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Seite 4: Total War: Rome 2 im Test - Antiker Weltkrieg

Handel statt Händel

Auf der Kampagnenkarte sehen wir die Entwicklung unseres Reichs auf einen Blick. Da entstehen zwischen wachsenden Städten bessere Straßen, auf denen Handelskarawanen trotten, auf See werden die Routen der Handelsschiffe nicht nur angezeigt, wir sehen die kleinen Dinger auch durch die Wellen schippern. Schwächer als in Shogun 2 ist hingegen die Bedeutung der speziellen Ressourcen wie Metall, Olivenöl oder Leder. Denn die dienen jetzt quasi nebenbei als Handelswaren, sind aber nicht mehr so kriegsentscheidend für den Rüstungsbau.

Ein richtiger Krieg um Rohstoffe entsteht so kaum, viel wichtiger sind die zusammengehörenden Teile einer Provinz - zumal auch angrenzende Meere davon profitieren, wenn wir die umliegenden Länder besetzt halten. Denn dann steigen die Einnahmen unserer Handelshäfen, die (automatisch abgezogenen) Verluste durch Piraterie sinken, während die Verluste an Soldaten unterwegs schneller ausgeglichen werden. Auch das ist alles ohne größere Erklärungen nachvollziehbar.

Ebenfalls halbwegs nachvollziehbar sind diplomatische Debatten, weil Rome 2 genau auflistet, warum uns eine andere Fraktion leiden kann und warum nicht. Die Noriker etwa zürnen unseren Germanen, weil sie als Kelten einer anderen Kultur angehören, wir mit einer Armee ihre Grenzen verletzt haben und unsere Truppen vor Jahren eine Stadt ihrer helvetischen Kumpels abgefackelt haben. Entsprechend schwierig ist es, mit den Norikern Verträge auszuhandeln.

In Gallien belagern die Germanen keltische Siedlungen. In Gallien belagern die Germanen keltische Siedlungen.

Michael Graf: So spielen sich die Germanen

+ Konföderation als kampflose Reichserweiterung
+ Moralboni gegen Barbaren
- hohe Aufstandsgefahr
- anfangs nur ein kleiner Stamm

Statt wie im ersten Rome gleich mit den Germanen starte ich in Rome 2 mit dem Stamm der Sueben. Die unterwerfen erst mal ein paar Nachbarn, vorzugsweise keltische. Wie gut, dass meine Armeen im Kampf gegen andere Barbaren Moralboni genießen. Allerdings führen kulturelle Spannungen unter suebischer Herrschaft schneller zu Aufständen, da muss ich aufpassen. Meine germanischen Nachbarn kann ich - gute Beziehungen vorausgesetzt - zu einer Konföderation überreden, einem Stammesbündnis.

Die Überzeugungsphase dauert manchmal lange, lohnt sich aber: Ich übernehme kampflos die Städte und Armeen des neuen Volksgenossen, sukzessive wächst mein kleiner Stamm zum großen Germanenreich. Dann kloppe ich mich weiter mit den untereinander zerstrittenen Kelten (die ebenfalls Konföderationen bilden könnten, es aber lieber bleiben lassen) und falle über Gallien schließlich im Süden ein, um den vermeintlich fortschrittlicheren Griechen und Römern zu zeigen, wo der Kriegshammer hängt.

Überdies listet Rome 2 auf, wie bündnistreu und aggressiv die anderen Völker sind; im Test bemerken wir zwischen expansionistischen und defensiven Fraktionen aber keine großen Unterschiede: Beide sind über weite Strecken passiv, erklären aber auch mal Kriege. Hin und wieder verhandeln die Rivalen auch etwas, äh, … seltsam. Beispielsweise wünscht sich ein mickriger Stadtstaat einen Nichtangriffspakt mit unserem Riesenreich, fordert dafür aber 7.000 Goldstücke Tribut. Siebentausend! Die sollen froh sein, wenn wir sie nicht einfach von der Karte schrubben!

Ähnliches geschieht bei Handelsabkommen, die sich wie im ersten Rome ausgesprochen lohnen: Wer genügend Geschäftsbeziehungen knüpft, muss sich kaum noch Geldsorgen machen, auch das senkt den Anspruch. Immerhin muss man so dreimal überlegen, ob man einen Handelspartner angreift: Die Wareneinnahmen übertreffen spürbar jene durch Plünderungen und eroberte Provinzen.

Das Diplomatiemenü listet auf, warum uns ein Volk mag – und warum nicht. Das Diplomatiemenü listet auf, warum uns ein Volk mag – und warum nicht.

