Rage 2 - Entwickler inzwischen froh um den Leak, sehen Fallout 76 als große Konkurrenz

Die Ankündigung zu Rage 2 verlief nicht so wie geplant. Darüber sei man aber mittlerweile froh, verrät der Studio-Chef. Mehr Sorgen bereitet ihnen Fallout 76.

von Martin Dietrich,
10.07.2018 14:09 Uhr

Rage 2 wurde durch einen Leak angekündigt. Die Entwickler freuen sich aber mittlerweile über die Folgen des Datenlecks.Rage 2 wurde durch einen Leak angekündigt. Die Entwickler freuen sich aber mittlerweile über die Folgen des Datenlecks.

Die verpatzte Erstvorstellung von Rage 2 durch einen Leak hat bei den Entwicklern keine Sorgenfalten hervorgerufen. Tim Willits, id-Software-Studio-Chef, äußerte sich gegenüber Gamesindustry.biz positiv über die verfrühte Ankündigung. Das Timing war laut Willits »eigentlich nicht schlecht für uns« und brachte ausreichend Aufmerksamkeit für die Shooter-Fortsetzung.

Walmart Canada hatte die Existenz des Titels neben anderen Spielen wie Just Cause 4 und Gears of War 5 noch vor der E3 2018 versehentlich preisgegeben. Allerdings sollte Rage 2 sowieso vor der Videospielmesse zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Der Leak hätte den Marketing-Plan nur etwas gerafft, sagt Willits. »Das alles verlief so gut, dass einige Journalisten meinten, wir hätten das geplant gehabt. Aber nein, wir haben das nicht geplant.«

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Bunte Apokalypse

Der Grund für eine Ankündigung vor der E3 findet sich im eigenen Publisher-Haus. Denn für den Studio-Chef ist Bethesdas Fallout 76 der derzeit größte Stolperstein, den es zu überwinden gilt. Im Interview bezeichnet Willits das Online-Rollenspiel gar als »55.000 Tonnen schweren Gorilla«. Daher wollte man nicht im Schatten einer Fallout-Ankündigung sein Projekt vorstellen und möglicherweise im Trubel untergehen. Doch seiner Meinung nach setzen sich die beiden Spiele durch ihre unterschiedliche Herangehensweise an die Post-Apokalypse gut voneinander ab.

"Deshalb habe ich es als post-post-apokalyptisches Spiel positioniert. Aus der Geschichte und den verschiedenen Biomen heraus, die wir geschaffen haben, haben wir versucht, das Spiel weiterzuentwickeln, jenseits der 50 Brauntöne in Rage und Mad Max [Avalanche, die Co-Entwickler von Rage 2 arbeiteten zuvor an Mad Max , Anm. d. Red.].

Also haben wir uns die Farben, die Lebendigkeit der Persönlichkeiten, die Charaktere, die Geschichte und natürlich das Marketing wirklich zu eigen gemacht, was uns wirklich gut gelungen ist."

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Ladepausen aus Teil eins sind passé

Im weiteren Verlauf des Interviews spricht der Entwickler über die Beliebtheit der rauen, gesetzlosen Zukunftsvision im Ödland. Man müsse Spielern dieses Setting nicht lange erklären, sie verstehen es auf Anhieb und man könne trotzdem abgedrehten Sci-Fi-Kram implementieren, sagt Willits. Damit meint er verrückte Waffen und Kreaturen, die für ihn einfach zur DNA von id Software dazugehören.

"Wir können diese High-Fantasy-, Science-Fiction-Erfahrungen und Over-the-Top-Action in einer Welt haben, mit der die Leute vielleicht nicht direkt eine Verbindung spüren, aber sie können sich leichter damit identifizieren als mit irgendeiner außerirdischen Welt. Wir müssen Gebäude, Straßen und all das nicht erklären. Die Leute verstehen es und dann kommen sie mit uns auf die Reise. "

Für Rage 2 will man aus den Fehlern des ersten Teils lernen und trennt dieses Mal die Shooter- von den Fahrzeug-Leveln nicht strikt per Ladezeit. Mithilfe der Technik von Avalanche, der Apex-Engine, sollen beide Aspekte in der offenen Welt nahtlos miteinander verbunden sein. Das erste Rage fußte damals auf dem Grafikmotor id Tech 5.

Die sogenannten Megatexturen der Engine wurden vor der Veröffentlichung als besondere Grafik-Innovation präsentiert. Als Rage dann jedoch offiziell erschien, plagten den Shooter einige Technikprobleme. Auch die angepriesenen Megatexturen glänzten bei näherer Betrachtung eher durch Detailarmut. Ob auf Rage 2 ein besseres Schicksal wartet, erfahren Spieler im Frühjahr 2019 auf PC, PS4 und Xbox One.

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