch in Troy: A Total War Saga so eine Sache, Kavallerie gab es in der Bronzezeit nämlich weitestgehend nicht. Pferde sind auch in Troy: A Total War Saga so eine Sache, Kavallerie gab es in der Bronzezeit nämlich weitestgehend nicht.

Ganz ähnlich muss es auch Creative Assembly gerade ergehen, die offenbar damit hadern, ein neues, rein historisches und gleichzeitig umfangreiches Total War zu veröffentlichen. Nachdem schon Three Kingdoms den Mittelweg zwischen Fantasy und Geschichte wählte, sieht es auch beim nächsten Saga-Teil nicht anders aus.

Total War: Troy lässt uns genau die oben beschriebene Geschichte um den trojanischen Krieg nacherleben. Das ist nicht unbedingt das, was sich die meisten Fans wünschen. Auch ich sehne mich mehr nach Medieval 3. Trotzdem ist Troy ein wichtiger Schritt. Ein wichtiger Schritt zur richtigen Idee.

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