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Adventskalender 2019

Seite 2: The Outer Worlds im Test: Die Singleplayer-Alternative für Fallout-Fans

Krieg der Konzerne

Die Fraktionen wie Monarch Stellar Industries, Sublight Salvage & Shipping oder Auntie Cleo verfolgen allesamt ihre eigenen egoistischen (und natürlich kapitalistischen) Interessen, denen wir mehr oder weniger nachkommen - je nachdem, mit wem wir uns gut stellen wollen.

Wer wiederum geschickt vorgeht und nicht gleich jede Tür eintritt, kann die Konzerne gezielt gegeneinander ausspielen: So verlangt zum Beispiel die Vize-Chefin der eher dubiosen Firma Sublight Salvage von uns, den Chef einer Wurstfabrik auszuschalten, um diese übernehmen zu können. Wem der Abzugsfinger juckt, der kann natürlich rein marschieren und alles und jeden über den Haufen ballern, was auf Drei nicht im Einmachglas ist. Zumal der Chefmetzger Clive ein echter Unsympath ist, der eine Abreibung verdienen würde.

Dabei handelt es sich aber keineswegs um den spannendsten Lösungsweg für unser Problem. Die Schießereien bzw. Prügeleien spielen sich solide, stellen aber nicht mehr als bekannte Shooter-Kost dar. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad wird es selten fordernd, was sich auch an der überschaubaren Gegnervielfalt aushängen lässt. Das begrenzte Budget von Obsidian macht sich spätestens dann bemerkbar, wenn wir die immer gleichen Banditen, Roboter oder Monster aufs Korn nehmen. Dabei stellt das TZD - was dem VATS-Modus aus Fallout spricht - ein nettes aber eigentlich überflüssiges Feature dar.

Taktische Zeitdilatation statt VATS
In The Outer Worlds gibt es zwar keinen VATS-Modus, aber dafür die sogenannte TZD - die Taktische Zeitdilatation. Damit können wir zwar nicht die Zeit anhalten (so wie in Fallout 3 oder New Vegas), doch dafür verlangsamen. Währenddessen lassen sich Schwachpunkte von Gegnern gezielt ausmachen und angreifen, was bestimmte Effekte nach sich zieht: Treffer ins Gesicht blenden Gegner, Gliedmaßen können verstümmelt oder gelähmt werden. Die TZD lässt sich mithilfe bestimmter Perks verbessern - so kann zum Beispiel die Dauer des Effekts verlängert und die Abklingzeit verringert werden.

Wenn uns danach ist, können wir uns in The Outer Worlds auch gar keine Freunde machen. Wenn uns danach ist, können wir uns in The Outer Worlds auch gar keine Freunde machen.

Ein weiteres Balance-Problem tut sich mit dem Loot von The Outer Worlds auf, dass es in Mengen noch und nöcher gibt. Wirklich benötigen oder heiß machen tut uns die Beute allerdings nur selten, stattdessen schwimmen wir bald nur so im Geld - das wir eigentlich nicht benötigen. Waffen lassen sich zwar verstärken oder gezielt modifizieren, ein neues Fernrohr oder alternative Munitionsart machen allerdings auch nur einen überschaubaren Unterschied aus. Mit der Balance hat es Obsidian bei Outer Worlds nicht ganz so gut hingekriegt.

Ballereien in den eigenen vier Wänden findet C&P-Boarstfabrik übrigens weniger cool und ehe wir uns versehen, schwindet unser »annehmbares« Ansehen dahin und sämtliche Angestellte stehen uns mit »Gemischten Gefühlen« gegenüber. Das resultiert in schlechteren Preisen bei Händlern, weniger Kooperationsbereitschaft von Fraktionsmitgliedern und allgemein wird uns damit weniger verzeihen. Wenn wir das vermeiden wollen, können wir genauso gut durch ein Abflussrohr kriechen oder uns mit Tarnmodul und Mitarbeiterausweis als Angestellter ausgeben, womit wir unseren eigenen Namen nicht durch den Dreck ziehen.

Nach dem Reinschleichen (egal ob durch die Kanalisation oder getarnt) können wir dem Chef der C&P-Boarstfabrik noch immer ins Gesicht schießen oder ihm ein Messer in den Rücken rammen, ohne dabei Aufmerksamkeit zu erregen. Wollen wir uns die Hände jedoch überhaupt nicht schmutzig machen (zumindest direkt) können wir den Wurst-Rohstoff, die pickeligen Zystenschweine vergiften und damit das Unternehmen ruinieren. Oder im Sinne des Tierschutzes lieber an den Bilanzen der Fabrik schrauben und so dem Fabrikleiter das Finanzamt auf den Hals hetzen. Denn wie wir alle wissen, macht das Finanzamt keine Gefangenen.

