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Ruined King angespielt: Das Rollenspiel hat beste Ansätze für eine gute Wertung

Das Taktik-Rollenspiel zeigt das Universum von League of Legends auf ganz neue Art. Macht das Spaß? Unsere ersten Eindrücke im Angespielt-Review.

von Stephanie Schlottag,
17.11.2021 17:25 Uhr

Was für ein Schachzug! Seit Monaten hat niemand mehr etwas vom LoL-Rollenspiel Ruined King gehört. Und dann haut Riot plötzlich raus: »Ach ja, ihr könnt übrigens ab sofort loslegen, viel Spaß«. Nachdem ich meine Kinnlade wieder eingerenkt, mir spätnachts noch einen Kaffee aufgesetzt und mich an den PC gesetzt hatte, wollte ich am liebsten gar nicht mehr aufhören zu spielen.

Warum Riot Games sich gerade zu einem der spannendsten Entwickler des Jahres mausert, besprechen unsere Kollegen Leya, Schuhmann und Alex von MeinMMO in ihrem Podcast:

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Nach einer Handvoll Spielstunden kann ich natürlich noch nicht beurteilen, wie viel Spaß Ruined King langfristig macht, wie viel Abwechslung wirklich drin steckt oder wie ausgewogen das Balancing später ausfällt – das verrät euch dann unser Test ! Aber für meinen ersten Eindruck reicht es auf jeden Fall, sodass ich euch ein recht gutes Bild vermitteln kann, ob ihr die 30 Euro für das Taktik-RPG ausgeben solltet.

Die Autorin
Steffi hat als langjähriger Fan des LoL-Universums gerade eine verdammt gute Zeit. Erst erobert Arcane ihr Herz bei Netflix und dann erscheint auch noch wie aus dem Nichts Ruined King. Auf freut sie sich seit der ersten Preview wie ein Poro auf seinen nächsten Keks. Vielleicht hat sie zum Release ein kleines Freudentänzchen aufgeführt. Aber nur ganz vielleicht.

Hier lest ihr, wie sich das Spiel in den wichtigsten Kategorien schlägt:

Ruined King: A League of Legends Story ansehen

Die Story ist nicht nur was für LoL-Kenner

Hier habe ich die gleiche gute Nachricht für euch, die ich auch schon zu Arcane verkündet habe: Ihr müsst LoL weder kennen noch mögen, um Ruined King zu verstehen. Die Story und Charaktere werden so sachte eingeführt, dass ihr auch ohne Vorwissen problemlos mitkommt. Allerdings haben LoL-Profis durchaus einen gewissen Vorteil, weil sich die Fähigkeiten der Champions nämlich in beiden Spielen sehr ähneln. Das dürfte Neulinge aber nicht weiter stören, wie wir weiter unten im Kampf-Part erklären.

Kurz gefasst geht es darum, die Piratenfestung Bilgewasser vor dem tödlichen schwarzen Nebel zu retten, der ziemlich schaurige Kreaturen beherbergt. Dahinter steckt offenbar der namensgebende ruinierte König, gegen den unsere bunte Truppe aus LoL-Champions antritt. Ganz am Anfang wirkte die Geschichte ein bisschen arg simpel, der Eindruck verflüchtigt sich aber, je weiter die Story voranschreitet. Denn zumindest die Charaktere bringen jeweils eine ziemlich komplexe Hintergrundgeschichte mit.

Ruined King - Trailer gibt Einblicke in die Story des Singleplayer-Spiels im LoL-Universum 2:01 Ruined King - Trailer gibt Einblicke in die Story des Singleplayer-Spiels im LoL-Universum

Wie kunstvoll die einzelnen Story-Fäden nach und nach verwoben werden, kann ich leider noch nicht sagen – aber je länger ich gespielt habe, desto optimistischer stimmt es mich. Die erzählerische Qualität der Netflix-Serie Arcane dürft ihr aber nicht erwarten!

