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Seite 2: Die 7 schlimmsten Fehlkäufe meines Gaming-Lebens

Eve Online

EVE Online: Invasion - Von dieser Sci-Fi-Action ist im eigentlichen Spiel nur selten was zu sehen 3:07 EVE Online: Invasion - Von dieser Sci-Fi-Action ist im eigentlichen Spiel nur selten was zu sehen

Genre: MMO | Entwickler: CCP Games | Release: 6. Mai 2003

Eve Online - bereits der Name sorgt in mir für ein angenehmes nervöses Kitzeln. Der Hauch eines intergalaktischen Abenteuers umweht den Namen des MMOs. Newsseiten berichten regelmäßig von gigantischen Schlachten verfeindeter Spielergruppierungen, die Rede ist von Verrat, Diplomatie, Heldentum, eben von ganz großem Kino:

Teuerstes Videospiel-Gefecht aller Zeiten bricht zwei Guinness-Weltrekorde   15     4

Eve Online

Teuerstes Videospiel-Gefecht aller Zeiten bricht zwei Guinness-Weltrekorde

Ich kaufe also das Spiel und bleche voller Vorfreude gleich mal eine Monatsgebühr, um daraufhin etwas irritiert auf eine futuristische Version von Excel zu starren. Wo ich auch hinsehe prangt ein Menü. Meine Maus bricht angesichts der zu erwartenden Akkordarbeit in Tränen aus und tut so, als wäre ihr Akku leer. Zu blöd, dass du am Kabel hängst, du fauler Nager!

Hier ein Klick, dort ein Klick, ach komm, da gleich zwei Klicks. Ich finde mich überhaupt nicht in Eve Online zurecht und habe auch keine Ahnung, was ich hier eigentlich gerade in Gang setze. Die folgenden Tage sind geprägt von langen Aufenthalten auf dem Lokus, damit ich mir in aller Ruhe Guides im Internet durchlesen kann. Ich nicke wissend, obwohl ich überhaupt nichts verstehe.

Eine Woche später habe ich aufgegeben und bin frustriert. Mein Charakter wird in vier Tagen und 13 Stunden seine Handelsfähigkeit verbessern. Mein Schiff hat keinen Schild mehr und so schön ein Asteroid beim ersten Vorbeifliegen auch aussieht, so öde wird es dann doch beim siebten Mal. Ich bin einfach nicht zum Weltraumhelden geschaffen und überlasse dieses - zweifelsohne faszinierende! - Spielfeld lieber den Profis, die etwas davon verstehen.

The Elder Scrolls 4: Oblivion

Für Géraldine toppt nichts Oblivion - nicht mal Skyrim! PLUS 19:02 Für Géraldine toppt nichts Oblivion - nicht mal Skyrim!

Genre: Rollenspiel | Entwickler: Bethesda | Release: 20. März 2006

Warte, Géraldine, lass es mich bitte erklären! Kein Grund, gleich das Ebenerz-Schwert zu ziehen! Ja, The Elder Scrolls 4: Oblivion ist ein absolut fantastisches Spiel, das nun wirklich nicht das Prädikat Fehlkauf verdient hat. Es ist bis heute mein unangefochtener Lieblingsteil der Reihe. Wieso es dennoch in meiner persönlichen Liste einen Platz verdient hat? W. d. h. Hw.-Anf.!

Wegen der horrenden Hardware-Anforderungen! Es gibt kein Spiel, dem ich in meinem Leben intensiver entgegengefiebert habe als Oblivion. Die letzten drei Monate vor dem Release habe ich ungelogen jeden Tag nach der Schule die GameStar-DVD in den Player eingelegt und mir das Preview-Video angeschaut. Immer und immer wieder, um anschließend sämtliche Screenshots in der Heftausgabe anzuschmachten.

Dann erschien der Rollenspiel-Koloss endlich. Ich kaufte mir die Collector's Edition und ... es ruckelte. Stop, das ist nicht ganz korrekt. Als ruckeln bezeichnet man die langsame Abfolge zweier aufeinanderfolgender Bilder. Bei mir war dieser Abstand aber so groß, dass mein Spielerlebnis eher einer Diashow ähnelte.

Kleiner Einschub: Wenn euch bei der Nennung von Oblivion das Kribbeln packt, könntet ihr schon bald endlich wieder einen Grund haben, ins Kaiserreich aufzubrechen - dank Skyblivion!

Skyblivion ist auf die Zielgerade eingebogen   12     10

Oblivion-Comeback als Skyrim-Mod

Skyblivion ist auf die Zielgerade eingebogen

Schuld war jedoch nicht das Spiel, sondern meine aus dem letzten Loch pfeifende Geforce FX 5900. Die auf dem Papier recht potente Grafikkarte war nämlich maximal ungeeignet für Spiele, die starken Gebrauch von den damals aufkommenden Shader-Technologien machten. Oblivion überforderte meine GPU bereits mit einem einzigen Baum, und Cyrodiil hat viele Bäume.

Ich spielte mit minimalsten Details in 640x480 Pixeln und es ruckelte trotzdem noch, nun aber wenigstens so moderat, dass ich mich an der grobkörnigen Spielwelt erfreuen konnte. Ob ich mit dem Kauf gewartet hätte, wenn ich dieses Debakel vorhersehen hätte können? Wahrscheinlich nicht. Dafür liebe ich Oblivion zu sehr. Aber mein Kopf erinnert mich immer wieder an die unumstößliche Wahrheit: Im März 2006 war dieses Spiel ein absoluter Fehlkauf.

