Zum Release von FIFA 19 - Verdi ruft deutsche Amazon-Arbeiter zum Streik auf

Die Gewerkschaft Verdi rief Mitarbeiter bei Amazon in Rheinberg und Werne dazu auf, am Vortag des FIFA-19-Release die Arbeit niederzulegen.

von Christian Just,
28.09.2018 15:19 Uhr

Zum Release von FIFA 19 ruft Verdi Mitarbeiter an zwei Amazon-Standorten in NRW zum Streik auf.Zum Release von FIFA 19 ruft Verdi Mitarbeiter an zwei Amazon-Standorten in NRW zum Streik auf.

Am gestrigen Donnerstag rief die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter an den beiden Amazon-Standorten Rheinberg und Werne zum Streik auf. Konkreter Anlass ist der heutige Release von EAs Fußballsimulation FIFA 19. Durch die Arbeitsniederlegung sollten die Mitarbeiter dafür protestieren, nach den Tarifverträgen des Einzelhandels bezahlt zu werden.

Silke Zimmer, Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel bei Verdi in Nordrhein-Westfalen, äußerte dazu auf der Verdi-Website:

"Morgen erscheint das neue FIFA-Spiel des Spieleherstellers Electronic Arts. Dies ist seit längerem angekündigt und Amazon garantiert eine Lieferung am Erscheinungstermin. Diese Zusage ist auf dem Rücken der Beschäftigten gemacht worden. Gleichzeitig wird diesen der Tarifvertrag vorenthalten. Diesen Widerspruch wollen wir in Frage stellen."

"So wie viele Spielerinnen und Spieler auf die Auslieferung des neuen FIFA-Spiels warten, warten die Beschäftigten auf faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Die Beschäftigten streiken für faire Regeln an ihrem Arbeitsplatz. Ein Tarifvertrag ist ein Regelwerk für die Arbeitswelt und ohne ein gutes Regelwerk funktioniert kein Fußballspiel und auch keine gute Arbeit."

Auf Anfrage von Golem.de garantierte Amazon-Sprecher Michael Schneider trotz des Streiks eine pünktliche Auslieferung von FIFA 19:

"Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal. Auch das FIFA-Spiel wird daher pünktlich ankommen."

Was ist da los?

Amazon und Verdi liegen bereits seit 2013 im Streit um einen Tarifvertrag. Tarifverträge sind darauf ausgelegt, rechtliche Unausgewogenheiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auszugleichen. Der Versandriese verweigert jedoch jegliche Verhandlungen mit der Gewerkschaft und führt aus, dass an allen Standorten jährlich eine Lohnüberprüfung stattfinde.

In den Logistikzentren Rheinberg und Werne werde der Basislohn 2018 für alle Versandmitarbeiter um zwei Prozent erhöht. Der Einstiegslohn liege bei 11,27 Euro brutto pro Stunde, Mitarbeiter mit zwei Jahren Betriebszugehörigkeit erhielten 13,63 Euro brutto. Zudem leiste Amazon eine variable Bonuszahlung und eine Jahressonderzahlung, Mitarbeiter erhielten Aktien, eine kostenlose Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Option, an einer betrieblichen Altersvorsorge teilzunehmen.

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