»Es ist sehr schmerzhaft für mich«: Die Heldin von The Acolyte erhält wegen ihrer Rolle Morddrohungen

Die Hauptdarstellerin Amandla Stenberg spricht in einer Talkshow über die Anfeindungen im Netz und darüber, wie sie mit dem Hass umgeht.

Amandla Stenberg, Hauptdarstellerin in The Acolyte, erhält Morddrohungen - und setzt sich dagegen zur Wehr. Foto: DisneyLucasfilm Amandla Stenberg, Hauptdarstellerin in The Acolyte, erhält Morddrohungen - und setzt sich dagegen zur Wehr. Foto: Disney/Lucasfilm

The Acolyte hat einen schweren Stand. Die Serie aus dem Star-Wars-Universum, die derzeit auf Disney Plus läuft, erhält nicht nur fundierte Kritik an Pacing, Writing und Storytelling.

Die Serie steht auch im Fokus von Zuschauern, die sich über die »politische Agenda«, die Disney mit dieser Serie angeblich verfolge, oder den diversen Cast auslassen. Einige scheinen dabei vor rassistischen, gewalttätigen Kommentaren und sogar Morddrohungen nicht zurückzuschrecken – etwa gegen die Hauptdarstellerin Amandla Stenberg.

»Habe beschlossen, meine Stimme zu erheben«

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Die sprach jüngst in der US-amerikanischen Talkshow The View über eben diese Hassnachrichten, die sie erhalte. In dem oben verlinkten YouTube-Video beginnt die entsprechende Passage ab etwa Minute 5:25. Stenberg sagt:

Das ist sehr schmerzhaft für mich. Ich glaube nicht, dass man sich emotional darauf vorbereiten kann. Wir freuen uns über Kritik an der Show, wenn es um die Erzählung oder die Darstellung geht. Aber wenn es um Morddrohungen, schreckliche, gewalttätige, rassistische Sprache geht, ist das für mich inakzeptabel.

Sie habe dann intensiv darüber nachgedacht, ob sie diese Nachrichten ignorieren solle. Oder ob sie, wie sie sagt, ihre Werte und ihr Glaubenssystem ehren solle.

In diesem Fall habe ich beschlossen, dass es für mich das Wichtigste ist, meine Stimme zu erheben, denn ich denke, dass auch das Schweigen eine Botschaft vermitteln kann. Und Untätigkeit kann sehr gefährlich sein.

Diss-Track gegen Hassnachrichten

Konkret geht es um einen Diss-Track mit dem Titel Discourse, den Stenberg vor etwa zwei Wochen bei YouTube veröffentlicht hat. Laut eigener Aussage gehe es in dem Lied aber nicht nur um die Hasskommentare:

[Der Diss-Track] handelt natürlich von dem, was ich erlebt habe, aber auch von der Spaltung der Kultur und wie schwierig es für uns alle ist, in dieser neuen Ära mit Informationen umzugehen. Es ist so schwierig zu erkennen, was online wahr ist.

Weiter sagt die Schauspielerin:

Diese Online-Algorithmen formen unsere Realitäten und unser Denken und Clickbait-Journalismus und diese Algorithmen profitieren auch von unserer Wut und unserem Hass. Ich habe das Gefühl, dass wir uns dessen bewusst sind, aber wir haben nicht unbedingt einen ausreichenden Diskurs oder eine entsprechende Infrastruktur, weil es so neu ist.

Stenberg ist bei weitem nicht die einzige, die Morddrohungen im Zusammenhang mit The Acolyte erhält. Auch die Betreiber der Internetseite Wookiepedia sahen sich jüngst solchen Hasskommentaren ausgesetzt – weil sie das Geburtsdatum eines Jedi-Meisters geändert haben.

Vor den Betreibern von Wookiepedia stürzten sich die Kritiker übrigens auf einen Film, der mit der Serie The Acolyte gar nichts zu tun hatte. Wütende Zuschauer ließen auf Rotten Tomatoes reihenweise ihrer Wut freien Lauf unter dem Film Acolytes – einem australischen Horror-Thriller von 2008. Ein Beispiel dafür, welche Ausmaße das Review-Bombing gegen die derzeit laufende Star-Wars-Serie angenommen hat.

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