Anno 1503

Auch im Rückblick kommt Anno 1503 nicht gut weg PLUS 4:44 Auch im Rückblick kommt Anno 1503 nicht gut weg

Genre: Aufbauspiel | Entwickler: Max Design | Release: 25. Oktober 2002

Anno 1503 hat mein Grundvertrauen in die Feuerwehr nachhaltig ins Wanken gebracht. Denn so schön die ersten Spielminuten auf meinem noch unbebauten Eiland auch waren, kurz darauf gingen meine Städtebauambitionen in Rauch auf, und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn ein Bug in der Releasefassung sorgte dafür, dass schon nach kurzer Zeit ein Brand in meiner Siedlung entflammte. Das an sich wäre noch kein großes Problem, schließlich kann man in Anno 1503 ja auch eine Feuerwehr errichten. Blöd nur, dass diese Bauoption erst viel später im Spiel zur Verfügung steht. Deshalb musste ich ein ums andere Mal hilflos dabei zuschauen, wie die Flammen Bauernhütte um Bauernhütte verschlangen.

Und das war nur einer von unzähligen Bugs, die zu Beginn einer Partie mit an Land gingen. Denkt daran, wir reden hier von einer Zeit, in der es noch keine Day-1-Patches gab und man einfach darauf hoffen musste, dass auf der nächsten GameStar-CD ein Update für Anno 1503 zu finden sein würde. So viel Geduld wollte und konnte ich aber nicht aufbringen, weshalb ich weiterzog und erst Anno 1404 mein Herz erobern sollte.

»Die Perfektion des Aufbauspiels« - Das sagen unsere Experten   13     35

Anno 1404

»Die Perfektion des Aufbauspiels« - Das sagen unsere Experten

Trivialer Fakt, aber dennoch immer wieder erzählenswert: Als Wiesbadener habe ich mir Anno 1503 ausgerechnet in der Mainzer Römerpassage gekauft - nur ein Stockwerk unterhalb der Büroräumlichkeiten des heutigen Anno-Entwicklers Ubisoft Mainz (ehemals Related Designs).

Stalker: Clear Sky

S.T.A.L.K.E.R. Clear Sky hätte so schön werden können - wurde es aber nie PLUS-Archiv 4:29 S.T.A.L.K.E.R. Clear Sky hätte so schön werden können - wurde es aber nie

Genre: Ego-Shooter | Entwickler: GSC Gameworld | Release: 5. September 2008

Stalker: Clear Sky ist ein heißer Anwärter für die größte Enttäuschung meines Gaming-Lebens. Wow, hatte ich mich auf dieses Spiel gefreut! Schließlich zählt der Vorgänger Shadow of Chernobyl für mich zu den atmosphärischsten Titeln überhaupt. Die Zone ist einfach ein unfassbar faszinierender Ort und ich möchte jedes Geheimnis darin entdecken und jede Anomalie finden.

Clear Sky war zum Release aber derart verbuggt, dass ich es nicht spielen konnte. Und das lag nicht an meiner Motivation, sondern ich konnte es tatsächlich nicht spielen, meistens nicht einmal starten. Wenn ich dann doch mal bis ins Hauptmenü kam, machte ich zunächst drei Kreuze und führte einen Regentanz auf, bevor ich einen Spielstand lud. Es dauert dennoch keine fünf Minuten, bis ich wieder auf dem Desktop landete.

Der Shooter war derart fehlerbehaftet, dass er getrost als Anomalie in der Spielehistorie angesehen werden darf. Bis heute habe ich mich nicht dazu durchringen können, Clear Sky seine wohlverdiente sechsundvierzigste Chance zu geben. Dabei habe ich noch immer nicht die Hoffnung aufgegeben, dass da ein wirklich spaßiger Shooter auf mich wartet, der mir die Wartezeit bis Stalker 2 versüßen könnte. Vielleicht sollte ich Stalker Anomaly mal eine Chance geben:

Stalker Anomaly ist das Spiel, das Stalker nie war   18     20

Kolumne

Stalker Anomaly ist das Spiel, das Stalker nie war

So gut das Spiel heute dank Fan-Patches auch sein mag: Anno 2008 war Clear Sky ein absoluter Fehlkauf. Für das zum Fenster hinausgeschmissene Geld hätte ich mir besser eine DVD-Dokumentation über den Tschernobyl-Vorfall angeschafft - die startet wenigstens.

Zum Abschluss lege ich euch erneut unsere GameStar-TV-Reihe rund um das Thema Fehlkäufe ans Herz. Darin erfahrt ihr unter anderem, welches Sci-Fi-Gruselspiel Dimi enttäuscht hat und warum Peter seine Karriere als Dieb nach Thief 2 wieder an den Nagel gehängt hat.

Nun seid ihr an der Reihe: Welche Fehlkäufe möchtet ihr mit uns teilen? Berichtet uns von euren gebrochenen Herzen und den euch widerfahrenen Enttäuschungen, damit wir uns alle gegenseitig in die Arme nehmen können. Ich freue mich auf eure Geschichten!

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