Slay the Spire war super, aber das Downfall-Addon ist die Krönung

Mit Downfall hat Slay the Spire eine richtige Erweiterung bekommen, die den Megahit noch viel besser macht.

von Dennis Zirkler,
31.03.2022 18:58 Uhr

Slay the Spire gilt neben Hades bis heute als einer der besten Roguelike-Titel überhaupt. Nicht nur im GameStar-Test überzeugte der Deckbuilder und sicherte sich eine starke Wertung, auch die Steam-Spieler sind vollends überzeugt: Von über 100.000 Reviews fallen 97 Prozent positiv aus. Solche Werte erreichen sonst nur Meisterwerke wie Portal 2, Factorio oder Rimworld.

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Mit Downfall ist nun eine echte Erweiterung erschienen, die den Umfang des Hauptspiels mehr als verdreifacht. Umso überraschender ist es deshalb, dass das Fan-Projekt dem Original in keinster Weise nachsteht.

Worum geht es in Downfall?

Bereits seit über drei Jahren arbeiteten die Hobby-Entwickler der Table 9 Studios an ihrer Mega-Erweiterung, die vergangenes Wochenende endlich fertig geworden ist – sogar inklusive einer eigenen, schicken Steam-Shop-Seite.

Downfall bietet zwei große Neuerungen: Einerseits bekommt ihr einen fünften Helden für den normalen Spielmodus, andererseits ganze sieben neue Klassen für eine alternativen Kampagne.

Zahlreiche neue Zufallsvents erwarten euch. Zahlreiche neue Zufallsvents erwarten euch.

Alle Heldenklassen besitzen nicht nur eigene Kartensammlungen, aus denen ihr im Verlaufe eures Abenteuers ein Deck zusammenstellt, sondern auch eigene Relikte, Zufallsereignisse und Tränke.

Das sind die neuen Helden:

  • Hermit: Der Einsiedler ist die fünfte Heldenklasse. Bei ihm dreht sich alles um eine vollkommen neue Mechanik, die vielen seiner Karten Boni verleiht, wenn sie sich in der Mitte seiner Hand befinden.
  • Slime Boss: Der aus dem Hauptspiel bekannte Bossgegner beschwört verschiedene Arten von Schleimen, die verschiedene Effekte oder Schaden verursachen.
  • Guardian: Ein auf die Defensive spezialisierter Tank, der mit zahllosen Block- und Barrikadenmöglichkeiten seine Feinde langsam, aber sicher zerstört.
  • Hexaghost: Durch die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, etwa zwei Angriffe auszuspielen, können die Geisterflammen des Hexaghosts entzündet werden. Jede Flamme verursacht einen anderen Effekt und sobald alle aktiviert wurden, gibt’s einen ultimativen Angriff.
  • Champion: Dieser Ritter wechselt zwischen einer offensiven und defensiven Haltung. Viele seiner Karten haben unterschiedliche Effekte, je nachdem, in welcher Haltung er sich gerade befindet.
  • Automaton: Dieser Roboter kann verschiedene Karten durchs Ausspielen in einer Sequenz encodieren. Sobald drei Karten hier gespeichert wurden, bekommt ihr eine neue Karte, die die Effekte aller drei Karten gleichzeitig auslöst.
  • Gremlins: Gleich fünf Gremlins spielt ihr hier, zwischen denen ihr durch das Ausspielen von Karten hin und her wechseln könnt – jeder hat natürlich eigene Effekte, um die sich ein Deck herum basteln lässt.
  • Snecko: Die grüne Schlange setzt alles auf Zufall. So verwandeln sich etwa einige der Karten in zufällige andere Karten, die auch von weiteren Klassen stammen können. Für einen erfolgreichen Run braucht es also einen ganzen Haufen Glück.

Das Herzstück der Mod ist jedoch der Downfall-Modus: Statt die Turmspitze zu erobern und dessen Endboss den Gar auszumachen, verteidigt ihr dieses vor den einfallenden Helden. Ihr bewegt euch also nicht wie gewohnt von unten nach oben, sondern steigt die altbekannten Ebenen hinab.

Dies sorgt allerdings für einige Besonderheiten: So startet ihr jeden Durchlauf direkt mit einem Lagerfeuer, an dem man Karten aufwerten und Lebenspunkte wiederherstellen kann – normalerweise wartet dieses kurz vorm Bosskampf. Im Addon fehlt diese Möglichkeit entsprechend.

Die Bosskämpfe sind übrigens ein richtiges Highlight: Ihr könnt die Relikte und die Hand des feindlichen Helden sehen, der auf bekannte Skills und Angriffe seiner Klasse zurückgreift. Da kommt durchaus das Gefühl auf, als würde man einem echten Spieler – oder sogar sich selbst – gegenüberstehen.

Die Helden aus dem Basisspiel sind hier die neuen Bosse. Die Helden aus dem Basisspiel sind hier die neuen Bosse.

Auch die Begegnungen mit dem Händler laufen komplett unterschiedlich ab: Statt euch Sachen zu verkaufen, greift dieser euch umgehend an und bewirft euch mit Münzen. Ganz schön schmerzhaft. Habt ihr den Händler vertrieben, dürft ihr anschließend aber direkt beim Herz des Dungeons einkaufen gehen.

Was gefällt uns an Downfall? Und für wen lohnt es sich?

Mit Downfall bekommt Slay the Spire eine wahrliche irrwitzige Menge an neuen Inhalten. Besonders beeindruckend finden wir, dass die Qualität der neuen Charaktere den vier Originalhelden in nichts nachsteht. Als Beispiel zeigen wir euch ein paar Bilder vom Automaton:

Der Automaton Der Automaton baut Sequenzen und erschafft so neue, mächtige Karten.

Neue Karten Die neuen Karten passen perfekt zu Mechanik und Thematik des Helden.

Wirklich jede Klasse spielt sich komplett einzigartig und die Möglichkeiten, sich auf bestimmte Mechaniken zu spezialisieren, fallen ziemlich komplex aus. Zudem passen alle Karte thematisch perfekt zu ihren jeweiligen Charakteren.

Wenn ihr Fan von Slay the Spire seid, solltet ihr Downfall auf keinen Fall verpassen – schließlich hat man selbst in einem der besten Spiele überhaupt irgendwann mal alles gesehen und ausprobiert. Mit Downfall wird nun die Zahl der verfügbaren Helden von vier auf zwölf verdreifacht, was viele hundert Stunden frischen Spielspaß garantiert.

Dennis Zirkler
@YungWerner

Ich hab jetzt, laut Steam, 153 Stunden mit Slay the Spire verbracht - ist jetzt nicht super viel, für meine persönlichen Verhältnisse aber schon eine ganze Menge. Einerseits bevorzuge ich im Normalfall nämlich Multiplayer-Kartenspiele wie Hearthstone, Gwent oder MTG: Arena, andererseits ist dann doch irgendwann die Routine bei mir eingekehrt

Ich bin mir sicher: Wäre Downfall schon früher erschienen, könnte ich jetzt mindestens die doppelte Spielzeit vorweisen. Denn seit ich diese grandiose Mod vor einigen Tagen installiert habe, hat mich Slay the Spire wieder richtig am Haken.

Meine Lieblingsklasse ist übrigens der Hexaghost, der über eine spannende Mechanik verfügt: Neben seinen normalen Karten kann dieser sechs verschiedene Siegel sammeln. Wenn man alle in derselben Partie ausspielt, durchbricht der Hexaghost endlich seine Barriere und... was dann passiert, müsst ihr selbst herausfinden.

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