Die Kämpfe sind das Highlight

Die Kämpfe sind definitiv das Highlight des Spiels! Wenn ihr Battle Chasers: Nightwar mochtet (von den gleichen Entwicklern, Airship Syndicate), dann wird euch das rundenbasierte Kampfsystem von Ruined King auch gefallen. Hier steckt verdammt viel taktische Tiefe drin – nicht nur hat jeder Champion ganz individuelle Fähigkeiten, ihr müsst auch euer Kampftempo anpassen, verschiedene Skill-Typen schlau kombinieren, zufällige Statuseffekte in eure Strategie einbauen und und und ...

Runden-Taktik Ihr müsst viel im Auge behalten: Eure Skills, Lebensbalken, Zug-Reihenfolge, Sondereffekte...

Skills Braum beschützt Kameraden mit seinem Schild, wie auch in LoL.

Besonders cool finde ich, wie wuchtig sich unsere Angriffe anfühlen. Hier klatscht ein riesiger Tentakelarm einen Banditen um, da rammt Braum seinen Schild krachend gegen den Dickschädel einer Hafenratte. Und bei den mächtigen Ultimate-Fähigkeiten kommt sogar ein Hauch Final-Fantasy-Dramatik auf.

Was erstmal erschlagend kompliziert wirkt, macht aber richtig viel Spaß, sobald ihr den Dreh erstmal raus habt. Die grundlegenden Mechaniken erinnern mich übrigens an Child of Light, in dem unsere Fähigkeiten ja auch bestimmen, wann wir dran sind.

Habt ihr Guide-Bedarf? Falls ihr Ruined King spielt, bei den Kämpfen aber nicht so richtig durchblickt, schreibt es gerne in die Kommentare! Wenn genug Interesse besteht, könnten wir einen entsprechenden Guide mit hilfreichen Tipps für euch schreiben.

Die Welt & das Erkunden: Cool, aber nicht bahnbrechend

Ruined King hat keine Open World, sondern besteht aus Hub-Welten und Dungeons, in denen wir uns frei bewegen. Das Erkunden lohnt sich aber trotzdem, denn überall stehen Schatzkisten – Sammelwütige wie ich haben hier viel zu tun. Zwar sieht alles ganz hübsch aus, Ruined King bleibt aber sowohl optisch als auch in Sachen Komplexität und Größe weit unter einem Divinity: Original Sin 2. Schraubt eure Erwartungen also bitte nicht zu hoch.

Hafenkneipe Natürlich dürfen in Bilgewasser finstere Piraten-Absteigen nicht fehlen. Arrrr!

Poro-Einsatz Mittels besonderer Fähigkeiten schalten unsere Champions neue Wege oder Loot frei.

Was an schierer Masse fehlt, wird aber mit kleineren Features wieder wett gemacht: Unsere Champions haben besondere Dungeon-Fähigkeiten, mit denen sie Hindernisse überwinden. Braum kann zum Beispiel einen treuen Poro durch Tunnel schicken, der ihm dann nützliche Gegenstände sammelt. Je nachdem, wen wir gerade im Team haben, bleiben uns manche Orte auch verschlossen, was gut für den Wiederspielwert sein dürfte.

Auf eine vollkommen interaktive Welt solltet ihr aber nicht hoffen. Manchmal verteilen die Bewohner Nebenquests oder handeln mit uns, das meiste an den Umgebungen ist aber nur Deko. Da spürt man das begrenzte Budget. Das kommt leider auch in einigen Zwischensequenzen und vielen Dialogen zum Vorschein, die nur als comicartige Standbilder inszeniert sind.

Dialoge Dialoge sind meistens statisch. Dafür aber immerhin sehr schön vertont (auch auf Deutsch).

Zwischensequenzen Schade, dass die Zwischensequenzen kaum animiert sind.