Buhmann Bedienung

Weniger einfach als in den Vorgängern läuft hingegen die Bedienung. Für Rome 2 hat Creative Assembly nämlich das Interface-Konzept überarbeitet, statt einzeln aufklappende Fenster erreichen wir nun viele Funktionen über Overlays, die sich vom Bildrand über die Strategiekarte schieben. Als nützlich erweist sich das neue provinzweite Baumenü, mit dem wir alle Städte eines Landstrichs überblicken - praktisch. Die restlichen Overlays sind jedoch unnötig verschachtelt, im Forschungsmenü etwa erwarten uns statt eines übersichtlichen Technologiebaums sechs (!) Einzelzweige, durch die wir uns separat klicken müssen.

Bei Beförderungen von Generälen und Agenten listet das Menü alle Fähigkeiten nebeneinander auf. Dass die Jungs eigentlich einen Talentbaum haben und wir mit bestimmten Talenten andere freischalten, erfahren wir nur in der Enzyklopädie - und selbst dort müssen wir erst danach suchen. Das sind nur zwei Beispiele für die vielen Ecken und Kanten der neuen Menüstruktur, in den Vorgängern war der Auf-einen-Blick-Faktor deutlich höher, Rome 2 braucht immer zwei bis drei Klicks zu viel.

Noch dazu haben die Entwickler viele interessante Infos gut versteckt. Die 19 auf der Karte verteilten Weltwunder etwa bringen mächtige fraktionsweite Boni, die man jedoch nur als Tooltipp sieht, wenn man den Mauszeiger über ein winziges Item am Rand der Provinz-Ansicht bewegt - da hält selbst die NSA ihre Schnüffelprogramme weniger geheim.

Infanterie hält jetzt länger durch als in Shogun 2. Infanterie hält jetzt länger durch als in Shogun 2.

Vergleich: Rome 2 - Shogun 2 - Rome

Rome 2 muss sich im Vergleich nicht nur seinem direkten Vorgänger Total War: Shogun 2 stellen, sondern auch dem letzten Creative Assembly-Spiel, in dem die Stadt am Tiber die Hauptrolle spielt: dem beinahe zehn Jahre alten Rome: Total War.

Rome 2 vs. Shogun 2
Wer in Shogun 2 einen erfolgreichen Daimyo abgab, sollte sich in auch auf der Strategiekarte in Rome 2 sofort zuhause fühlen, der nahe Verwandtschaftsgrad der beiden Spiele ist deutlich zu spüren. Trotzdem kommt Rome 2 um mehrere Sandalengrößen gigantischer daher, was an der schieren Größe der Kampagnenkarte und der Vielfalt der spielbaren und nicht spielbaren Völker liegt. Kleine Verbesserungen hat Creative Assembly aber dennoch eingebaut. Wer zum Beispiel seinen Armeen eine Spionin, einen Champion oder einen Würdenträger zuteilen möchte, kann dies nun permanent tun - in Shogun 2 ging das zwar auch, die feinen Damen und Herren trennten sich aber immer von der ihnen zugewiesenen Armee, sobald diese in einer Siedlung Station machte und mussten umständlich wieder auf ihren Posten gescheucht werden, wenn die Armee weiterzog. Auch in den Echtzeitschlachten fühlt sich Rome 2 sehr ähnlich an wie Shogun 2 - die Einführung echter Sichtlinien und die Möglichkeit, Einheiten hinter Mauern oder Hügeln zu verstecken, fällt nicht sonderlich ins Gewicht. Einen größeren Unterschied macht dagegen die Standhaftigkeit der Infanterie. Nahkämpfe zwischen Einheiten von Katana-Trägern in Shogun 2 waren meist schnell erledigt, während sich Hopliten und Legionäre in Rome 2 minutenlang in mörderischen Gefechten Schild an Schild ineinander verbeißen. Das gibt findigen Strategen mehr Zeit, andere Einheiten für einen Flankenangriff zu positionieren.

Rome 2 vs. Rome
Die Unterschiede zwischen Rome 2 und Rome sind weitaus größer. Das alte Rome legte viel mehr Gewicht auf die jeweilige Herrscher- oder Patrizierfamilie, deren Geschicke der Spieler lenkte. Die Hauptakteure, die männlichen Familienmitglieder, ließen sich je nach Lage der Nation als Generäle oder Stadtgouverneure einsetzen. Eisenharte Legionskommandeure, die ihr Leben in der Schlacht und beim Marschieren verbrachten, legten sich andere Zufalls-Eigenschaften zu als ihre Verwandten, die fernab der Kämpfe in Saus und Braus von einer Orgie in die nächste fielen. In Rome 2 sind die Biographien der Generäle, die jetzt nur noch Aushängeschilder für die Armeen darstellen, wesentlich unspektakulärer: Der Spieler verteilt einfach bei einem Levelaufstieg eine neue Fähigkeit. Das irre Zufallselement, mit dem manche Total War-Generäle in Rome zu mondsüchtigen Säufern mutierten, die ihr Pferd blau anstrichen und eine Entourage aus seltsamen Gestalten um sich herum ansammelten, ist in Rome 2 stark reduziert.

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