Dschungel-Demo in der Unreal Engine 5 sieht aus wie Next-Gen-Crysis

Eine weitere Techdemo zur Unreal Engine 5 demonstriert, wie stark die Features Lumen und Nanite zukünftige Spielegrafik aufwerten könnten.

von Sören Diedrich,
25.06.2021 13:03 Uhr

Die Unreal Engine 5 zeigt eindrucksvoll, welche Fortschritte bei der globalen Beleuchtung noch möglich sind. Die Unreal Engine 5 zeigt eindrucksvoll, welche Fortschritte bei der globalen Beleuchtung noch möglich sind.

Seit einigen Wochen steht die Unreal Engine 5 als Early-Access-Variante zur Verfügung. Epic betont zwar, dass diese Version noch keineswegs für den produktiven Einsatz gedacht ist, doch neugierige Entwickler können sich damit wenigstens schon einmal mit den neuesten Features vertraut machen.

Und das mit Erfolg: Ein neues Video zeigt einen dichten, detaillierten Wald in tropischen Gefilden, der glatt aus einem Next-Gen-Crysis stammen könnte. Das Besondere an der Demo: Sie nutzt Assets, die ursprünglich für die Unreal Engine 4 entworfen wurden.

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Weitsicht ganz ohne LOD-System

Durch den Einsatz dieses älteren Asset-Packs wird der optische Zugewinn durch die neuen Highlight-Features Nanite und Lumen umso stärker verdeutlicht. Denn es steht zwar außer Frage, dass die gezeigte Grafikpracht auch mit der Vorgängerversion der Engine realisierbar wäre - die Frage ist jedoch, zu welchem Preis in Hinblick auf die Performance.

Nanite ist das neue Geometrie-System, dass dank eines internen Mesh-Algorithmus den Detailgrad von Objekten stufenlos in ungeahnte Höhen schrauben kann. Dadurch sollten zum Beispiel aufploppende Details in der Ferne und unsaubere LOD-Systeme der Vergangenheit angehören. Nanite dreht am Detailregler, je nachdem, wie weit ihr von einem Objekt entfernt seid.

In der Dschungel-Szene macht sich das am stärksten bei den Steinen am Boden bemerkbar. Hier ist kein Shader am Tricksen, der eine Tiefenwirkung nur vortäuscht. Vielmehr handelt es sich tatsächlich um echte 3D-Geometrie. Beim Heranzoomen mit der Kamera kann man die Wirkung beobachten, es gibt keine Pop-ins von nachladenden Objekten mehr, alles ist zu jeder Zeit sichtbar.

Wenn ihr wissen wollt, was ein Epic-Designer zur neuesten Version der hauseigenen Engine sagt, solltet ihr in unseren GameStar-Podcast reinhören - der wohnte uns nämlich als Gast bei und beantwortete unsere Fragen.

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Globale Beleuchtung der nächsten Generation

Der eigentliche Star ist aber die Beleuchtungstechnik Lumen. Kein Wunder, schließlich besitzen Games in diesem Gebiet noch reichlich Potenzial. Denn auch moderne Titel bieten nur auf den ersten Blick eine realistische Ausleuchtung der Spielwelt, dem geübten Auge fallen rasch Unstimmigkeiten auf.

Dank Lumen kann eine äußerst rechenintensive globale Beleuchtung in Echtzeit realisiert und verändert werden. Die Technik ist vergleichbar mit einer Art Software-Raytracing. Jedes Objekt kann nun als eine Lichtquelle fungieren und sich realitätsnah auf das Gesamtbild auswirken.

Besonders deutlich wird die Qualität von Lumen, wenn man am Tageszeit-Regler herumspielt. Die globale Beleuchtung reagiert in kürzester Zeit auf die verschobene Lichtquelle und berechnet die Szenerie neu. Ohne Lumen würde die Performance spätestens an dieser Stelle in den Keller sacken.

Die Änderungen muten auf den ersten Blick eher klein an. Das zeigt jedoch erst recht, wie detailgetreu Lumen zu Werke geht. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass selbst kleinste Ecken auf die geänderten Lichtverhältnisse reagieren.

Unreal Engine 5 Dschungel Techdemo

Ein wichtiges Wort zur Performance: Die gezeigte Szene läuft laut dem Designer im Durchschnitt mit 40 - 50 FPS auf einer Geforce RTX 3070. Weitere Angaben zum System fehlen zwar, da es sich hierbei jedoch um eine in erster Linie grafikintensive Szene handelt, dürfte die restliche Hardware nicht so stark ins Gewicht fallen.

Und wann gibt's das auch zum Selberspielen? Man kann davon ausgehen, dass sich derzeit bereits viele Spiele in Entwicklung befinden, die auf die Unreal Engine 5 setzen. Bis die ersten Titel erscheinen, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Bis dahin heißt es also: Demos anschauen und hoffen, dass wir das Gezeigte bald auch selbst erleben dürfen.

Ihre Vielseitigkeit hat die Unreal Engine 5 bereits in den letzten Wochen bewiesen, denn sie kann nicht nur tropischen Dschungel darstellen. Mit dem Early Access-Kit wurde auch bereits ein unglaublich realistischer Wald umgesetzt. Und die physikbasierte Zerstörung der Spielwelt kann sich auch sehen lassen!

Kann euch die Unreal Engine 5 mit ihren neuen Features überzeugen? Und vor allem: Welche coolen Fortschritte bei der Grafik würdet ihr euch für zukünftige Spiele wünschen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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