Neben Kämpfen und Zeug sammeln gibt es in Ruined King allerdings noch jede Menge anderes zu tun - ich habe noch nicht mal alle Aktivitäten freigeschaltet. Allein mit Angeln könnt ihr viele Stunden verbringen, um mit verschiedenen Ködern seltene Fische zu fangen – wenn ihr denn Lust darauf habt.

Wie viel Rollenspiel steckt in Ruined King?

Die Rollenspiel-Elemente von Ruined King beziehen sich vor allem auf die Fähigkeiten der Champions. Ihr steigt ganz klassisch durch Erfahrung im Level auf, schaltet euch dadurch neue Skills frei und wertet eure Attacken nach eigenem Gusto auf. Zum Beispiel habt ihr die Wahl, ob ihr mit einer Fähigkeit lieber mehr Schaden anrichten wollt oder sie weniger Mana kosten soll. Das dürft ihr auch jederzeit wieder umskillen.

Wir müssen uns zwischen zwei Optionen entscheiden, können das Upgrade aber auch austauschen. Wir müssen uns zwischen zwei Optionen entscheiden, können das Upgrade aber auch austauschen.

Außerdem beeinflusst eure Ausrüstung auch die Statuswerte der Champions. LoL-Fans werden einige Items erkennen, etwa Manamune oder Doran's Ring. Damit passt ihr die Helden ganz an eure persönliche Kampftaktik an. Freie Charakterentwicklung in Bezug auf die Story gibt's aber nicht, die Rollen sind alle festgelegt und ihr habt recht wenige Dialogoptionen zur Auswahl. Ich denke nicht, dass sich daran später im Spiel noch viel ändert.

Für wen eignet sich Ruined King?

Kommen wir also zur großen Frage, wer bei Ruined King zugreifen sollte und wer besser die Finger davon lässt. Ich versuche mal, euch eine Übersicht zu geben – soweit ich es jetzt schon beurteilen kann.

Ruined King wird euch wahrscheinlich gefallen, wenn...
  • ... ihr euch gern in komplexe Kampfsysteme reinfuchst.
  • ... ihr LoL gerne mal als Solo-Rollenspiel mit Action-Fokus erleben wollt.
  • ... ihr Battle Chasers: Nightwar mochtet.
  • ... ihr über kleine Stolpersteine hinwegsehen könnt (seitenlange Tutorial-Nachrichten, Gespräche laufen ohne Pausenfunktion automatisch ab, solche Sachen)
Ruined King wird euch wahrscheinlich nicht gefallen, wenn...
  • ... ihr eine riesige, offene und komplexe Spielwelt erwartet
  • ... ihr Wert auf zahlreiche Entscheidungen und eine verzweigte Geschichte legt
  • ... euch eine recht simple Inszenierung und Comic-Stil stören
  • ... ihr mit rundenbasierten und sehr taktischen Kämpfen nichts anfangen könnt

Wer sich jetzt immer noch fragend am Kopf kratzt, kann sich nochmal den Launch-Trailer anschauen. Vielleicht hilft euch der noch bei einer Entscheidung:

Ruined King - Launchtrailer zum überraschenden Release des LoL-Rollenspiels 1:39 Ruined King - Launchtrailer zum überraschenden Release des LoL-Rollenspiels

Wann erscheint unser Test zu Ruined King?

Für unseren Test prüfen wir natürlich alle Aspekte des Spiels auf Herz und Nieren und versenken noch viel Spielzeit in Ruined King. Geschätzt beträgt die Spielzeit zwischen 25 und 30 Stunden, mit Nebenaktivitäten vielleicht sogar deutlich mehr. Wir planen, unsere Wertung Anfang kommender Woche festzulegen, nagelt uns aber bitte nicht darauf fest.

Dass wir kein genaues Datum nennen können, liegt daran, dass wir vom Release genauso überrascht wurden wie der Rest der Welt. Natürlich ist dieser Zeitpunkt ganz bewusst gewählt, jetzt, wo durch die fantastische Netflix-Serie Arcane der Hunger auf mehr LoL-Spiele geweckt wurde. Well played, Riot.

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