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Steam-Konkurrent Robot Cache - Zu Besuch in der Gebrauchtspiele-Mine

Geheimwaffe Blockchain: Mit Kryptowährung und der Möglichkeit, digitale Spiele auf dem Gebrauchtmarkt zu verkaufen, fordert der europäische Underdog Robot Cache den US-Riesen Steam in Sachen Online-Distribution von PC-Spielen heraus. Wir sprachen mit dem CEO über die hochfliegenden Pläne und warum bereits mehrere Publisher Robot Cache ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Kleiner Tipp: Es hat mit dem lieben Geld zu tun ...

von Peter Bathge,
24.09.2018 15:00 Uhr

Mit Robot Cache betritt ein Steam-Konkurrent die Bühne, der für einen Online-Shop innovative Ideen hat. Eine davon: der Verkauf von Gebrauchtspielen.Mit Robot Cache betritt ein Steam-Konkurrent die Bühne, der für einen Online-Shop innovative Ideen hat. Eine davon: der Verkauf von Gebrauchtspielen.

Roboter, auf deren Schultern das Schicksal einer ganzen Welt lastet, kennen wir zuhauf. Wall-E muss die Menschheit zur Erde zurückführen, R2D2 hat Luke und Kameraden schon ein Dutzend Mal das Leben gerettet und Marvin aus Per Anhalter durch die Galaxis - nun, Marvin fühlt sich zumindest so, als wäre er an allem schuld. Wie deprimierend.

Auch von dem kleinen, blauen Roboter RC hängt eine Menge ab. Vielleicht nicht das Schicksal der Welt oder gar des Universums - aber zumindest das einer Firma: Robot Cache. RC ist das Maskottchen des Unternehmens und einer gleichnamigen Online-Plattform, die sich nichts Geringeres zum Ziel gesetzt hat, als einen Marktanteil von fünf bis zehn Prozent im Geschäft mit digitalen PC-Spielen zu erstreiten.

Angesichts von Konkurrenten mit den klangvollen Namen Steam, Origin, Uplay oder Battle.net, aber auch Humble Store und GOG.com keine leichte Aufgabe. Doch Robot Cache hat ein Ass im Ärmel. Nein, nicht RC, der in Werbevideos über den Bildschirm hüpft. Sondern die Tatsache, dass bei Robot Cache gekaufte Spiele auf dem Gebrauchtmarkt weiterverkauft werden können.

Robot Cache: Der Steam-Killer?

»In der digitalen Welt gibt das Konzept eines gebrauchten Spiels nicht«, erklärt Robot Caches CEO Lee Jacobson und legt damit gleich zu Beginn unseres Gesprächs auf der Gamescom den Finger in die Wunde. Wie also können Spieler bei Robot Cache ihre gekauften Spiele später als gebraucht wiederverkaufen? Die Antwort liegt in der Blockchain-Technologie, die bei Kryptowährung von Bitcoin bis Etherium zum Einsatz kommt.

Jacobson ist ein langjähriger Freund von Brian Fargo, dem kreativen Kopf hinter der Wasteland-Serie und Geschäftsführer von Rollenspiel-Entwickler Inxile Entertainment (The Bard's Tale 4). »Wir kennen uns seit 25 Jahren, ich arbeitete damals bei Virgin Interactive und Brian war bei Interplay die Straße runter.« Derzeit liebäugelt Brian Fargo mit einem Rückkauf der Namensrechte am Publisher Interplay.

Vor ein paar Jahren hatte er eine andere Idee, mit der er zu seinem Freund Lee Jacobson kommt: Ein Download-Shop abseits von Steam, bei dem die Hersteller keine 30% ihres Umsatzes an den Betreiber abdrücken müssen, sondern lediglich 5%. Und bei dem die Spieler nicht nur durch den Weiterverkauf ihrer durchgespielten Spiele Geld verdienen, sondern auf Wunsch auch noch die Rechenleistung ihres PCs für den Abbau von Kryptowährung zur Verfügung stellen können (Stichwort: Mining).

Aus der fixen Idee entstand mit Robot Cache ein Unternehmen in Spanien, dem Lee Jacobson als Geschäftsführer vorsteht, während Brian Fargo als Vorsitzender des Aufsichtsrats im Hintergrund bleibt. »Brian ist nicht ins Tagesgeschäft der Firma involviert«, erklärt Jacobson. »Er ist mit Inxile beschäftigt.« Im Oktober soll die Beta von Robot Cache losgehen, bis Ende September könnt ihr euch noch für den (rein kosmetischen) Founder's Club einschreiben, das ist kostenlos.

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