Valorant sieht öde aus? Warum die Detailarmut Absicht ist

Der Taktik-Shooter Valorant kann beim Map-Design nicht mit Schnörkeln und Lichtstimmungen überzeugen. Riot Games erklärt, warum es das auch nicht soll.

von Christian Just,
06.03.2020 17:08 Uhr

Valorant hat schicke Artworks, doch das Spiel selbst verzichtet auf allzu viel optische Finesse. Aus Gründen. Valorant hat schicke Artworks, doch das Spiel selbst verzichtet auf allzu viel optische Finesse. Aus Gründen.

Valorant hat offiziell seinen Decknamen »Project A« abgelegt und erstmals Gameplay einer breiten Masse von Spielern präsentiert. Auch wir konnten Valorant in unserer Preview bereits ganz genau anschauen. Und auch uns fiel auf, was zahlreiche GameStar-Nutzer in den Kommentaren monieren: Valorant sieht für ein 2020er-Spiel grafisch relativ langweilig aus.

Das hat allerdings einen Grund, der über möglichst niedrige Hardware-Anforderungen hinausgeht. Wie uns Riot Games im Interview erklärte, hängt die visuelle Präsentation der Map stark mit dem kompetitiven Anspruch von Valorant zusammen.

Keine Schnörkel, keine Ablenkung

Valorant ist komplett auf E-Sport und kompetitives Gameplay ausgelegt. Das zeigt sich auch am Map-Design. So befindet sich auf der Höhe von Spielfiguren kein störendes Beiwerk, das es schwierig machen könnte, sie auf den ersten Blick zu erkennen. Auch Objekte wie Fässer, Kisten, Geröll oder ähnliches liegt kaum herum - die Maps von Valorant sind auffällig sauber.

Klare Linienführung und deutliche Kontraste lassen Spielfiguren optisch immer klar herausstechen. Klare Linienführung und deutliche Kontraste lassen Spielfiguren optisch immer klar herausstechen.

Wenn euch also etwas im Sichtfeld auffällt, soll es sich bei Valorant um ein Feind handeln, und nicht etwa ein großflächiges Graffiti oder dergleichen. So will Riot sicherstellen, dass die Reflexe und die Zielgenauigkeit im Vordergrund stehen und keine einfachen Exploits möglich sind.

Wie genau Valorant funktioniert und welche Hebel die LoL-Entwickler noch in Bewegung setzen, um Counter-Strike anzugreifen, erklären wir euch im Preview-Video:

Valorant - Die LoL-Macher greifen CS:GO an und könnten gewinnen! 10:01 Valorant - Die LoL-Macher greifen CS:GO an und könnten gewinnen!

»Simpel zu lernen, schwierig zu meistern«

Der Map-Designer von Valorant, Salvatore Garozzo, ist übrigens ehemaliger Counter-Strike-Profi und hat die Karte Cache designt. Bei unserem Besuch bei Riot Games bestätigte er uns im Interview, dass die klare Linienführung und der simpel zu verinnerlichende Aufbau der Maps eine bewusste Designentscheidung ist:

"Wir designen die Maps sehr simpel. Sie sollen einfach zu lernen sein, aber schwierig zu meistern. Ich denke, der Trick besteht darin, die Spieler an den Punkt zu bringen, an dem sie die Maps auch meistern wollen."

Auch die zum Release kleine Anzahl an Maps (vier Stück) soll dazu beitragen, dass Spieler die Maps richtig verinnerlichen können, bevor später neue Level nachgeschoben werden. Valorant soll im Sommer 2020 als Free2Play-Titel erscheinen.


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