The Outer Worlds - Video: 5 Gründe, warum es ein Fest für Fallout-Fans wird 5:11 The Outer Worlds - Video: 5 Gründe, warum es ein Fest für Fallout-Fans wird

Kleine & nicht ganz so feine Welten

In The Outer Worlds lässt sich so gut wie jede Haupt- und Nebenquest auf vergleichbar unterschiedliche Weisen absolvieren. Oft müssen wir aber einfach nur von A über B nach C und wieder zurück laufen - an drögen Botengang-Quests mangelt es The Outer Worlds nicht.

Hier empfiehlt sich etwas vorausschauende Planung, und wer gut aufpasst, wann und wo etwas am effizientesten erledigt wird, spart sich das Überstrapazieren der Schnellreisefunktion oder die immer gleichen Laufwege. Letztere fallen immerhin nicht allzu ausschweifend aus - The Outer Worlds setzt nicht auf eine große offene Spielwelt, sondern unterteilt sie in kleinere, in sich geschlossene Bereiche.

Zwischen diesen Bereichen reisen wir an Bord unseres Raumschiffs - der Unreliable (zu deutsch: die Unzuverlässige) - und erkunden somit acht unterschiedliche Gebiete, die aber nicht allzu viel an Abwechslung bieten. Tatsächlich stellen die Level und wie sie befüllt sind, eine der größten Schwächen von The Outer Worlds dar. Hier merkt man, dass Obsidian schlichtweg die Mannstärke bzw. das Budget eines AAA-Rollenspiels in der Größenordnung eines Fallout 4 oder Skyrim gefehlt hat.

The Outer Worlds - Neuer Trailer stellt die Spielwelt genauer vor 3:44 The Outer Worlds - Neuer Trailer stellt die Spielwelt genauer vor

So sind der Asteroid Scylla, der erdähnliche Planet Terra 2 oder die lebensfeindliche Welt Monarch zwar auf den ersten Blick optisch abwechslungsreich gestaltet, aber man merkt schnell, dass dort die immer gleichen Pflanzen und Pilze wachsen und die Fauna ebenfalls sehr überschaubar ist. Weiterhin fallen die grauen, tristen Raumstationen/-Schiffe Relais GB-23, Groundbreaker und HFS-1084 genauso spannend aus, wie die Namen es vermuten lassen.

Selbst Byzantium - die Stadt der »Schönen und Reichen« von Halcyon - wirkt weder reich noch schön, weildie Straßen lediglich von wenigen, austauschbaren NPCs bevölkert werden, die alle »Reicher Bürger« heißen und deren größtes Hobby es darstellt, in der Gegend herum zu stehen.

Natürlich strotzten die Fallout-Spiele auch nie vor blühendem Leben (alleine schon durch das postapokalyptische Setting bedingt), kompensierten diesen Umstand allerdings durch Enviromental Storytelling, das seinesgleichen sucht. In The Outer Worlds erzählen nur wenige Schauplätze eine richtige Geschichte, stattdessen finden wir viel vom gleichen Loot oder stets dieselben Roboter, Monster oder menschlichen Widersacher. Die Gegnervielfalt des Rollenspiels lässt zu wünschen übrig.

100 Stunden Langeweile - Wenn Spielzeit und Umfang zum Problem werden PLUS 18:18 100 Stunden Langeweile - Wenn Spielzeit und Umfang zum Problem werden

Kompakte Spieldauer, hoher Wiederspielwert
The Outer Worlds ist kein Rollenspiel, das euch über 100 bis 200 Stunden pro Durchlauf beschäftigen wird. Tatsächlich läuft bereits nach 20 bis maximal 30 Stunden der Abspann über den Bildschirm - je nachdem, wie gründlich ihr Nebenquests und -Aufgaben mitgenommen habt. Bereits im Vorfeld gab Obsidian Entertainment an, dafür einen höheren Wiederspielwert bieten und Spieler zu mehreren Durchläufen motivieren zu wollen.

Diese Rechnung ist für uns während unserer Testphase durchaus aufgegangen: Da es bei so gut wie jedem Dialog und so gut wie jeder Quest drei bis vier mögliche Lösungswege gibt, waren wir stets daran interessiert, wie die Alternativroute unserer persönlichen Wahl ausgesehen hätte. Natürlich verändert sich das übergeordnete Ganze nicht gleich gravierend mit jeder Alternative, dafür ist jede davon spielenswert und liefert genügend befriedigende Aha-Momente.

Die Spielwelt von The Outer Worlds glänzt nicht gerade durch ihre Gegnervielfalt. Die Spielwelt von The Outer Worlds glänzt nicht gerade durch ihre Gegnervielfalt.

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